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SpaceX Inspiration 4: Laien-Astronauten nach Reise ins Weltall zurück auf der Erde

Die Weltraumtouristen der Dragon-Ramkapsel von SpaceX waren weiter weg von der Erde als die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) .
/ Ingo Pakalski , dpa
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Die Crew der Inspiration 4 im All: Jared Isaacman, Sian Proctor, Hayley Arceneaux und Chris Sembroski. (Bild: SpaceX)
Die Crew der Inspiration 4 im All: Jared Isaacman, Sian Proctor, Hayley Arceneaux und Chris Sembroski. Bild: SpaceX

Nach ihrer Reise ins All ist die erste nur aus Laien-Astronauten bestehende Raumfahrt-Crew in der Nacht zum Sonntag wieder auf der Erde gelandet. Kurz nach 01.00 Uhr MESZ Zeit setzte die Kapsel mit den vier Rückkehrern vor der Küste Floridas im Atlantik auf, wie die Inspiration 4(öffnet im neuen Fenster) genannte Mission mitteilte.

Nach ihrem Start am Abend des 14. September 2021 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral war die Dragon-Raumkapsel des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk die vergangenen drei Tage um die Erde gekreist. Pro Erdumrundung brauchte das Raumschiff bei rund 30.000 Kilometern pro Stunde rund 90 Minuten.

Mit einer Höhe von 580 Kilometern über der Erde schwebte sie sogar höher als die Internationale Raumstation (ISS). Dort waren die Weltraumtouristen einer größeren kosmischen Strahlung ausgesetzt, als es die Crew der ISS in einer ungefähren Höhe von 408 Kilometern ist. Seit der letzten Hubble-Mission im Jahr 2009 war kein Mensch mehr so weit draußen im All.

Strahlung in 580 Kilometern Höhe wird untersucht

Die Strahlung war Teil der Sicherheitsbeurteilung im Vorfeld des Fluges. Die genaue Belastung während der Mission soll untersucht werden, um Daten für Flüge zum Mond und zum Mars zu sammeln. Durch medizinische Untersuchungen des Blutzuckers während des Fluges hofft man, künftig auch Diabetikern Flüge ins Weltall zu ermöglichen.

"Die Ausblicke sind spektakulär" , hatte der 38-jährige US-Milliardär Jared Isaacman nach dem Start gejubelt. Er hat den All-Ausflug gechartert und finanziert. Er wurde mit dem Unternehmen Shift4 Payments reich, einem Unternehmen für Zahlungsverarbeitungen.

Diese vier Weltraumtouristen waren im All

Isaacman nahm die Rolle des Kommandanten ein. Als Pilotin flog die 51 Jahre alte Geowissenschaftlerin Sian Proctor mit. Sie sieht darin nicht nur eine Gelegenheit zur Wissenschaftskommunikation, sondern auch, um das Bild von afroamerikanischen Frauen als Astronautinnen zu normalisieren.

Als Missionsspezialistin flog die 29 Jahre alte Arzthelferin Hayley Arceneaux vom Kinderkrankenhaus St. Jude mit, die dort als Kind eine Krebserkrankung überstanden hatte. Außerdem ist der 41 Jahre alte Raumfahrtingenieur Chris Sembroski mit dabei, der eine Auslosung der Mitfluggelegenheit gewann.

Unter anderem möchte Isaacman mit der Aktion auf eine Spendenaktion des Kinderkrankenhauses St. Jude(öffnet im neuen Fenster) aufmerksam machen.

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Isaacman ist bereits der dritte Milliardär innerhalb weniger Monate, der von den USA aus ins All aufgebrochen ist. Im Juli 2021 hatten erst der Brite Richard Branson und rund zehn Tage später Amazon-Gründer Jeff Bezos erstmals ihre eigenen Raumschiffe getestet . Allerdings waren beide nur wenige Minuten lang im All und alles geschah bei deutlich niedrigerer Flughöhe.

Wie viel Isaacman für das Chartern des Dragon-Raumschiffs gezahlt hat, wollten weder er noch SpaceX mitteilen. Die Mitreisenden suchte Isaacman über verschiedene Benefiz-Aktionen aus.

So verbrachten die Weltraumtouristen ihre Zeit im All

Während des All-Ausflugs vertrieben sich die vier Amateur-Astronauten die Zeit in der beengten Kapsel unter anderem mit Gesprächen mit Schauspieler Tom Cruise oder SpaceX-Gründer Musk. Über den Weltraumflug soll eine Dokumentation für den Streaming-Dienst Netflix entstehen.

Am Freitagabend durften sie virtuell die Glocke läuten, die das Signal zum Handelsstopp an der New Yorker Börse gibt. Bei der Versorgung mit Essen wurde die Besatzung deutlich aufwendiger versorgt als bei konventionellen und längeren Missionen im Weltall: Neben Kaffee und Tee gab es unter anderem Sandwiches, Nudeln mit Hackfleisch-Sauce und einen Haufen Süßigkeiten.


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