SpaceX: Für eine Raketenstufe geht es zurück ins Weltall
Seit 2015 hat SpaceX acht Raketenstufen intakt auf der Erde gelandet. Jetzt soll erstmals eine von ihnen wieder starten. In der Nacht zum Freitag, um 0:27 Uhr unserer Zeit, soll es so weit sein. Die Raketenstufe brachte erstmals am 8. April 2016 bei der Mission CRS-8 einen Dragon-Frachter in einen Orbit zur ISS. Nun soll sie eine zweite Mission absolvieren, inklusive einer zweiten Landung.
Nach Angaben des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) soll es vier Monate gedauert haben, die Stufe nach der Landung für einen zweiten Flug wieder herzurichten und zu qualifizieren. Diese Zeit soll in Zukunft deutlich verkürzt werden. Zur Zeit befindet sich eine weiterentwickelte Variante der Block 5 der Falcon 9 in Produktion, die für eine bessere Wiederverwendbarkeit optimiert sein soll.
An Bord der Rakete ist ein Kommunikationssatellit der luxemburgischen Firma SES, der von Florida aus in einen geostationären Orbit gebracht werden soll. Der 5,3 Tonnen schwere Satellit SES-10 ist inzwischen der dritte Satellit, den die Firma von SpaceX starten lässt. Zwischen den beiden Firmen gibt es ein außergewöhnliches Vertrauensverhältnis. SES war die erste private Firma, die eine Falcon-9-Rakete zum Start eines ihrer Satelliten buchte.
Zwei Starts ohne Probleme, aber nie ohne Bedenken
Der Satellit SES-8 war 2013 auch der erste Satellit, der von einer Falcon 9 in den Übergangsorbit für geostationäre Satelliten gebracht wurde und führte die erste SpaceX-Mission aus, die eine zweite Zündung der Oberstufe erforderte. Die zweite Zündung war bei einem Test nach Abschluss der Vorgängermission noch gescheitert, weil die Kerosin-Treibstoffleitung nicht ausreichend von der Leitung mit dem flüssigen Sauerstoff isoliert war und im Verlauf der Mission einfror.
Der Start von SES-8 verlief problemlos, genauso wie der Start von SES-9 im März 2016. Probleme machte bei dem Flug im letzten Jahr allerdings die Landung. Wegen Verzögerungen im Zeitplan sollte der Satellit zugunsten von SES in eine etwas höhere Flugbahn gebracht werden als ursprünglich geplant, wodurch der Satellit Treibstoff sparen und länger benutzt werden kann. Aber wegen der hohen Nutzlast von 5,3 Tonnen waren die Treibstoffreserven ohnehin knapp, so dass ein Erfolg der Landung schon vor dem Start als unwahrscheinlich galt. Tatsächlich kam es zu einer harten Landung, bei der die Raketenstufe ein Loch in das Deck des Landeschiffs(öffnet im neuen Fenster) "Of course I still love you" riss.
Der aktuelle Satellit SES-10 hat die gleiche Startmasse, soll aber in den Standardorbit gebracht werden, womit gute Chancen auf eine erfolgreiche zweite Landung der Raketenstufe bestehen. Start und Landung können wie immer im Webcast von SpaceX(öffnet im neuen Fenster) mitverfolgt werden.
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