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SpaceX: Falcon 9 Rakete kippelt nach Landung auf Schiff

SpaceX ist die dritte Landung einer ersten Stufe in Folge gelungen, allerdings kippelt die Raketenstufe auf dem Deck des Landeschiffs. Inzwischen plant die Firma, weitere Teile der Rakete wiederzuverwenden.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Bild: SpaceX (Twitter)

Während der erfolgreichen Mission zum Start des 3,1 Tonnen schweren Kommunikationssatelliten Thaicom 8 ist SpaceX die dritte Landung einer Falcon 9 Raketenstufe in Folge gelungen. Die erste Stufe der Rakete landete kurz vor Mitternacht unserer Zeit auf dem ferngesteuerten Schiff "Of course I still love you" im Atlantik.

Nach der Landung twitterte(öffnet im neuen Fenster) Elon Musk allerdings, dass die Knautschzone zumindest eines der Landebeine der Raketenstufe stark in Anspruch genommen worden sei. Das ist eine leicht ersetzbare Wabenstruktur aus Aluminium, die dazu dient, die Restenergie bei der Landung zu absorbieren. Weil die Landegeschwindigkeit dieses Mal am oberen Ende des vorgesehen Bereichs war, wurden sie wohl ungleichmäßig eingedrückt, weshalb die Raketenstufe nun kippelt. Laut Musk sollte die Stufe dennoch stehen bleiben, es besteht jedoch eine geringe Gefahr des Umkippens.

Die zweite Stufe setzte die Mission fort und brachte den Satelliten in seine vorgesehene Umlaufbahn. Diese Stufe der Rakete wird nicht wiederverwendet. Der Grund dafür ist, dass die gesamte Masse der Stufe zusammen mit der Nutzlast in die Umlaufbahn gebracht werden muss. Jedes zusätzliche Kilogramm Masse, das nötig wäre, um die zweite Stufe wieder zurück zur Erde zu bringen, ginge damit direkt von der Nutzlast ab.

Wegen ihrer sehr hohen Geschwindigkeit im Orbit müsste die zweite Stufe mit einem vollen Hitzeschutzschild ausgestattet werden und einen Landemechanismus bekommen. Der Verlust an Nutzlast wäre für SpaceX in der derzeitigen Variante der Falcon 9 damit zu groß, um die Rakete noch wirtschaftlich betreiben zu können.

Wiederverwendung der Nutzlastverkleidung

SpaceX spekuliert allerdings seit neuestem öffentlich über die Möglichkeit, die Nutzlastverkleidung wiederzuverwenden. Tatsächlich ist eine Nutzlastverkleidung letztes Jahr an den Bahamas angespült worden(öffnet im neuen Fenster) , an der eine GoPro Kamera befestigt war, die Filmaufnahmen gemacht hat.

Die Nutzlastverkleidung wird kurz nach der ersten Stufe abgetrennt. Sie ist aber viel leichter als eine Raketenstufe und hat dabei eine viel größere Oberfläche. Der größere Luftwiderstand im Vergleich zum Gewicht führt deshalb zu einer insgesamt deutlich geringeren Belastung des Materials beim Wiedereintritt. Eine kontrollierte Landung nach dem Wiedereintritt, ohne Beschädigungen davonzutragen, hat bisher noch keine Nutzlastverkleidung geschafft. Konkrete Pläne für ein mögliches Verfahren hat SpaceX noch nicht vorgestellt.

Erstmals wurden auch über große Strecken Videosignale der ersten Stufe während der Rückkehr zur Erde in den Livestream eingebunden. Sie zeigen das Zusammenspiel von Kaltgasdüsen und Gitterflossen bei der Stabilisierung der Raketenstufe und auch das Bremsmanöver mit den Haupttriebwerken. Allerdings wurde die Kameralinse kurz nach dem ersten Bremsmanöver vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre so stark verschmutzt, dass die letzten Kilometer ohne Filmaufnahmen blieben. Anschließend hat SpaceX eine komplette Aufnahme im Zeitraffer(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.

Die erste tatsächliche Wiederverwendung einer Raketenstufe steht noch aus, soll aber in diesem Jahr stattfinden. Derzeit plant SpaceX allein bis Ende Juli fünf weitere Starts der Falcon 9, zwei davon sollen von der Startrampe in Vandenberg, Kalifornien, stattfinden.


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