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Spacemit K3: Erster RVA23-RISC-V-Chip mit Ubuntu-Support ist da

Ubuntu unterstützt künftig nur noch CPUs mit RVA23-Profil. Acht der 16 Kerne von Spacemits neuer CPU unterstützen es, die anderen sind für KI.
/ Johannes Hiltscher
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Spacemit K3 auf Milkvs Jupiter2 Dev Kit (Bild: Milkv)
Spacemit K3 auf Milkvs Jupiter2 Dev Kit Bild: Milkv
Inhalt
  1. Spacemit K3: Erster RVA23-RISC-V-Chip mit Ubuntu-Support ist da
  2. Umfangreiche Schnittstellen, Verfügbarkeit

Die Nachricht hatte für Verunsicherung gesorgt: Ubuntu unterstützt seit Release 25.10(öffnet im neuen Fenster) (Questing Quokka) nur noch RISC-V-Prozessoren, die das RVA23-Profil (PDF)(öffnet im neuen Fenster) implementieren. Das ist für Besitzer älterer Boards frustrierend, aus Sicht eines Betreibers einer Distribution aber nachvollziehbar. Denn mit RVA23 sind Vektoreinheit und Hypervisor verpflichtend, wodurch für verschiedene Systems-on-Chip (SoCs) nur noch ein Image und ein Satz an Paketen gepflegt werden muss.

Mit dem kürzlich vorgestellten SoC Keystone K3(öffnet im neuen Fenster) des chinesischen Entwicklers Spacemit ist nun ein Chip verfügbar, den Ubuntu offiziell mit dem kommenden Release 26.04 unterstützen wird(öffnet im neuen Fenster) . Für den Vorgänger K1 (Test, g+ ) wird weiter das Long-Term-Support-Release 24.04 gepflegt. Der K3 soll im Vergleich zum eher schwachen K1 deutlich mehr Leistung bringen, die acht verbauten X100-Kerne ordnet Entwickler Spacemit auf dem Niveau von ARMs Cortex-A76 ein, die etwa im SoC des Raspberry Pi 5 (Test) stecken.

Laut Produktbeschreibung (PDF)(öffnet im neuen Fenster) sind jeweils vier X100-Kerne zu einem Cluster gruppiert. Über den 4 MByte großen L2-Cache sind sie an den internen Bus angebunden, jedem Kern stehen 64 kByte große L1-Caches für Befehle und Daten zur Verfügung. Pro Takt kann die Out-of-Order-Architektur vier Befehle zur Ausführung bringen (4-wide, Erläuterung, g+ ). Das SoC kann über einen 64 Bit breiten Bus bis zu 32 GByte LPDDR4x- oder LPDDR5-Speicher mit 4.266 oder 6.400 MT/s anbinden.

Acht weitere Kerne für KI

Interessant am K3 ist auch die KI-Einheit: Sie ist über ebenfalls acht A100 genannte RISC-V-Kerne umgesetzt. Ihnen fehlt die Hypervisor-Erweiterung, sie sollen lediglich zwei Befehle pro Takt zur Ausführung bringen können und mit 2,1 GHz takten(öffnet im neuen Fenster) .

Dafür verfügen sie allerdings über eine 1.024 Bit breite RVV-1.0-Vektoreinheit, die mit 4- und 8-Bit-Integer (Int4/8) sowie 8- und 16-Bit-Gleitkommatypen (FP8, FP16, BF16) typische KI-Datentypen unterstützt. Zwei Kerne teilen sich laut Blockdiagramm eine nicht genauer erläuterte AI-Einheit. Was genau die macht, ist unklar, wir vermuten eine Matrix-Recheneinheit, da die Vektoreinheit nicht auf die genannte Leistung kommt.

Spacemit gibt für die KI-Kerne eine Rechenleistung von insgesamt 60 TOPS an, mutmaßlich mit Int4. Die L1-Caches der A100-Kerne fassen lediglich 32 kByte, sie sind ebenfalls zu viert in einem Cluster gruppiert. Dessen L2-Cache fasst allerdings nur 1 MByte, dazu gibt es 1,5 MByte anwendungsverwalteten SRAM als Tightly Coupled Memory (TCM). Zusätzlich sind zwei echtzeitfähige Mikrocontroller-Kerne verbaut.

Auch die Schnittstellenausstattung kann sich sehen lassen.


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