Spaceborne Computer: HPEs Weltraumcomputer ist zurück auf der Erde

Er ist wieder da: Der Weltraumcomputer Spaceborne Computer ist zurück von seinem Einsatz auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS). Experten von Hewlett Packard Enterprise (HPE) wollen den Rechner untersuchen, um herauszufinden, wie die Hardware den Aufenthalt auf der Station überstanden hat.
Der Computer, der eine Rechenleistung von einem Teraflop pro Sekunde erreicht, war 2017 auf die ISS gebracht worden. Am 3. Juni 2019 ist er an Bord einer Dragon-Raumfähre des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Erde zurückgekehrt. Nach dem Ausräumen – wobei der Computer erst ganz zum Schluss drankommt – wird HPE ihn Anfang Juli zurückbekommen. Dann kann die Analyse beginnen.
HPE will wissen, wie der Rechner mit den Bedingungen auf der ISS klargekommen ist. Dort ist er erhöhter Strahlung ausgesetzt. Zudem können Stromversorgung und Temperaturen schwanken. Sie wollten sich die Komponenten darauf ansehen, wie alt sie aussähen, sagte Mark Fernandez, der das Projekt bei HPE geleitet hat, dem US-Onlinenachrichtenangebot The Verge(öffnet im neuen Fenster) : "Erscheinen sie, weil sie ein Jahr im Weltraum waren, so alt wie ihre Pendants auf der Erde? Oder scheinen sie älter zu sein?"
Vor allem die Strahlung macht Computerkomponenten im Weltraum zu schaffen. Normalerweise werden sie deshalb mit einem Strahlungsschutz ausgerüstet . HPE hatte jedoch einen anderen Ansatz gewählt: Eine Software überwacht alle relevanten Parameter. Stellte sie starke Abweichungen fest, drosselte sie die Leistung oder versetzte in kritischen Situationen den Rechner in einen Ruhezustand.

Basierend auf den Ergebnissen will HPE einen weiteren Spaceborne Computer bauen. Noch ist ein zukünftiger Spaceborne Computer nicht für eine konkrete Mission eingeplant. HPE glaubt aber, dass es bei Flügen zum Mond oder zum Mars Anwendungsmöglichkeiten für einen solchen Rechner gibt.