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Space Rider: Neuer Anlauf für eine eigene europäische Raumfähre

Bislang sind die Sojus-Raumschiffe Europas einziger eigener Zugang zum All. Seit einigen Jahren arbeitet die Esa aber an einem eigenen Raumgleiter, dem Space Rider. Anfang des Sommers passierte das Projekt einen wichtigen Meilenstein. Das lässt hoffen, dass es nicht wie seine Vorgänger scheitert.

Artikel von Friedrich List veröffentlicht am
Der Space Rider soll Europa in der Raumfahrt mehr Eigenständigkeit bringen.
Der Space Rider soll Europa in der Raumfahrt mehr Eigenständigkeit bringen. (Bild: Esa)

Der Space Rider, den die European Space Agency (Esa) seit 2016 entwickelt, wird eine wiederverwendbare, unbemannte Raumfähre sein, die zu Forschungszwecken in den Erdorbit geschickt werden soll. Seine Bestimmung: wissenschaftliche Nutzlasten mit ins All zu nehmen und sie nach erfüllter Mission zurück zur Erde zu bringen.

Inhalt:
  1. Space Rider: Neuer Anlauf für eine eigene europäische Raumfähre
  2. Space Rider basiert auf dem Experimentalgleiter IXV

"Space Rider" ist eigentlich eine Abkürzung. Sie steht für Space Reusable Integrated Demonstrator for Europe Return, also etwa "Integrierter europäischer rückkehrfähiger Demonstrator". Anfang Juni bestand das Projekt seine Vorentwurfsprüfungen des Systems und sämtlicher Subsysteme. Ende dieses Jahres entscheiden die Verantwortlichen dann, ob die Arbeiten fortgeschritten genug sind, um mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit zu beginnen.

Das Raumfahrzeug soll im niedrigen Erdorbit operieren, also in Höhen von 200 bis 2.000 Kilometer. Diese Bahnen sind mit vergleichsweise geringem Energieaufwand erreichbar. Auch die Internationale Raumstation ISS mit etwa 400 Kilometern Bahnhöhe kreist in diesem Bereich. Ein Space-Rider-Start von dem in Äquatornähe befindlichen Weltraumbahnhof Kourou wäre also sehr wirtschaftlich. Als Trägerrakete will die Esa die seit 2012 genutzte Vega-Rakete verwenden.

Space Rider sieht aus wie die Raumschiffe aus Interstellar

Vom Aussehen her erinnert der Space Rider ein bisschen an die Ranger-Raumschiffe aus dem Film Interstellar. Das fertige Fahrzeug wird 4,50 Meter lang sein und beim Start um die drei Tonnen wiegen. Es soll bis zu 800 Kilogramm Nutzlast befördern können.

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Space-Rider-Missionen sollen bis zu zwei Monate dauern. Der Raumgleiter soll dann als Plattform für eine Vielzahl wissenschaftlicher Experimente dienen. Das können zum Beispiel Experimente in Mikroschwerkraft sein, Erdbeobachtung, die Überwachung von Naturkatastrophen oder die Beobachtung von großen Wettersystemen.

Die Raumfähre könnte auch kleine Satelliten aussetzen. Zum Gesamtsystem gehört zudem ein Servicemodul, das den eigentlichen Gleiter während der Zeit im Orbit mit Energie versorgt. Das Modul verfügt über Raketentriebwerke zur Lageregelung und für das Bremsmanöver am Missionsende. Es würde vor dem Wiedereintritt abgekoppelt werden. Idealerweise wäre der Space Rider ein preisgünstiges, wiederverwendbares Transportsystem für ein breites Spektrum wissenschaftlicher und kommerzieller Anwendungen.

Eine typische Mission würde vom Esa-Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana starten. Von dort aus könnte der Space Rider in verschiedene Kreisbahnen einschwenken. Möglich sind Orbits in der Äquatorebene, aber auch solche mit mehr oder minder großer Abweichung - bis hin zu Kreisbahnen, die über beide Pole führen. Nach Abschluss der Mission würde der Raumgleiter zunächst noch im All abbremsen und in der Atmosphäre aerodynamisch weiter Fahrt aufzehren. Landen würde er am Gleitfallschirm wie ein Paraglider.

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  • Der Esa Space Rider im All mit geöffnetem Laderaum. Am Heck ist das Versorgungsmodul mit Solarzellen zur Energieversorgung sowie Korrektur- und Bremstriebwerk. (Bild: Esa)
  • Typischer Ablauf einer Space-Rider-Mission. Die Landung am Gleitfallschirm wurde bereits bei der deutsch-amerikanischen X-38 erfolgreich getestet. (Bild: Esa)
  • Schemazeichnung des Space-Rider-Systems, eines Tandems aus Raumgleiter und Versorgungsmodul (Bild: Esa)
  • Diese Illustration zeigt den Space Rider beim Aussetzen eines Kleinsatelliten. Die Klappen am Heck sind Bremsklappen für das aerodynamische Bremsmanöver. Allerdings wird der echte Raumgleiter keine eigenen Solarpaddel haben. (Bild: Esa)
  • Der IXV-Experimentalgleiter ist der direkte Vorläufer des Space Rider. Hier wird er auf seinem Transportadapter für die Trägerrakete montiert. (Bild: Esa)
  • Künstlerische Darstellung der IXV-Mission von 2015 (Bild: Esa)
  • Bergungstest mit einem IXV-Prototyp und dem Bergungsschiff Nos Aries am 23. Juni 2014 in der Adria (Bild: Esa)
Typischer Ablauf einer Space-Rider-Mission. Die Landung am Gleitfallschirm wurde bereits bei der deutsch-amerikanischen X-38 erfolgreich getestet. (Bild: Esa)
Space Rider basiert auf dem Experimentalgleiter IXV 
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Suppenhuhn 16. Sep 2019

...kann im Weltall die Orientierung ändern, beschleunigen und abbremsen? Ist ja der...

Hydraulikbagger 16. Sep 2019

Ich stelle mir nun 2 Fragen: (1) Wie viele Wissenschaftler und wie viel Zeit hat es...

M.P. 16. Sep 2019

Politik ist eben launisch ... der Name spricht jedenfalls dafür, dass man das anders...

stoney0815 15. Sep 2019

Was macht eine Raumfähre aus? Letztlich doch die weitestgehende Wiederverwendbarkeit...

amie 15. Sep 2019

Unbemannt ist die Zukunft! Moderne Robotik macht die Anwesenheit von Menschen im All...


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