SpaceX' Börsengang: Starlink-Phone und weltweites Mobilfunknetz geplant

Mit dem geplanten Börsengang von SpaceX in diesem Jahr will man mit Starlink in neuen Bereichen Profite erwirtschaften. Wie die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) von drei Insidern erfahren hat, ist ein Starlink-Phone, der direkte Internetzugang mit Smartphones (Direct-To-Device) und ein Weltraum-Tracking-Dienst in der Planung.
Starlink ist die wichtigste Profitquelle für SpaceX. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von rund 8 Milliarden US-Dollar, bei einem Umsatz von 15 bis 16 Milliarden US-Dollar, wie zwei mit den Unternehmensergebnissen vertraute Personen Reuters mitteilten. Starlink trug 50 bis 80 Prozent dazu bei und hat weltweit derzeit rund 9,2 bis 9,5 Millionen aktive Kunden für sein Satelliteninternet.
Neben seiner Internetversorgung mit seiner Starlink-Satellitenschüssel bietet das Unternehmen mit Evolved-Node-B-Modems in vielen seiner Satelliten ein direktes D2D-Netz für Smartphones.
Lizenzen auf nationaler Ebene für jedes einzelne Land
SpaceX und Starlink haben mit dem Erwerb des 17-Milliarden-Dollar-Frequenzpakets von Echostar und den Modems ganz neue Möglichkeiten für das D2D-Netz und wollen auch im Ausland Mobilfunk aus dem All anbieten. Im Mittelpunkt des Kaufs stand das AWS-4-Frequenzband bei 2.000-2.020 MHz und 2.180-2.200 MHz, das als wichtigster Bereich für D2D-Dienste gilt. Aber man "braucht trotzdem noch Lizenzen auf nationaler Ebene und zwar für jedes Land separat" , sagte Satellitenexperte Christian von der Ropp im Gespräch mit Golem. In den USA stellt T-Mobile US seine Frequenzbereiche dafür zur Verfügung.
Starlink hat sich innerhalb von sechs Jahren zu einem LEO-Netzwerk mit 9.500 Satelliten entwickelt. Doch nur rund 650 der Starlink-Satelliten wurden mit dem Mobilfunkmodem gebaut. Ziel sei es, so Musk am 2. Februar 2026 in einem Blogbeitrag von SpaceX, "langfristig überall auf der Erde Mobilfunkabdeckung zu bieten" .
SpaceX hatte im Oktober 2025 die Marke Starlink Mobile angemeldet. Und in diesem Jahr sicherte sich das Unternehmen Patente für Stargaze, was die Fähigkeit von Starlink verbessern soll, sich mit kleinen und beweglichen Geräten an Land als verteiltes Sensor-Netzwerk zu verbinden.
Musks Ego und Apples Macht
Hintergrund eines möglichen Starlink-Smartphones(öffnet im neuen Fenster) ist der seit Jahren wachsende Druck von Elon Musk auf Apple, die Zusammenarbeit deutlich zu vertiefen, sagte von der Ropp. "Zum einen soll Apple das D2D von Starlink tief ins iPhone integrieren. Neben der Software sollen insbesondere auch Starlinks für Nordamerika geschaffenes neues 5G-NTN-Frequenzband n252 vom iPhone 18 unterstützt werden. Zum anderen besteht aber auch Interesse am Frequenzspektrum von Globalstar, das für satellitengestützte Mobilfunkdienste besonders wertvoll ist, da es seit einem Viertel Jahrhundert in Verwendung ist und Globalstar nahezu weltweit Marktzugang genießt."
Apple nehme 85 Prozent der Netzkapazität von Globalstars weltweitem Satellitennetz ab und finanziert mit 1,5 Milliarden US-Dollar zusätzlich eine neue Satellitenflotte für Globalstar.
Von der Ropp sagte: "Darüber hinaus ist Apple mit 20 Prozent an der ausgegründeten Tochtergesellschaft Globalstar Licensee LLC beteiligt, die die Frequenznutzungsrechte von Globalstar hält. Letztlich verfügt Apple auch noch über ein Vorkaufsrecht auf die Aktien des Großaktionärs James Monroe III, der über verschiedene Beteiligungsvehikel 44,52 Prozent an Globalstar hält. Es liegt also auf der Hand, dass Globalstar ohne Apples Segen keinen Schritt weit gehen kann."
Laut Berichten aus dem vergangenen Jahr unterbreitete Elon Musks SpaceX Apple im Sommer 2022 ein spektakuläres Angebot: Für eine Summe von rund fünf Milliarden US-Dollar sollte Apple die satellitengestützte Direct-to-Device-Technologie von Starlink exklusiv in das iPhone integrieren, mit einer 72-Stunden-Frist zur Entscheidung. Dieses Ultimatum, das Musk angeblich im direkten Austausch mit Apple-CEO Tim Cook stellte, lehnte dieser ab und baute stattdessen seine eigene auf Globalstar gestützte Satellitenstrategie aus – insbesondere für Notfall-SOS-Funktionen und andere iPhone-Dienste.
Seitdem habe Musk wiederholt Andeutungen gemacht, ein eigenes Smartphone auf den Markt zu bringen oder Apple auf anderen Feldern herauszufordern, was laut von der Ropp eine offene Drohung darstellt und Apple zu Zugeständnissen in der Satelliten- und Frequenzdiskussion erzwingen solle.



