Abo
  • Services:

Spaceliner: Raketenflugzeug soll in 1,5 Stunden nach Australien fliegen

Mit Hyperschallgeschwindigkeit nach Australien gleiten: Das DLR entwickelt ein Raketenflugzeug für Interkontinentalflüge. Es soll Australien in rund 90 Minuten erreichen. Bis das Flugzeug einsatzbereit ist, wird es aber noch einige Jahrzehnte dauern.

Artikel veröffentlicht am ,
Spaceliner: 2,5 g Beschleunigung
Spaceliner: 2,5 g Beschleunigung (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

90 Minuten von Europa nach Australien - das soll ein Hyperschallflieger ermöglichen, an dem Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen arbeiten. Spaceliner heißt das Flugzeug, das Mitte des Jahrhunderts Passagiere in kurzer Zeit von einem Kontinent auf einen anderen transportieren soll.

  • Zukunftsmusik: Modell des Spaceliners auf der Ila 2012 in Berlin (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Flugzeug wird von Rakentriebwerken angetrieben. Als Brennstoff dienen Wasserstoff und Sauerstoff in flüssiger Form. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Mitte des Jahrhunderts könnte der Spaceliner Passagiere in 90 Minuten von Europa nach Australien bringen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Passageire sitzen in einer eigenen Kapsel, die in das Flugzeug gehoben wird. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Zukunftsmusik: Modell des Spaceliners auf der Ila 2012 in Berlin (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. andagon Holding GmbH, Köln
  2. BWI GmbH, München, Nürnberg

Der Spaceliner sei als schnelles interkontinentales Transportmittel gedacht, sagte Martin Sippel, Leiter der Abteilung Systemanalyse Raumtransport (SART) beim DLR, im Gespräch mit Golem.de. Er soll die Strecke von Europa nach Australien in etwa anderthalb Stunden absolvieren. Ein Flug nach San Francisco oder nach Schanghai würde etwa eine Stunde dauern.

Das Konzept, das im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes Future High-Altitude High Speed Transport 20XX (Fast20XX) entwickelt wird, ähnelt dem des Spaceshuttles: Wie die im vergangenen Jahr stillgelegten US-Raumfähren soll auch der Spaceliner senkrecht von einer Rampe aus starten und waagerecht auf einer Landebahn aufsetzen.

Wasserstoff und Sauerstoff

Der Spaceliner soll etwa 66 Meter lang sein, seine Deltaflügel werden an der breitesten Stelle eine Spannweite von 33 Metern haben. Angetrieben wird er von zwei eigenen Raketentriebwerken. Zum Start wird er zudem mit einem Zusatztriebwerk ausgestattet, das nach dem Ausbrennen abgetrennt wird. Es hat Flügel und gleitet zur Erde zurück, ist also wiederverwendbar. Wie das Spaceshuttle soll auch der Spaceliner mit Wasserstoff und Sauerstoff fliegen.

Für ein solches Projekt müsse eine eigene Infrastruktur eingerichtet werden, sagt Sippel: Für den Start werden Raketenstartplätze gebraucht. Diese müssten auch in einem größeren Abstand zu bewohntem Gebiet errichtet werden, da die Raketentriebwerke lauter sind als normale Strahltriebwerke. Der Startplatz müsse zudem so gelegen sein, dass sich die Flugbahn nicht über bewohntem Gebiet befinde.

Eigene Passagierkapsel

Die rund 50 Passagiere haben zuvor in einer eigenen Kapsel Platz genommen. Vorteil des modularen Konzepts: Die Passagiere steigen wie in ein konventionelles Flugzeug ein. Erst dann wird die Kapsel in die Senkrechte gedreht und in den Spaceliner gehoben. Zudem dient es der Sicherheit: In einem Notfall kann die Kapsel zudem abgesprengt werden.

Etwa acht Minuten braucht das Raketenflugzeug, um in eine Höhe von 65 bis 70 Kilometern aufzusteigen. Die Beschleunigung werde bei etwa 2,5 g liegen. Das sei in einem bequemen Sitz ohne weiteres auszuhalten. "Im Prinzip ist das machbar. Jede Achterbahn ist extremer", sagt Sippel augenzwinkernd - zumal die Kraft anders als bei dem Fahrgeschäft ja nur in eine Richtung wirkt.

Gleitflug mit Hyperschall

Dann werden die Triebwerke abgeschaltet. Den Rest der Strecke absolviert der Spaceliner dann im Gleitflug mit Hyperschallgeschwindigkeit. Der Überschallknall werde wegen der großen Flughöhe ein deutlich geringeres Problem darstellen als etwa bei der Concorde.

Landen könnte der Spaceliner prinzipiell auf einem herkömmlichen Flugplatz. Allerdings könnte es schwierig sein, den Gleiter in den Betrieb zu integrieren, so dass ein eigener Landeplatz wahrscheinlicher sei. Allerdings ist das alles noch Zukunftsmusik: Sippel schätzt, dass noch mindestens 30 bis 35 Jahre vergehen werden, bis der Spaceliner fliegen wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 211,71€ für Prime-Mitglieder
  2. (u. a. WD 8 TB externe Festplatte USB 3.0 149,99€)

itse 01. Mär 2019

hochprofitable deals und aktionfusionen werden bestimmt nicht über nicht abhörsichere...

itse 01. Mär 2019

ja, das ist auch das ziel des ganzen. als passagierjets dann günstiger subventionierbar...

itse 01. Mär 2019

so ein airbus alu-vogel zerreist sich in beim ersten zünden der hyperschalltriebwerke...

DASPRiD 07. Nov 2012

Eigentlich nicht, das papierlose Büro gibt es nach wie vor nicht, dank der...

Ach 12. Sep 2012

Dann ist doch alles gut. Warum keinen Spaß haben? Wozu Energie sparen wenn sie denn in 50...


Folgen Sie uns
       


Der Mars-Maulwurf des DLR erklärt

Ulrich Köhler vom DLR erläutert die Funktionsweise des Mars-Maulwurfes.

Der Mars-Maulwurf des DLR erklärt Video aufrufen
Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. EC2 G4 AWS nutzt Nvidias Tesla T4 für Inferencing-Cloud
  2. Zotac Geforce GTX 1660 Ti im Test Gute 1440p-Karte für unter 300 Euro
  3. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX

Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  2. EU-Urheberrecht Die verdorbene Reform
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
Tom Clancy's The Division 2 im Test
Richtig guter Loot-Shooter

Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.
Von Jan Bojaryn

  1. Netztest Connect Netztest urteilt trotz Funklöchern zweimal sehr gut
  2. Netztest Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern

    •  /