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Wieder Triebwerksausfälle und Explosionen

Während die Stufentrennung gelang und das Starship erfolgreich weiterflog, explodierte die Super Heavy kurze Zeit später. Vor der Trennung wurden alle Triebwerke außer den drei innersten abgeschaltet. Nach der Trennung wurden die zehn Triebwerke des inneren Rings wieder gezündet und die Super Heavy um 180 Grad gedreht. Aber ein Triebwerk zündete nicht und nur Sekunden später fielen drei weitere benachbarte Triebwerke aus, zwei Triebwerke im inneren Ring und eines der drei zentralen Triebwerke.

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Die Raketenstufe geriet ins Taumeln und explodierte anschließend spektakulär nach dem Ausfall weiterer Triebwerke. Während der restlichen Übertragung des Starts, die SpaceX nur noch über die eigene Webseite unter Nutzung der ehemaligen Twitter-Plattform X überträgt, fielen immer wieder Trümmerteile der Super Heavy durch das Bild. Alle Aufnahmen wurden von Kameras am Boden aufgenommen, Kameraaufnahmen von Bord des Starship gab es nicht, was es schwierig macht, eine Ursache für die spätere Sprengung des Starship zu erkennen. Lange Zeit schien dessen Flug wie geplant zu verlaufen.

Die angezeigte Telemetrie zum Füllstand der Methan- und Sauerstofftanks gibt einen möglichen Hinweis, da der Sauerstofftank am Ende deutlich weniger Restinhalt als der Methantank hatte, nachdem zuvor während des Fluges etwas mehr Methan als Sauerstoff verbraucht wurde. Außerdem fielen gegen Ende des Fluges im Weltall, in einer Höhe von 140 km, mehrere helle Wolken auf, die sich vom Starship entfernten. Das deutet auf ein mögliches Leck am Sauerstofftank oder an den Triebwerken hin, die bis heute nie im Vakuum gezündet oder geflogen wurden.

Ähnlich erfolgreich wie die Falcon 1 vor 15 Jahren

SpaceX wird nun die Ursachen für die ausgefallenen Triebwerke der Super Heavy, den Zustand des Tanks nach der Trennung und die Sprengung des Starship klären müssen. Insgesamt ist das Ergebnis des Flugs vergleichbar mit dem zweiten Flug der Falcon 1 vor 15 Jahren. Dort gab es Probleme mit der Stufentrennung und die zweite Stufe geriet wegen einer schlechten Tankkonstruktion ins Taumeln, weshalb sie den Orbit nicht erreichte.

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Anders als bei der Falcon 1 ist SpaceX diesmal aber deutlich weiter von einer erfolgreichen Mission entfernt. Das Starship muss dafür nicht nur den Orbit erreichen, sondern auch den Wiedereintritt überstehen und später auch das kritische Docking- und Auftankmanöver im Orbit demonstrieren, das für alle geplanten und erhofften Flüge zu Mond und Mars unabdingbar ist. Allerdings hat SpaceX zurzeit keine Zahlungsprobleme wie in der Frühzeit des Raketenprogramms.

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