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SpaceX: Erste Starlink-Geschwindigkeitstests geleakt

Erste Messwerte von Starlink-Internetverbindungen zeigen schnelle Ping-Werte bei mittelprächtigen Datenraten. SpaceX toleriert dabei den Bruch der Geheimhaltung.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Die Starlink-Satelliten werden von Raketen in großen Stapeln im Orbit ausgesetzt. (Bild: SpaceX)
Die Starlink-Satelliten werden von Raketen in großen Stapeln im Orbit ausgesetzt. Bild: SpaceX

SpaceX hat bereits zehn Ladungen von Starlink-Satelliten in den Orbit gebracht und somit reicht die Netzabdeckung für erste Tests. In den USA hat eine Reihe von Betatestern schon die Ufo-förmigen Starlink-Antennen erhalten, sie konnten damit die Internetverbindung testen. Einige Nutzer veröffentlichten ihre Testergebnisse auf Reddit(öffnet im neuen Fenster).

Die Downloadraten bewegten sich im Bereich von etwa 30 bis 60 MBit/s, bei einem Upload von 4 bis 15 MBit/s. Der Ping lag zwischen 20 ms und 40 ms, mit einzelnen Werten bis 94 ms. Kein Wert lag über der Grenze von 100 ms. Vor den Tests mussten die Nutzer allerdings einem Non-Disclosure Agreement zustimmen, wonach sie eigentlich nichts über ihre Versuche veröffentlichten durften.

Der Wert von 100 ms ist entscheidend. Denn die US-Funkregulierungsbehörde FCC wurde beauftragt, mit 16 Milliarden US-Dollar den Breitbandausbau in ländlichen Gegenden der USA(öffnet im neuen Fenster) zu fördern. Dabei wurde der Wert auf einen Ping unter 100 ms gelegt und Internetsatellitenverbindungen zunächst pauschal mit der Begründung ausgeschlossen, dass sie 100 ms nicht erreichen können.

Das stimmt tatsächlich für Kommunikationssatelliten im rund 36.000 km hohen Geostationären Orbit oder die O3b-Satelliten in einem mittelhohen Orbit(öffnet im neuen Fenster) von rund 8.000 km Höhe. Da Signale für einen Ping die Strecke zwischen Erde und Satellit viermal durchlaufen müssen, ist mit solchen Satelliten wegen der Lichtgeschwindigkeit von etwa 300.000 km/s bestenfalls ein Ping von 480 ms oder 107 ms erreichbar.

SpaceX toleriert Bruch der Geheimhaltung

Die Starlink-Satelliten befinden sich jedoch in nur rund 600 km hohen Orbits, was viel geringere Signallaufzeiten ermöglicht. Deshalb sind SpaceX, OneWeb, Telesat und andere Betreiber von niedrig fliegenden Satellitenkonstellationen im Streit mit der FCC, um ein Recht auf einen Anteil an den Subventionen zu erhalten.

Es kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass die bekanntgewordenen Geschwindigkeitstests objektiv und fair durchgeführt und publiziert wurden. Zumindest wird die Veröffentlichung von SpaceX trotz des Bruchs des Non-Disclosure Agreements toleriert, zum eigenen Vorteil. Es gibt aber auch keinen physikalischen Grund, der Latenzen unter 100 ms verhindern würde, insofern es nicht zu Verzögerungen bei der Signalübertragung kommt.

Die Datenraten liegen hingegen weit unter den ursprünglich angekündigten bis zu 1 GBit/s. Es muss sich zeigen, ob das an Einschränkungen während des Testbetriebs der Satelliten und Empfangsstationen liegt, oder ob die dafür nötige Technik erst in zukünftigen Generationen der Satelliten und Empfänger verbaut wird.


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