SpaceIL: Israelischer Mondlander ist unterwegs

Zusammen mit einem Satelliten ist Israels erster Mondlander an Bord einer Falcon-9-Rakete gestartet. Bisher verläuft die prestigeträchtige Mission nach Plan.

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Beresheet wird auf dem Mond landen, aber bald überhitzen
Beresheet wird auf dem Mond landen, aber bald überhitzen (Bild: Oshratsl)

Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist in der Nacht zu Freitag um 2.31 Uhr in Florida eine Falcon-9-Rakete gestartet. Es war der dritte Flug der Raketenstufe B1048, die im Juli 2018 zehn Iridium Satelliten und im Oktober den Nachrichtensatelliten Saocom 1A startete. Beim aktuellen Flug war neben einem weiteren Satelliten eine besondere Nutzlast mit an Bord: der Mondlander Beresheet (deutsch: Schöpfung) der israelischen Nonprofit-Organisation SpaceIL. Es ist nach Chang'e 4 der zweite Mondlander in diesem Jahr, weitere sollen folgen.

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SpaceIL gehörte zu den Mitbewerbern um den mit zehn Millionen US-Dollar dotierten Google-Lunar-X-Prize, dessen Wettbewerb im vergangenen Jahr ohne Gewinner beendet wurde. Um die Mission durchführen zu können, sammelte SpaceIL Spendengelder von rund 100 Millionen US-Dollar ein. Das Resultat war ein 585 kg schwerer Mondlander, der zusammen mit dem indonesischen Satelliten Nusantara Satu in einem Übergangsorbit für Nachrichtensatelliten ausgesetzt wurde.

In den nächsten zwei Monaten wird Beresheet mit Hilfe der rund 400 kg Treibstoff an Bord eine Reihe von Manövern zum Anheben der Flugbahn durchführen. Um möglichst effizient mit dem Treibstoff umzugehen, werden die Triebwerke dabei nur in Erdnähe gezündet, um den Oberth-Effekt auszunutzen. Da Raketentriebwerke die Geschwindigkeit um einen festen Betrag erhöhen, kann ein Raumschiff mehr kinetische Energie gewinnen, wenn es die Triebwerke bei besonders hoher Geschwindigkeit einsetzt, etwa wenn sich das Raumschiff auf einer elliptischen Bahn in Erdnähe befindet.

Der Lander wird auf dem Mond überhitzen

Letztlich wird der höchste Punkt der Flugbahn so hoch sein, dass Beresheet von der Schwerkraft des Mondes beim Vorbeiflug eingefangen wird und die Vorbereitungen zur Landung beginnen können. Dann soll der nur noch 150 kg schwere Lander auf der Oberfläche aufsetzen. Mit an Bord sind ein Spiegel zur Entfernungsbestimmung mit Laserstrahlen von der Erde und ein Magnetometer zur Messung der Stärke und Richtung des lokalen Magnetfeldes. Hinzu kommen Kameras und eine Reihe von Datenträgern als Zeitkapsel.

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Die Landestelle befindet sich im Mare Serenatis, einer der dunklen Lavaebenen des Mondes, nordwestlich des Mare Traquillatis, auf dem Apollo 11 landete. Nach einer Flugdauer von über zwei Monaten im freien Weltall wird Beresheet selbst bei einer erfolgreichen Landung innerhalb weniger Tage überhitzen, da der Lander keinerlei Wärmekontrolle besitzt, die für die Mondoberfläche geeignet ist. Die Funktion des Laserreflektors bliebe davon allerdings unbeeinflusst.

Für SpaceX war die Mission bereits jetzt ein Erfolg. B1048 landete erfolgreich auf dem Drohnenschiff Of Course I still love you. Es soll wegen der hohen Wiedereintrittsgeschwindigkeit die bisher anspruchsvollste Landung gewesen sein. Tatsächlich waren bei der Landung eine Reihe glühender Teilchen zu sehen, die sich vom stark beanspruchten Hitzeschutzschild lösten. Der nächste Flug von B1048 wird ein Test der Fluchtraketen des neuen Dragon-Raumschiffs während des Starts sein.

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Aslo 19. Mär 2019

Man sagt auch auf freiem Meer. Kann man also so stehenlassen.

Mel 25. Feb 2019

Naja, das erhöht halt leider auch die Kompexität erheblich, machen das Ding schwerer...

Bouncy 22. Feb 2019

Also was macht das Ding jetzt da oben? Proof of Concept? Testflug? Warum wird soviel Geld...



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