Missionsdauer und Nachfolger

Golem.de: Spaceborne Computer 1 war über eineinhalb Jahre auf der ISS, welche Missionsdauer ist für Spaceborne 2 geplant?

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Fernandez: In unserem Vertrag steht "zwei bis drei Jahre". Das ist die erwartete Dauer einer Reise zum Mars und zurück. Bei Spaceborne 1 war ja die Frage: Schafft ihr das und hält es ein Jahr? Das Jahr kam zustande durch: Wenn ihr losfliegt, kann ich euch erst in einem Jahr zurückbringen. Jetzt ist die Aufgabenstellung: Eine Mission zum Mars und zurück dauert drei Jahre. Also schauen wir, ob ihr drei Jahre durchhaltet und dabei die richtigen Antworten gebt.

Golem.de: Gibt es bereits Planungen für einen Nachfolger des Spaceborne Computer 2?

Fernandez: Wir sprechen mit mehreren Partnern über Spaceborne 3. Das kann auf dem Gateway sein, auf einem Rover, einem Habitat oder einem kommerziellen Orbiter. Wir führen mehrere Gespräche, ich glaube nicht, dass wir schon am Ende sind. Es gibt auch erste Gespräche über Spaceborne 3 auf der ISS.

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Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine ist das mögliche Upgrade der IT-Infrastruktur eines Moduls, mit komplett neuem Netzwerk und Hardware. Eine andere sind die verschiedenen kommerziellen Akteure, die an die ISS andocken oder sie ersetzen wollen, und die wollen natürlich moderne Computer mitnehmen. Mit ihnen stehen wir auch in Kontakt.

Golem.de: Meine letzte Frage, Sie haben das bereits angerissen: Wie profitiere ich vom Spaceborne Computer 2 hier auf der Erde?

Fernandez: Ah, das ist eine gute Frage. Ich möchte betonen, dass wir auf der ISS am Rand des Randes sind, und die ganze Welt bewegt sich Richtung Edge Computing - vom Handy, das Software-Updates bekommt, über die Landwirte bis zu den Ärzten ohne Grenzen.

Wenn wir etwas im All zeigen können, wird es auf der Erde verfügbar sein, und die Ärzte ohne Grenzen sind ein gutes Beispiel dafür. Wir sequenzieren DNA im All, sie im Dschungel oder an einem anderen abgelegenen Ort.

Es werden Erdbeobachtungen durchgeführt, die Signal- und Bildverarbeitung voranbringen. Es geht um die Beobachtung von Waldbränden oder Fluten. Wir führen ein sehr interessantes Experiment mit einer KI-Anwendung für Ersthelfer nach einer Flut aus. Sie brauchen nicht das große Bild, was überflutet ist und was nicht, sie müssen von A nach B kommen.

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Die Ersthelfer brauchen ein Google Maps für die überflutete Region und eine Software, die die Bilder analysiert und bestimmt: Ist das Wasser? Ist das eine blockierte Straße? Ist sie nutzbar? Man kann ihr sagen: Ich muss von Punkt A nach Punkt B kommen, und sie schickt eine Textnachricht mit der Route. Das sind wesentlich weniger Daten, als wenn das gesamte Bild übertragen wird, und das wird helfen. Wir beobachten Schifffahrt, Wolken, Eiskappen, all diese Erdbeobachtungen profitieren stark von Spaceborne 2.

Eine Person meinte: Ich glaube, ich kann meine Simulation zum Softwareupdate einer Mobilfunkstation einfacher auf Spaceborne 2 durchführen als auf einem echten Mobilfunkturm. Da benötigt man jede Menge Genehmigungen und es gibt Regulierungen. Viele Anfragen betreffen die Risikominimierung.

Wenn man etwas richtig Cooles machen möchte, aber vom Management oder der Infrastruktur zurückgehalten wird, hilft es sehr zu zeigen, dass die Software am Rand auf dem Spaceborne Computer 2 läuft. Das minimiert das Risiko einer Ablehnung, wenn man beim Management anfragt, das auf der Erde umzusetzen - auf einem Mobilfunkturm, in einer Mine oder auf einer Ölbohrplattform.

Golem.de: Vielen Dank für das spannende Gespräch. Ich bin mit meinen Fragen am Ende, möchten Sie noch etwas ergänzen?

Fernandez: Normalerweise reden wir viel über den Wert von Edge Computing. Oft sage ich dann, wir müssen bedenken, dass man viel schneller rechnen als Daten übertragen kann. Also alles, was übertragen und dann verarbeitet wird, muss man umdrehen und sich fragen: Wie kann ich die Berechnung dort durchführen, wo die Daten anfallen?

Wie kann ich meiner Firma und dem Management zeigen, dass das wertvoll ist? Mit dem Spaceborne Computer 2 können Sie das tun. Wir erreichen eine 20.000-fache Reduktion des übertragenen Datenvolumens. Eine Analogie dazu ist, dass der Sinn von Erkundung nicht das Sammeln von Daten ist. Es sind Erkenntnisse, und Erkenntnisse sind sehr klein. Das ist das Prinzip von Edge Computing: es liefert Erkenntnisse.

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