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SpaceX: Falcon Heavy fliegt wieder nach drei Jahren Pause

SpaceX startet wieder die größte Rakete der Welt, mit spektakulärer Landung der Seitenbooster. Bis zum nächsten Start wird es nicht so lang dauern.

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Die Falcon Heavy im Flug. (Bild: SpaceX / Screenshot: Golem.de)

Um 14:40 mitteleuropäischer Zeit startete wieder eine Falcon Heavy Rakete mit dem Satelliten USSF-44 für die US Spaceforce. Es ist erst der vierte Flug einer Falcon Heavy nach dem Flug mit Elon Musks Tesla Roadster im Februar 2018, dem Start von Arabsat-6A im April 2019 und einem Demonstrationsflug für die US Airforce im Juni 2019, deren Raumfahrtaktivitäten nun Teil der US Spaceforce sind.

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Der Aufbau der Falcon Heavy entspricht dem einer Falcon 9, allerdings mit zwei zusätzlichen ersten Stufen an den Seiten. Kurz nach dem Start wird der Schub der mittleren Raketenstufe reduziert, um Treibstoff zu sparen, so dass sie nach Abtrennung der beiden Seitenbooster ohne deren Gewicht als zusätzliche Raketenstufe weiterfliegt. Dadurch wird die mögliche Nutzlast der Rakete bei besonders anspruchsvollen Missionen mehr als verdreifacht.

Zum USSF-44 gibt es keine Aussagen. Die Nutzlast ist geheim. Es musste für den Start eine verlängerte Nutzlastverkleidung verwendet werden und zur Erhöhung der Leistung wurde nicht versucht, die mittlere Raketenstufe zu landen. Die Übertragung des Starts wurde nach Abtrennung der zweiten Raketenstufe abgebrochen und nur noch die Landung der Seitenbooster gezeigt, die kurz hintereinander erfolgreich auf dem Festland in Florida landeten. Kurz danach wurde außerdem bestätigt, dass die Oberstufe den geplanten Orbit erreicht hat. Ob der Satellit dann freigesetzt oder weitere Manöver durchgeführt wurden, ist unbekannt.

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Viele Flüge im nächsten Jahr

Der Grund für die lange Pause seit dem letzten Flug einer Falcon Heavy ist vor allem die unerwartet gute Leistung des Merlin-1D-Triebwerks der Falcon 9 im Vergleich zu den Erwartungen, als die Falcon Heavy geplant wurde. So konnte die Falcon 9 selbst mit Wiederverwendung Satelliten bis 5,5 Tonnen Startgewicht in den GTO-Orbit bringen, den Übergangsorbit für geostationäre Satelliten. Schwerere Satelliten bis 8 Tonnen Gewicht können entweder ohne Wiederverwendung der Raketenstufe gestartet werden, oder in einem niedrigeren Orbit.

Den Nachteil des niedrigeren Orbits beim Start konnten die Satellitenbauer durch größere Treibstofftanks in den Satelliten aber mehr als ausgleichen. Nicht zuletzt gab es auch einen allgemeinen Rückgang der Nachfrage nach großen Satelliten für den geostationären Orbit, den SpaceX durch Starlink selbst verursacht hat. Es sind allerdings bald weitere Starts der Falcon Heavy geplant.

Noch dieses Jahr sollen die Nachrichtensatelliten ViaSat-3 und Arcturus mit einer Falcon Heavy fliegen, sowie der 9,2 Tonnen schwere Echostar-24 Anfang 2023. Ebenso ist der Start von zwei weiteren Geheimsatelliten für die US-Spaceforce und der Raumsonde Psyche im Oktober 2023 geplant, die den gleichnamigen Asteroiden im Jahr 2029 erreichen soll.