SPAC: Virigin Galactic wird wegen falscher Bilanzen verklagt

Kein Anfängerfehler in der Buchführung, sondern Betrug soll dahinterstecken, dass Virgin Galactic Optionen als Guthaben statt als Schulden verbucht hat.

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Richard Branson hofft auf Hunderte Flüge und Milliardenumsätze, die derzeit nicht existieren.
Richard Branson hofft auf Hunderte Flüge und Milliardenumsätze, die derzeit nicht existieren. (Bild: Virgin Galactic/Screenshot: Golem.de)

In der Bilanz von Virgin Galactic wurden ausstehende Optionsgeschäfte auf der falschen Seite geführt. Statt sie als Schulden auszuweisen, wurden die Optionen als Guthaben geführt. Die Korrektur erfolgte erst, nachdem die Börsenaufsichtsbehörde SEC klargestellt hat, dass diese Optionen als Schulden und nicht als Guthaben zu betrachten sind. Virgin Galactic wird nun mit der Begründung verklagt, dass dies irreführende Aussagen über die Geschäfte der Firma waren. Die technologisch wenig aussichtsreiche Umsetzung der Weltraumtourismuspläne ist hingegen nicht Teil der Klage.

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Die Optionsscheine wurden ursprünglich von der Aktiengesellschaft Social Capital Hedosophia Holdings Corp. ausgegeben, die 2019 mit Virgin Galactic fusionierte und sich in Virgin Galactic Holdings umbenannte. Die Optionsscheine berechtigten die Käufer an einem bestimmten Datum dazu, Aktien für einen Preis von 11,50 US-Dollar zu kaufen, falls der Aktienkurs in einem bestimmten 20-tägigen Zeitraum über 18 US-Dollar lag. Er lag bei 23,34 US-Dollar.

Die Optionsscheine wurden in der Bilanz aber als Guthaben von 11,50 US-Dollar geführt und nicht als Schulden gegenüber den Inhabern, die im Gegenzug Aktien im viel höherem Handelswert von mindestens 18 US-Dollar erhalten sollten. Zwei Dinge wurden getan, um zu verschleiern, dass die Preisdifferenz aus dem Firmenkapital kommen würde.

Die Firma verliert an Wert, auch wenn niemand Geld bezahlt

Zum einen wurde die Option im Vertrag als ein Recht der Firma dargestellt, die Option gegen Aktien austauschen zu dürfen und nicht als Recht des Optionskäufers. Zum anderen wurde die Option ohne Geldtransfer eingelöst. Anstatt 11,50 US-Dollar zu zahlen und im Austausch eine Aktie zu erhalten, erhielten die Inhaber der Optionssscheine 0,5073 Aktien pro Schein.

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Auch wenn damit kein Geld transferiert wurde, waren am Ende mehr Aktien auf dem Markt, der Marktpreis der Aktien sank und Virgin Galactic Holdings hatte weniger Aktien im eigenen Besitz und somit weniger Vermögen. Aber statt den unvermeidlichen Verlust im Vermögen in der Bilanz auszuweisen, stand ein Zugewinn von 11,50 US-Dollar pro Optionsschein in der Bilanz. Für diese Falschdarstellung wird die Firma nun durch eine Sammelklage verklagt.

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Die Aktie dient schon länger als Spekulationsobjekt, dessen Preise mit jeder Ankündigung von einzelnen Testflügen des Space Ship Two und Verzögerungen von Testflügen steigen und fallen. In der fast 20-jährigen Firmengeschichte wurden nur drei Flüge über 80 km Höhe durchgeführt, bei der Entwicklung starben vier Menschen durch Nachlässigkeiten in der Sicherheit. Für 2020 wies die Firmenbilanz Verluste von 273 Millionen US-Dollar und einen Umsatz von 238.000 US-Dollar aus.

Investoren hoffen auf drei Flüge und 4 Millionen US-Dollar Umsatz im Jahr 2021. Derweil spricht Firmenchef Richard Branson vom Aufbau von Weltraumflughäfen, die 400 Flüge pro Jahr durchführen und Umsätze von einer Milliarde Dollar erzielen sollen. Die Firma besitzt dafür weder die notwendigen Raumschiffe noch die Trägerflugzeuge, noch sind diese im Bau oder hätten die für wirtschaftlichen Betrieb notwendigen Flugfrequenzen auch nur ansatzweise demonstriert.

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abufrejoval 31. Mai 2021

Die erhitzen zwar auch die Atmosphäre, aber immerhin gibt es da etwas zum anfassen...

fragensteller 31. Mai 2021

Interessanter Artikel da ich eine kleine Summer investiert habe. Jedoch haette ich eine...



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