Space Race Act: USA wollen chinesische Kooperationen im Weltall verhindern
Um sich für das Weltraumwettrennen mit China zu rüsten, möchte eine parteiübergreifende Gruppe von US-Senatoren ein neues Nationales Institut für Weltraumforschung gründen(öffnet im neuen Fenster). Es würde die nationale Forschung zu den privaten Raumstationen koordinieren, nachdem die Internationale Raumstation (ISS) im Jahr 2030 stillgelegt sein wird.
Laut der Senatorengruppe ist das Institut notwendig, um die Möglichkeiten für Chinas Tiangong-Raumstation, multinationale Forschungsprojekte zu übernehmen, zu verringern. Bereits zur Zeit der Biden-Regierung zeigten sich Kongressangehörige besorgt(öffnet im neuen Fenster), dass die USA Forschungsgelder verlieren könnten, wenn Tiangong nach der Stilllegung der ISS die einzige verfügbare Orbitalstation ist.
Doch für die Schaffung eines neuen Instituts mit diesem Fokus braucht es die Zustimmung des Kongresses zum neu vorgeschlagenen Space-Race Act (Research And Continuing Exploration).
"Während unsere ausländischen Gegner weiterhin Fortschritte in der Weltraumforschung und -erforschung erzielen, ist es entscheidend, dass Amerika alle Werkzeuge und jeden Wettbewerbsvorteil zur Verfügung hat, um in das nächste Wettrennen ins All zu starten", teilte der texanische US-Senator John Cornyn mit. Vor allem sind hier die Chinesen gemeint.
Mond und Erde: die fliegenden Raumstationen
Neben der Tiangong-Raumstation plant China ferner, eine Raumstation in der Mondumlaufbahn zu platzieren, das jedoch erst, nachdem es eine Basis in Südpolnähe auf der Mondoberfläche errichtet hat. Auch die Südkoreaner legten bereits Vorschläge für eine Mondbasis vor. Indien plant neben einer Mondbasis auch eine nationale Raumstation (Bharatiya Antariksh Station, BAS) in der Erdumlaufbahn.
Hinzu kommen die russischen Ambitionen, eine eigene Raumstation namens Ros (Russian Orbital Service Station) im Erdorbit aufzubauen und auf dem Mond mit den Chinesen zu kooperieren.
Die Amerikaner setzen dagegen auf kommerzielle Raumstationen. Die erste von ihnen könnte Haven-1 von dem US-Unternehmen Vast sein, die 2026 starten soll. Zudem arbeitet Airbus an dem Starlab, Blue Origin an dem Orbital Reef und Axiom an seiner Axiom Station.
Den Amerikanern ist zudem jede bilaterale Zusammenarbeit mit den Chinesen in der Raumfahrt gemäß einem Gesetz aus dem Jahr 2011, bekannt als Wolf Amendment, untersagt. Selbst für die Untersuchung der Chang'e-5-Mondgesteinsproben mussten die US-Wissenschaftler eine Sondergenehmigung beim Kongress und beim FBI einholen.
Das Space-Race-Gesetz
Um den chinesischen Bemühungen, seine internationalen Beziehungen im Weltraum auszubauen, entgegenzuwirken, wäre das neue Institut hilfreich. Mit ihm könnte man kleine Unternehmen beim Einstieg in die Weltraumforschung und -entwicklung unterstützen.
Der Space-Race Act soll den Weg für die Einrichtung eines solchen Instituts ebnen. Bei dem Nationalen Institut für Weltraumforschung soll es sich um eine vom Bund kontrollierte, aber unabhängig betriebene Einrichtung handeln. Sie soll die US-amerikanische Mikrogravitationsforschung in der niedrigen Erdumlaufbahn (low-earth orbit, Leo) unter Verwendung von Weltraumplattformen der nächsten Generation koordinieren und vorantreiben.
Zudem soll es die Unterstützung öffentlich-privater Partnerschaften und der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Überbrückung der Interessen von Regierung und Wirtschaft fördern. Vor allem soll es aber die Führungsrolle Amerikas in der aufstrebenden Weltraumwirtschaft weltweit stärken.
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