SpaceX: Die Raumfahrt ist im 21. Jahrhundert angekommen

Das Crew-Dragon-Raumschiff von SpaceX ist gestartet und hat einen Namen bekommen. Golem.de verfolgt den Rest der Reise zur ISS.

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Der Blick in das moderne Cockpit des Dragon während des Flugs im Weltall.
Der Blick in das moderne Cockpit des Dragon während des Flugs im Weltall. (Bild: SpaceX / Screenshot (Golem.de))

Das Wetter kann SpaceX nicht steuern, Raumschiffe und Raketen hingegen schon. Beim zweiten Versuch sind am 30. Mai 2020 um 21:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit die ersten Astronauten an Bord eines US-amerikanischen Raumschiffs gestartet, seit das Spaceshuttle vor fast neun Jahren zum letzten Mal flog. Erst sieben Minuten vor dem Start war das Wetter im grünen Bereich, dann aber hob die Falcon-9-Rakete mit dem Crew Dragon namens Endeavour pünktlich ab.

Inhalt:
  1. SpaceX: Die Raumfahrt ist im 21. Jahrhundert angekommen
  2. Vergleich von Spaceshuttle und Falcon 9 mit Crew Dragon

Die Astronauten wählten diesen Namen für Kapsel 206, weil sowohl Douglas Hurley als auch Bob Behnken ihren ersten Flug ins All an Bord der Raumfähre Endeavour unternahmen. Der Start war pünktlich und verlief problemlos. Auch alle notwendigen Manöver des Raumschiffs zur Angleichung des Orbits an den der Internationalen Raumstation (ISS) gelangen.

Nach der Ankunft im Orbit entledigten sich die Astronauten ihrer neuen Druckanzüge und übernahmen anschließend erfolgreich die manuelle Kontrolle über das Raumschiff, um die neue Steuerungskontrolle mit Touchscreens einem praktischen Test zu unterziehen. Dabei befanden sie sich noch in einem niedrigen Orbit rund 200 Kilometer unterhalb der ISS.

Nach einer Essenspause passten sie den Orbit durch zwei Manöver auf die Höhe der Raumstation an. Es folgten eine kurze Pressekonferenz mit einem Rundgang durch das Raumschiff, eine medizinische Besprechung mit dem Flugarzt und der Beginn der Nachtruhe.

Endlich ein modernes Raumschiff

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Der Crew Dragon wurde mit dem Flug zum ersten Raumschiff des 21. Jahrhunderts, das im praktischen Einsatz ist. Die Unterschiede zu denen des 20. Jahrhunderts sind deutlich. Die erste Raketenstufe landete sanft auf dem Drohnenschiff mit dem Namen Of Course I Still Love You.

Ein Startabbruchsystem für den Notfall ist im Raumschiff integriert. Der autonome Flug ist der Normalfall. Die Instrumentierung besteht aus Flachbildschirmen und einer Leiste von Knöpfen, die den direkten Zugriff auf wichtige Funktionen wie den manuellen Auswurf der Fallschirme ermöglichen.

Die Instrumente lassen der Crew in der Kapsel mit ihrem Volumen von 9,3 Kubikmetern vergleichsweise viel Raum für Bewegung. Der dürfte bei einer Besatzung mit mehr als zwei Crewmitgliedern allerdings etwas knapper werden - auf regulären Flügen für die Nasa sollen vier Menschen in der Kapsel zu ISS fliegen. Wirklich eng wird es aber, wenn einmal das theoretische Maximum von sieben Plätzen belegt werden sollte. Immerhin ist die Flugdauer bis zur geräumigeren Raumstation mit unter einem Tag nur kurz.

Der gesamte Flug wird 19 Stunden dauern. Die Ankunft an der ISS wird für Sonntag, 16:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwartet. Der Flug wird komplett live von SpaceX übertragen, ebenso von Nasa TV.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 12:34 Uhr

Endeavour ist 7,5 km von der ISS entfernt in Stellung gegangen. Um 12:45 Uhr folgt ein Medienevent mit den Astronauten an Bord. Später folgt eine weitere Annäherung bis auf 400 m, was noch außerhalb des innersten Sicherheitsbereichs von 200 m um die ISS herum liegt. Bislang ist der Zeitplan durchgängig eingehalten worden, teilweise überpünktlich. Das Andockmanöver könnte demzufolge auch vor 16:29 Uhr stattfinden.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 13:01 Uhr

In ihrem zweiten Pressestatement lobten die Astronauten den angenehmeren Schlaf an Bord von Dragon Endeavour im Vergleich zum Spaceshuttle Endeavour. Er sei leiser und habe eine bessere Umweltkontrolle, die das Entstehen einzelner Taschen mit höherer CO2-Konzentration besser verhindere. Die manuelle Flugkontrolle verhalte sich exakt so, wie es im Simulator geprobt worden sei. Nur der Start mit der Rakete habe sich anders angefühlt als in der Simulation, was aber unvermeidbar sei.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 13:39 Uhr

Im Kommentarforum zu diesem Artikel kam die Frage nach einem Vergleich des Dragon und der Falcon 9 mit dem Spaceshuttle auf, die auf der nächsten Seite beantwortet wird.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 14:21 Uhr

Endeavour ist auf dem Weg zur ISS. Die Crew zieht die Druckanzüge an. Die Astronauten werden darin auch ein weiteres manuelles Manöver zu Testzwecken in der Nähe der ISS durchführen. Diesmal wird sich das Manöver viel näher an der Situation in der Webbrowser-Simulation abspielen. Allerdings wird das eigentliche Andockmanöver nach diesem Systemtest vollautomatisch beendet.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 15:43 Uhr

Endeavour hat die Nähe der ISS erreicht. Die Piloten führen noch die letzten manuellen Flugtests durch, bevor sie zum Dockingmanöver übergehen.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 16:12 Uhr

Das manuelle Flugmanöver wurde erfolgreich abgeschlossen. Behnken scherzte, er habe Hurleys Arm nur zwei oder drei Minuten lang verdrehen müssen, bis er die manuelle Kontrolle freigegeben habe. Die Kontrollen hätten gut funktioniert und sehr direkt angesprochen, nur die Y-Achse habe ein wenig träger reagiert als erwartet. Inzwischen hat der Anflug zur ISS begonnen.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 16:20 Uhr

Endeavor hat um 16:17 Uhr mitteleuropäischer Zeit an die Internationale Raumstation angedockt, 12 Minuten vor dem Zeitplan. Nun wird noch eine feste Verbindung mit der Luftschleuse hergestellt.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 16:39 Uhr

Das Dockingmanöver wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Astronauten an Bord von Endeavour bedankten sich bei der Nasa und SpaceX für deren Arbeit. Die Astronauten der ISS meldeten sich mit einem Glockenschlag bei der Crew und hießen sie willkommen. Auch die Bodenkontrolle von SpaceX bedankte sich bei der Crew. Nun ziehen die Astronauten ihre Druckanzüge aus, mit der Anweisung, die Reißverschlüsse nochmals genau zu überprüfen. Die Daten zeigten ein leichtes Leck, das jedoch nicht die Sicherheit gefährdete.

Nachtrag vom 31. Mai 2020, 19:05 Uhr

Um 19:02 Uhr mitteleuropäischer Zeit öffneten die Astronauten die letzte Luftschleuse zwischen Endeavour und der ISS. Zuvor gab es Probleme, eine zuverlässige direkte Sprechverbindung zwischen dem Raumschiff und der Raumstation herzustellen, ohne den Umweg über die Funkverbindung.

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Vergleich von Spaceshuttle und Falcon 9 mit Crew Dragon 
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smonkey 12. Jun 2020

Das habe ich so ehrlicherweise aber auch nie geschrieben. Und auch nicht gemeint. Ich...

yumiko 02. Jun 2020

Genau! Deshalb sind die ja auch imer mit den amerikanischen Sojus zur ISS oder so! Das...

Wlad 02. Jun 2020

Nur die Tatsache, die Astronauten wie Komikfiguren und die Rakete als ein Riesendildo...

jankapunkt 02. Jun 2020

-> twitter / jason_mayes / status / 1267227834096861184 Als JS enthusiast ist das für...

thinksimple 01. Jun 2020

Vielleicht hätte man dann mehr "entdeckt". ;)


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