Abo
  • Services:
Anzeige
Start der Falcon 9 am 21. Dezember 2015
Start der Falcon 9 am 21. Dezember 2015 (Bild: Joe Skipper/Reuters)

Space X: Falcon, warum hast du so viele Triebwerke?

Start der Falcon 9 am 21. Dezember 2015
Start der Falcon 9 am 21. Dezember 2015 (Bild: Joe Skipper/Reuters)

Neun Triebwerke hat die Falcon-9-Rakete, deren erste Stufe heute aufrecht wieder gelandet ist. Damit verfolgt Space X einen Ansatz, der nicht nur die Landung ermöglicht, sondern die Rakete wirtschaftlicher und zuverlässiger machen soll.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Die Landung der ersten Stufe der Falcon 9 hat heute Geschichte geschrieben. Um überhaupt eine Chance zu haben, diese Rakete zu landen, durfte nur noch eines der neun Triebwerke laufen. Aber die Idee hinter den neun Triebwerken ist noch älter. Es gab sie auch schon, als man noch glaubte, die Falcon 9 an einem Fallschirm im Meer landen zu können. Sie sollten die Rakete zuverlässiger und wirtschaftlicher machen.

Anzeige

Eine Rakete besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Tanks, Triebwerken und Nutzlast. Dazu kommt noch die Steuerung. Das teuerste und wichtigste Teil sind immer die Triebwerke der Stufe, nicht nur in der Herstellung, sondern auch in der Entwicklung. Genau hier setzte das private Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies (SpaceX) auf einen neuen Ansatz.

Raumfahrt ist konservativ

Hinter jedem Raumfahrtprogramm steht eine lange Reihe von schmerzhaften Fehlern. Die Lektionen aus diesen Fehlern sind teuer erkauft. Entsprechend ist kaum eine Branche so konservativ wie die Raumfahrt. Wenn eine Technik einmal erprobt ist, wird sie in kleinen Schritten weiterentwickelt und oft noch Jahrzehnte benutzt. Verschiedene Varianten von RL-10-Triebwerken wurden in den USA schon vor dem Apollo-Programm benutzt. Die Oberstufen der Atlas-V- und Delta-IV-Raketen benutzen es bis heute, und auch die letzte Stufe der neuen Schwerlastrakete Space Launch System (SLS) wird mit RL-10-Triebwerken betrieben.

  • Geschafft! Die erste Stufe der Falcon 9 steht sicher auf dem Boden. (Foto: SpaceX/CC0 1.0)
  • Der Start hatte sich mehrfach verzögert - zuletzt weil der Wetterbericht am 21. Dezember 2015 bessere Bedingungen für die Landung verhieß.  (Foto: SpaceX/CC0 1.0)
  • Der spannende Augenblick: Die Raketenstufe kurz vor dem Aufsetzen. Jetzt zählt's! (Foto: SpaceX/CC0 1.0)
  • Es ging aber alles glatt: Die Langzeitbelichtung zeigt den Start und die Landung der Rakete. (Foto: SpaceX/CC0 1.0)
  • Noch eine Langzeitbelichtung aus einer anderen Perspektive. (Foto: SpaceX/CC0 1.0)
Geschafft! Die erste Stufe der Falcon 9 steht sicher auf dem Boden. (Foto: SpaceX/CC0 1.0)

In Europa ist es nicht anders. Das erste HM-7-Triebwerk wurde 1973 für die Ariane 1 entwickelt und 1983 zum HM-7B verbessert. Seitdem wurde das Triebwerk in der Ariane 2, 3, 4 und 5 benutzt. Das letzte HM-7B dürfte wohl vier Jahrzehnte nach dem ersten Flug, im Jahr 2023, mit der letzten Ariane 5 fliegen. Nach derzeitiger Planung soll sie erst dann endgültig durch die Ariane 6 abgelöst werden.

Der Grund dafür ist, dass praktisch jedes neue Triebwerk Anfangsschwierigkeiten hat. Für die Ariane 1 bis 4 wurden über 1.000 Viking-Triebwerke hergestellt. Im zweiten Flug der Ariane 1 versagte eines davon. Es war das einzige, das jemals aus technischen Gründen versagte. Diese Zuverlässigkeit war auch nötig. Die Ariane 4 benutzte bis zu neun Viking-Triebwerke - vier in der ersten Stufe, eines in der zweiten und jeweils eines in den bis zu vier Boostern. Keines dieser Triebwerke durfte ausfallen, oder die Mission würde scheitern.

Ein 99-prozentiges zuverlässiges Triebwerk würde schon etwa jede elfte Mission scheitern lassen. Ohne eine Zuverlässigkeit in der Größenordnung von 99,9 Prozent sind regelmäßige Fehlstarts nicht zu vermeiden. Die Triebwerke mussten also noch viel zuverlässiger sein, und tatsächlich waren sie das auch. Kein Wunder also, dass noch heute Viking-Triebwerke unter der Bezeichnung Vikas in indischen PSLV- und GSLV-Raketen benutzt werden.

Kleine Stückzahlen brachten hohe Preise 

eye home zur Startseite
DerGoldeneReiter 05. Jan 2016

Wow, vielen Dank für die Kostenrechnung, sehr aufschlussreich.

ma~ 26. Dez 2015

Geht es nicht auch immer um Grundlagenforschung? Enterprise und Co. landen ja auch auf...

jim 23. Dez 2015

Pogoeffekt d.h. Schwingungen sind mit kleineren Brennkammer einfacher zu handhaben. Der...

JouMxyzptlk 22. Dez 2015

Bist du, mit dem Nicknamen, nicht schon vor knapp 200000 Jahren da gewesen?

Ben Stan 22. Dez 2015

Cool, danke für die verständliche Erklärung. Damit kann ich was anfangen.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Böblingen
  2. Unitymedia GmbH, Köln
  3. Cassini AG, verschiedene Standorte
  4. Sparkassen DirektVersicherung AG, Düsseldorf


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 50,99€ (Vorbestellung)
  3. 69,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

Folgen Sie uns
       


  1. Building 8

    Facebook arbeitet an modularem Mobilgerät

  2. Remote Control

    Serienklassiker Das Boot wird VR-Antikriegsspiel

  3. TLS-Zertifikate

    Symantec fällt auf falschen Key herein

  4. Shipito

    Mit wenigen Mausklicks zur US-Postadresse

  5. Ausprobiert

    JPEGmini Pro komprimiert riesige JPEGs um bis zu 80 Prozent

  6. Aufstecksucher für TL2

    Leica warnt vor Leica

  7. Autonomes Fahren

    Continental will beim Kartendienst Here einsteigen

  8. Arduino 101

    Intel stellt auch das letzte Bastler-Board ein

  9. Quartalsbericht

    Microsoft kann Gewinn durch Cloud mehr als verdoppeln

  10. Mobilfunk

    Leistungsfähigkeit der 5G-Luftschnittstelle wird überschätzt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Neuer A8 vorgestellt: Audis Staupilot steckt noch im Zulassungsstau
Neuer A8 vorgestellt
Audis Staupilot steckt noch im Zulassungsstau
  1. Autonomes Fahren Audi lässt Kunden selbstfahrenden A7 testen
  2. Elektroauto Volkswagen ID soll deutlich weniger kosten als das Model 3
  3. MEMS Neue Chipfabrik in Dresden wird massiv subventioniert

Anker Powercore+ 26800 PD im Test: Die Powerbank für (fast) alles
Anker Powercore+ 26800 PD im Test
Die Powerbank für (fast) alles
  1. SW271 Benq bringt HDR-Display mit 10-Bit-Panel
  2. Toshiba Teures Thunderbolt-3-Dock mit VGA-Anschluss
  3. Anker Powercore+ 26800 PD Akkupack liefert Strom per Power Delivery über USB Typ C

Matebook X im Test: Huaweis erstes Ultrabook glänzt
Matebook X im Test
Huaweis erstes Ultrabook glänzt
  1. Huawei Neue Rack- und Bladeserver für Azure Stack vorgestellt
  2. Matebook X Huaweis erstes Notebook im Handel erhältlich
  3. Y6 (2017) und Y7 Huawei bringt zwei neue Einsteiger-Smartphones ab 180 Euro

  1. Re: Finger weg von FedEX!

    Arschi | 10:40

  2. Re: Wieso können sie das nicht machen, ohne den...

    __destruct() | 10:36

  3. Re: Gibts doch schon; zb dns über TOR oder DNScrypt

    ikhaya | 10:36

  4. Re: Obendrein muss das OS an jeden ARM-Chip...

    ElTentakel | 10:36

  5. Re: Ich vermisse die Kennzeichnung "sponsored Post"

    SchmuseTigger | 10:33


  1. 10:31

  2. 10:09

  3. 09:51

  4. 09:05

  5. 08:03

  6. 07:38

  7. 07:29

  8. 07:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel