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SpaceX: Letzter Flug des Starship V2 verläuft erstmals reibungslos

Der erste richtige Fortschritt seit langem: Die zweite Testreihe des Starship Version 2 endet ohne ungeplante Explosionen oder größere Schäden.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Starship flog beim Flug 11 endlich wieder weitgehend problemlos. (Bild: SpaceX / Screenshot: Golem.de)
Starship flog beim Flug 11 endlich wieder weitgehend problemlos. Bild: SpaceX / Screenshot: Golem.de

Der letzte Flug von Starship Version 2(öffnet im neuen Fenster) ist am Dienstag kurz nach Mitternacht erfolgreich und ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Erstmals kam es in keiner Flugphase zu einer sichtbaren Explosion oder zu größeren Beschädigungen des Starship, auch nicht an den Steuerflächen beim Wiedereintritt. Zu Schäden kam es hauptsächlich an Stellen, an denen einige stark belastete Hitzeschutzkacheln mit Absicht nicht montiert wurden.

Der Flug war der erste größere Fortschritt des Starship-Programms seit Flug 6 mit Starship Version 1. Der insgesamt 11. Flug startete mit einem bereits geflogenen Booster, der bereits beim 8. Flug am 6. März 2025 zum Einsatz kam. Es konnten jedoch nur 24 von 33 Triebwerken wiederverwendet werden. Eines der Triebwerke versagte beim Wiederstart zur Rückkehr des Boosters, es startete jedoch problemlos beim Bremsmanöver vor der Landung.

Zum eigentlichen Landemanöver, das wieder im Meer stattfand, wurden diesmal fünf und nicht nur drei Triebwerke nicht abgeschaltet. Erst später wurde die Zahl laufender Triebwerke auf drei reduziert. So soll auch künftig Problemen beim Neustart von Triebwerken vorgebeugt werden.

Endlich ein sauberer Flug ohne große Fehlfunktionen

An Bord des Starship waren acht Attrappen in Form von Starlink-Satelliten, die nach dem Start im Weltall ausgesetzt wurden. Zu ihrem Gewicht gibt es keine offiziellen Angaben, so dass keine Aussage zur Nutzlast getroffen werden kann, acht echte Starlinks sollten 16 bis 20 Tonnen wiegen. Der Mechanismus zum Aussetzen der Satelliten wurde modifiziert, so dass diesmal keine der Attrappen an der Öffnung hängen blieb.

Während des Wiedereintritts bestätigte SpaceX außerdem, dass es beim letzten Flug zur Explosion von Treibstoffresten im Triebwerksabteil des Starships gekommen sei und Modifikationen zur Beseitigung des Problems durchgeführt worden seien. Das Hitzeschutzschild wurde für den Wiedereintritt modifiziert, und zwar nicht nur durch Weglassen einiger Kacheln zu Testzwecken, sondern auch durch ein Dichtungsmaterial zwischen den Kacheln.

Das Flugmanöver beim Wiedereintritt wurde ebenso verändert, indem S-förmige Kurven geflogen wurden. Dadurch kann das Starship durch höheren Luftwiderstand während des Manövers zusätzlich gezielt verlangsamt und der Landeort genauer angeflogen werden. Anders als beim letzten Flug landete das Starship senkrecht und ohne Restgeschwindigkeit, wenn auch offenbar wieder ohne Treibstoffreserven für die Simulation eines schwebenden Auffangmanövers am Landeturm.

Leistungsprobleme müssen gelöst werden

Es bleibt nun abzuwarten, wie groß die Leistungsreserven des neuen Starship in der Version 3 mit Raptor-3-Triebwerken und zusätzlichem Treibstoff sowohl im Starship als auch im vergrößerten Booster sein werden. SpaceX nennt 100 Tonnen Nutzlast, aber diese Angabe machte die Firma auch schon vor den ersten Flügen von Version 1 und Version 2. Bislang demonstrierte kein Starship eine Fähigkeit, Nutzlasten in nützliche Orbits zu tragen.

Die stark verlängerte Version 4 (die bei der Vorstellung von Starship Version 2 noch Version 3 genannt wurde) wird jedenfalls im Vergleich zu den alten Plänen, trotz gleich gebliebener Pläne, neun Triebwerke und 2.300 Tonnen Treibstoff zu verwenden, etwa 9 Meter kürzer sein.

Damit muss die Nutzlastverkleidung viel kleiner ausfallen, was auf eine stark reduzierte Nutzlast im Vergleich zu früheren Plänen hindeutet. Die eigentliche Nutzlastverkleidung wird somit kaum länger sein als die einer Falcon 9, wenn auch mit 9 statt 5,4 Metern Durchmesser.

Die Eignung des Starship für Flüge zum Mars und zum Mond hängt dabei von der Fähigkeit ab, im Orbit aufgetankt zu werden. Je kleiner die Nutzlast des Starship ausfällt, desto mehr Flüge werden zum Auftanken der immer größeren Treibstofftanks benötigt. SpaceX muss erst noch die schnelle und vollständige Wiederverwendung demonstrieren, was bisher weder mit dem Starship noch mit dem Booster gelang.


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