Space Cadet Pinball: Warum es Pinball auf Windows nicht mehr gibt

Pinball für Windows funktioniert auch auf einem 64-Bit-Windows. Ein Microsoft-Entwickler erklärt , warum es trotzdem verschwunden ist.

Artikel veröffentlicht am ,
Space Cadet Pinball war ein Highlight in Windows 95.
Space Cadet Pinball war ein Highlight in Windows 95. (Bild: Maxis/Alula)

Microsoft-Entwickler Raymond Chen war an vielen Windows-Projekten beteiligt. Dazu zählt auch das früher beliebte und mittlerweile fast vergessene Space Cadet Pinball - enthalten in vielen Windows-Versionen ab Windows 95. Erst ab Windows Vista war das Spiel nicht mehr standardmäßig enthalten und wurde erst später als separates Programm nachgeliefert. Windows 7, 8, 10 und 11 verzichten komplett auf die Software.

Das Sonderbare: Der Bastler und Entwickler Ncommander hat in einem Youtube-Video gezeigt, dass Pinball sehr wohl selbst auf einem modernen 64-Bit-Windows noch funktioniert. Dabei wurde die 64-Bit-Version laut Chen aber schon Anfang der 2000er-Jahre zu einem Problem.

Windows auf Itanium war unpraktisch

Für Windows Vista und Windows XP 64 Bit stand nämlich früher nicht viel Hardware zur Verfügung. Es gab etwa Intels Itanium, einen der ersten 64-Bit-Prozessoren. Der kam allerdings mit zwei Problemen: Zum einen gab es von diesen CPUs nur eine geringe Stückzahl, die Microsoft an Entwicklerteams ausgeben konnte. Zum anderen mussten Entwicklungsumgebungen für Itanium im Simulator ausgeführt werden. "Windows auf Itanium zu booten hat eine Ewigkeit gedauert", sagt Chen in einem Blog-Post.

Stattdessen griff Microsoft auf eine Alternative zurück: den Alpha-AXP-Chip, der ebenfalls 64-Bit-Instruktionen unterstützte. Den Alpha AXP konnte Microsoft in großen Mengen einsetzen. Zudem lief eine 32-Bit-Version von Windows auch nativ auf dem Chip. So konnte Microsoft Code des 32-Bit-Windows auf 64 Bit migrieren und noch lange vor dem offiziellen Release diesen auch testen.

Die Theorie war, dass 64-Bit-Code so leichter vom eigentlich nicht mehr unterstützten AXP auf Itanium migriert werden könnte. Das Problem: Als der Wechsel zu Itanium dann in die Praxis umgesetzt wurde, fand das Team einen Bug im Kollisionsdetektor des Chips. Den Kompatibilitätsfehler konnte Microsoft später wohl noch beheben.

Das geschah allerdings, nachdem Chen Pinball bereits aus dem Produkt entfernt hatte, um Zeit und damit Geld bei der Umstellung zu sparen. Er nahm entsprechend an, dass das Programm damit am Ende war. Nach dem Fix konnte Microsoft das Game allerdings wieder auf Windows Vista portieren, als späteres Addon.

Zu altbackenes Design

Dass es die Software nicht mehr auf spätere Betriebssysteme geschafft hat, scheint eine simplere Ursache zu haben: Ncommander stellt die Theorie auf, dass die Software zum Release von Windows 7 einfach nicht mehr zeitgemäß war. Schließlich wurde Space Cadet für eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln entwickelt. Das deckt sich mit Chens älterer Aussage von 2012, der ebenfalls den altbackenen Look und den vermutlich geringen Wert für jüngere Windows-Kunden für das Ende des einst beliebten Spiels angibt.

Tot ist das Spiel allerdings noch lange nicht: Enthusiasten bauen die Software nach und veröffentlichen das Ergebnis im Internet. Ein Beispiel ist Space Cadet Pinball von Alula, das auf Github als Web-App gehostet wird und kostenlos spielbar ist.

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gentux 11. Jan 2022

Das Problem ist nicht die "Inkompetenz" der CPU sondern die Pflege der ganzen Libraries...

Matt17 11. Jan 2022

Der Link zur online spielbaren Version mag richtig sein, aber bitte verlinkt auf die...

Urbautz 11. Jan 2022

Damals hab ich das umbelegt auf Linke und rechte Strg

Anonymer Nutzer 11. Jan 2022

Früher war nur wichtig was die ersten Generationen wollen, jetzt nur was die Neukunden...



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