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Space Force: USA fordern wegen China eine eigene Orbitaltankstelle

Die Space Force fordert, die logistischen Fähigkeiten im Weltraum auszubauen – genauso wie in den anderen Militär -Bereichen der USA.
/ Patrick Klapetz
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Collage die für eine Tankstelle im Weltraum steht (Symbolbild) (Bild: Pixabay, P. Klapetz)
Collage die für eine Tankstelle im Weltraum steht (Symbolbild) Bild: Pixabay, P. Klapetz

Zwei chinesische Satelliten sollen vor einigen Wochen ein Betankungsmanöver im Weltraum durchgeführt haben. Daraufhin drängt der Chef der US-Weltraumstreitmacht Space Force, Gen. Stephen Whiting, auf einen grundlegenden Wandel in der Einstellung der USA zu ihren Satelliten(öffnet im neuen Fenster) .

Sein Argument: Die Orbitalressourcen des Militärs sollten dieselbe robuste logistische Unterstützung erhalten wie Jets und Schiffe. Auf dem Space & Missile Defense Symposium(öffnet im neuen Fenster) am 5. August 2025 befürwortete er die Vision für Weltraumoperationen, die über den traditionellen One-and-Done-Ansatz beim Einsatz von Satelliten hinausgeht. Satelliten sollten nicht weiterhin nur als Verbrauchsgüter betrachtet werden.

Die chinesische Manövrierfähigkeit im All sei ein Beweis dafür, dass die Volksbefreiungsarmee ein Interesse am Aufbau umfassender Logistikfähigkeiten im Orbit habe, so der General.

Das Treibstoffproblem im Weltraum

"Nachhaltige Weltraummanöver sind entscheidend für unsere Widerstandsfähigkeit und Schlagkraft" , teilte Whiting mit. Dabei zog er Parallelen zwischen Weltraumoperationen und der traditionellen militärischen Logistik, die seit Jahrzehnten die militärische Überlegenheit der USA untermauere. "Wenn uns das Benzin ausgeht und wir eine sprichwörtliche Panne haben, tanken wir nicht nach oder tauschen die Komponente aus. Wir kaufen ein neues Auto, einen neuen Satelliten."

Insbesondere die chinesischen Fähigkeiten im All seien ein Problem für die Space Force. Dabei gehe es nicht nur um manövrierfähige Raumfahrzeuge, sondern auch um Anti-Satelliten-Fähigkeiten. Ohne die Möglichkeit zum Auftanken oder zur Neupositionierung würden US-Satelliten zu leichten Zielen, da sie in ihren vorhersehbaren Umlaufbahnen mit begrenzter Lebensdauer gefangen seien.

"Bei Weltraumoperationen geht es heute nicht mehr nur darum, von A nach B zu gelangen. Es geht darum, sich Vorteile zu verschaffen, den Gegner zu überraschen, die Mission zu schützen und die Lebensdauer zu maximieren" , führt er fort. "Wenn ein Satellit nur über begrenzte Treibstoffvorräte verfügt, kann er nicht einfach ausweichen, um Gefahren zu umgehen oder neue Chancen zu verfolgen, ohne seine Missionsdauer zu opfern. Er wird vorhersehbar, verwundbar und leicht zum Ziel."

Vorherrschaft im Weltraum

Die Marine verfügt über Kernreaktoren, Nachschubkapazitäten auf See und ein globales Netzwerk von Häfen. Die Armee unterhält riesige Treibstoffverteilungssysteme, um die Mobilität der Bodentruppen zu gewährleisten. Und der Luftwaffe werden Luftbetankungsflugzeuge und strategisch günstig gelegene Stützpunkte in Übersee bereitgestellt.

"Im Weltraum müssen wir ebenfalls in der Lage sein, zu unserem Vorteil zu manövrieren, um die Vorherrschaft im Weltraum zu erlangen" , so Whiting.

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Der Bedarf an Orbitallogistik wird besonders akut in der geosynchronen Umlaufbahn (Geo), die sich in etwa 36.000 km Höhe über dem Äquator befindet. In dieser Höhe behalten Satelliten eine feste Position relativ zum Boden, was sie ideal für die Kommunikation und dauerhafte Überwachung macht. Gleichzeitig sind sie dort besonders anfällig für Bedrohungen, die man nicht sofort abwehren kann.

Über die einfache Betankung hinaus könnte ein umfassendes Weltraumlogistiknetzwerk Reparaturkapazitäten, den Austausch modularer Komponenten und Unterstützungsfahrzeuge umfassen, die Satelliten neu positionieren oder bergen können. Entsprechend könnten sogenannte Weltraumschlepper zum Einsatz kommen.

Andere Vertreter in der US-Militärraumfahrtgemeinschaft sprechen sich für einen auf Einwegprodukte ausgerichteten Ansatz beim Satellitendesign aus. Whiting vermutet, dass derjenige, der die Weltraumlogistik als Erster beherrsche, in zukünftigen Konflikten im Orbit einen entscheidenden Vorteil haben könnte.


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