SpaceX-Absturz: "An der Landung müssen wir noch ein wenig arbeiten"

Auch Starship SN-09 ist bei der Landung explodiert. Ein Triebwerk zündete nicht. Der Prototyp SN-10 steht schon bereit.

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Das Starship beim Landeanflug: Das linke Triebwerke zündete nicht richtig.
Das Starship beim Landeanflug: Das linke Triebwerke zündete nicht richtig. (Bild: SpaceX / Screenshot (Golem.de))

Ein weiterer Testflug des neuen Starship-Prototyps ist gescheitert. Der neunte Starship-Prototyp SN-09 flog auf eine Höhe von 10 km, fiel kontrolliert im waagerechten Flug zurück zur Erde und explodierte bei der Landung. Wie beim ersten Flug mit SN-08 im Dezember 2020 lief bis kurz vor der Landung alles wie geplant. Aber dann versagte eines von zwei für die Landung notwendigen Triebwerke schon bei der Zündung. Starship SN-09 fiel mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 km/h auf die Erde und explodierte.

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Während SpaceX nochmals den kontrollierten Aufstieg und den Rückflug zur Erde demonstrieren konnte, war der Flug insgesamt weniger erfolgreich als der von SN-08, bei dem nur ein zu niedriger Druck im Treibstofftank eine erfolgreiche Landung verhinderte. Kommentator und Integrationsingenieur John Insprucker sagte nach der Explosion: "An der Landung müssen wir noch ein wenig arbeiten."

Starship SN-10 steht schon bereit. Es befand sich bei der missglückten Landung aber nur wenige hundert Meter entfernt von der Explosion, zu möglichen Schäden ist noch nichts bekannt.

Starship erinnert an Landeversuche der Falcon 9

Zu Testzwecken wurden an Starship SN-09 einige Hitzeschutzkacheln montiert. An der Hülle von SN-10 befinden sich noch mehr davon. Sie sollen später den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ermöglichen, ohne dass die dünne Stahlhülle des Starship zu schmelzen anfängt.

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Die fehlgeschlagenen Landungen des Starship erinnern an die Entwicklung der Wiederverwendung der Falcon 9, bei der viele Raketenstufen in den letzten Sekunden aus einer Vielzahl von Gründen die Kontrolle verloren. Nach der ersten erfolgreichen Landung auf dem Drohnenschiff folgten drei missglückte Schiffslandungen der Falcon 9 und ein Absturz beim Anflug auf die Landeplattform auf festem Land in Florida.

Genehmigungsprobleme verzögerten den Start

Vor dem Testflug gab es Probleme mit der Genehmigung des Fluges durch die US-Flugaufsichtsbehörde FAA, die sowohl für Luft- als auch für Raumfahrt zuständig ist. SpaceX-Chef Elon Musk beklagte sich auf Twitter über die Verzögerungen bei der Genehmigung und kritisierte die Regulierungsstruktur des für Raumfahrt verantwortlichen Teils der FAA. Laut der Behörde überschritt SpaceX beim Flug von SN-08 im Dezember 2020 trotz des im Umkreis von 4 km evakuierten Testgeländes das "maximale erlaubte öffentliche Risiko laut den Bundesvorschriften".

Allerdings weigerte sich die Behörde, zu erläutern, worin diese Überschreitung bestanden habe. SpaceX wurde in der Vergangenheit von US-Behörden mehrfach benachteiligt. So klagte das Unternehmen 2014 erfolgreich dagegen, bei der Vergabe von Startverträgen für das US-Militär übergangen worden zu sein. 2019 ging SpaceX rechtlich gegen die Vergabepolitik von Entwicklungsgeldern für Trägerraketen für das US-Militär vor.

2020 erhielt Blue Origin für die Entwicklung eines Mondlanders mehr Geld als die beiden Konkurrenzvorschläge von Dynetics und SpaceX zusammen, obwohl der Blue-Origin-Vorschlag von der Nasa am schlechtesten bewertet worden war.

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2018 forderte die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) eine eigentlich für Erdbeobachtungssatelliten eingeführte Lizenz für die Übertragung von Livestream-Bildern bei Raketenstarts im Weltall, nachdem diese Regelung bei 50 früheren Flügen der Falcon 9 keine Rolle gespielt hatte. Angeblich sei der Behörde die fehlende Lizenz erst beim Livestream des Starts der Falcon Heavy mit Musks Roadster aufgefallen.

Diese Hintergründe, zusammen mit der Weigerung der FAA, weitere Details zu nennen, dürften zu der harschen Reaktion Musks einerseits und mehreren Vorwürfen gegenüber SpaceX andererseits geführt haben. Eine objektive Beurteilung der Lage war schwierig. Erst in der Nacht zu Mittwoch wurde dazu schließlich ein Statement veröffentlicht.

Demnach zeigte SpaceX vor dem Flug nicht, dass von der Druckwelle einer möglichen Explosion des Starship keine Gefährdung der Öffentlichkeit im Fernfeld ausgehe. Die Ergebnisse der Berechnungen wurden eingereicht, was die Behörde als Implementierung der notwendigen Verbesserungen bezeichnete.

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