Sieht toll aus, plätschert aber dahin

Space Force müsste schrill, schräg, skurril, ungewöhnlich, originell, wild und überraschend sein. Ist es aber nicht. Nur hin und wieder blitzt auf, was die Serie sein könnte, mehrheitlich gibt es jedoch Leerlauf. Dabei zeigt die zweite Episode, was möglich gewesen wäre. Denn nachdem der US-Satellit beschädigt wurde, schickt man einen Schimpansen los, der die Reparatur erledigen soll, davon aber natürlich hoffnungslos überfordert ist. Der Schimpansen-Teil ist nur kurz, aber er erfüllt das Ganze mit Leben, weil die Absurdität dessen, was die Space Force sein soll, hier so schön überspitzt dargestellt wird.

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Nur leider gibt es davon viel zu wenig. Stattdessen wird eine Mixtur aus Drama und Komödie geboten, bei der die Figuren unterentwickelt bleiben. Das ist schade, weil man neben Carrell eine hervorragende Besetzung mit Lisa Kudrow, John Malkovich, Jimmy O. Yang, Noah Baumbach, Jane Lynch und Patrick Warburton aufbieten kann. Die beiden Letzten sind immer wieder bei den Treffen der Streitkräfte-Chefs zu sehen, in Szenen mit bissigem Witz, den man ansonsten eher vergeblich sucht.

Die optische Umsetzung kann sich hingegen sehen lassen. Space Force hat einen filmischen Look. Man sieht schon, dass dies keine günstige Serie ist - aber sie ist eben auch mehr Schein als Sein.

Fahrt auf dem Mond

Die Serie spielt die meiste Zeit auf der Erde, nur in der letzten Folge tut sich etwas. Nachdem die Chinesen die amerikanische Fahne auf dem Mond über den Haufen gefahren haben, dürsten die amerikanischen Weltraumkrieger nach Rache.

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Action gibt es nicht, immerhin aber mehrere Szenen, in denen Amerikaner und Chinesen mit Mond-Buggys unterwegs sind. Diese Szenen sind ausgesprochen schön und erinnern an Momente aus dem ruhigen Science-Fiction-Film Ad Astra. In Ad Astra gab es dann sehr wohl (unpassende) Action, in Space Force sieht man eher das Ergebnis dessen, was die Zerstörungswut der Kontrahenten auf dem Mond so anrichtet.

Zehn Folgen, fünf Stunden

Abgesehen von der ersten und der letzten Folge, die etwas länger sind, handelt es sich bei Space Force um eine Serie mit halbstündigen Episoden. Eigentlich ist das eher Sitcom-Format, Space Force versteht sich aber als Mixtur aus Ernsthaftigkeit und Humor und schlägt dementsprechend auch ernsthafte Töne an. Gerade in letzter Zeit wird bei Serien immer wieder mit der Form gespielt und auch Dramatisches kommt im Halbstundenformat daher, wie etwa die von M. Night Shyamalan produzierte Serie Servant für Apple TV+.

Bei Space Force liegt der Vorteil darin, dass die einzelnen Folgen die Geduld des Zuschauers nicht über Gebühr beanspruchen. Denn: Richtig langweilig ist das Ganze zwar nicht, es ist aber auch einfach nicht besonders gut. Carrell müht sich, seine Rolle gibt aber nicht so viel her. Am besten hat es noch John Malkovich erwischt, der als Chefwissenschaftler mit trockenem Humor fast immer die besten Szenen abbekommen hat.

Die erste Staffel besteht aus zehn Episoden, ein richtiges Ende hat die Show aber nicht. Die Macher vertrauen darauf, dass es weitergeht, denn das Ende ist ein fetter Cliffhanger. Ohne eine zweite Staffel würde auch die erste entwertet, aber ein klein wenig muss man schon bangen, ob Netflix hier wirklich ein zweites Jahr nachlegen wird.

Das Interesse an Space Force ist zwar groß, die Enttäuschung wird es bei vielen Zuschauern aber auch sein. Man darf anzweifeln, dass die große Mehrheit alle zehn Folgen bingen wird. Serienstart ist am 29. Mai.

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 Space Force: Die Realität ist witziger als die Fiktion
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neocron 14. Jun 2020

oder aber einem fehlt der Humor ... gibt viele Moeglichkeiten ...

Dino13 03. Jun 2020

Into The Night finde ich persönlich sehr spannend.

HeroFeat 01. Jun 2020

Warum sollte man von dort nicht wieder starten können? Gerade das ist doch der Plan mit...

wupme 27. Mai 2020

Seltsam da berichten auch Amerikanische Medien anderes als du hier behauptest. Den...



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