SpaceX: Drittes Starship nicht geplatzt und trotzdem kaputt

SpaceX macht Fortschritte beim Scheitern. Der Drucktest war wohl erfolgreich, aber beim Entleeren kollabierte der Sauerstofftank.

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Der blaue Tank, der in neueren Versionen des Starship der Sauerstofftank ist, wurde vom Gewicht des Methantanks zerdrückt.
Der blaue Tank, der in neueren Versionen des Starship der Sauerstofftank ist, wurde vom Gewicht des Methantanks zerdrückt. (Bild: SpaceX/bearbeiteter Screenshot (Golem.de))

Der dritte Prototyp des Spaceship von SpaceX ist nun auch kaputt. Diesmal scheint der Tank den Drucktest überstanden zu haben. Aber anschließend wurde er beim Ablassen des flüssigen Stickstoffs zerstört. Elon Musk sprach von einem möglichen Fehler in der Testkonfiguration, er will aber noch die Datenauswertung abwarten. Beim ersten Prototyp platzte der obere Deckel des Tanks. Beim zweiten Prototyp war der Schwachpunkt die Triebwerksmontierung am unteren Teil des Tanks.

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Nasaspaceflight.com veröffentlichte ein Video des fehlgeschlagenen Tests. Es zeigt, dass der oben liegende Methantank noch von Frost bedeckt und damit wohl gefüllt war, während der Sauerstofftank darunter schon entleert wurde. Anschließend knickte der Tank ein. Die Reihenfolge war für den Fehlschlag nicht entscheidend. Die Ursache war ein versehentlich offen gelassenes Ventil, wie Elon Musk am Sonntag bestätigte. Das Druckventilsystem sei neu und wurde falsch bedient. Die gute Nachricht sei, dass kein Entwurfs- oder Konstruktonsfehler zu dem Zwischenfall führte.

Sehr dünnwandige Tanks von Raketenstufen müssen nicht nur einen hohen Druck im Inneren aushalten können, der Druck ist auch notwendig, um den mit mehreren Tausend Tonnen Treibstoff gefüllten Tank zu stabilisieren. Ein ähnliches Prinzip wurde bereits bei den älteren amerikanischen Atlas-Raketen und der Centaur-Oberstufe angewandt. Wie in einem bekannten Video des Kollapses einer Atlas-Agena-Rakete im Jahr 1963 ging wohl auch beim Starship der Druck vor dem Kollaps des Tanks verloren.

Der Drucktest mit flüssigem Stickstoff soll mit einer Temperatur von -195 Grad Celsius die Bedingungen eines mit flüssigem Sauerstoff und Methan gefüllten Tanks simulieren. Am Tag zuvor wurde der Prototyp bereits erfolgreich bei Umgebungstemperatur getestet. Der zweite Test verzögerte sich um mehrere Stunden, nachdem bei einem ersten Versuch einige Ventile des Teststandes durch die niedrigen Temperaturen undicht geworden waren.

Die Zerstörung des dritten Starship-Prototypen ist ein weiterer Rückschlag für das Programm. Allerdings scheint SpaceX die Schwächen im Aufbau und der Struktur des millimeterdünnen Stahlblechtanks erfolgreich beseitigt zu haben. In dem Prototypen waren bereits die notwendigen Landebeine für den ersten Flugtest auf 150 Meter Höhe installiert. Auf Steuerflächen und Nasenspitze wurde für dieses Flugprogramm verzichtet. Das Programm wird nun frühestens vom vierten Starship-Prototypen durchgeführt werden, der schon vor dem Test im Bau war.

Der Test fand trotz der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 statt. Allerdings gibt es in Texas, wo der Test stattfand, keinen so strengen Shutdown wie in vielen europäischen Ländern. Während Arbeiten allgemein möglichst ins Homeoffice verlegt werden sollen, gelten für sogenannte essenzielle kritische Infrastrukturen und Dienstleistungen weitreichende Ausnahmen.

Nachtrag vom 5. April 2020, 13:07 Uhr

Elon Musk bestätigte den Druckverlust im unteren Tank. Dieser Tank ist, entgegen der veralteten Abbildung im Artikelbild, der Sauerstofftank und nicht der Methantank. Der Fehler wurde im Artikel korrigiert.

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