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Soziales Netzwerk: X gibt trotz Sanktionen blaue Haken an iranische Politiker

Blaue Haken gibt es bei X nur gegen Zahlungen – und diese sind im Falle des Iran sanktioniert. X soll dagegen verstoßen haben.
/ Tobias Költzsch
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Blaue Haken gibt es bei X nur noch gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr. (Bild: Dan Kitwood/Getty Images)
Blaue Haken gibt es bei X nur noch gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr. Bild: Dan Kitwood/Getty Images

Elon Musks Social-Media-Plattform X soll gegen US-Sanktionen gegen den Iran verstoßen haben. Das berichtet Wired(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf exklusive Informationen des Tech Transparency Projects (TTP), das der Plattform vorwirft, Abos an iranische Regierungsmitglieder verkauft zu haben.

Zahlreiche Mitglieder der Regierung und andere hochrangige Vertreter des iranischen Regimes haben demnach einen blauen Verifizierungshaken neben ihrem Namen. Diesen gibt es seit 2023 nur noch, wenn ein Premium-Abo für 8 US-Dollar im Monat oder ein Premium-Plus-Abo für 40 US-Dollar im Monat abgeschlossen wird.

Die damit verbundenen Finanztransaktionen würde aber gegen die von den USA gegen den Iran verhängten Sanktionen verstoßen. Wie ein Experte Wired erklärte, können iranische Regierungsmitglieder X kostenlos verwenden – dies würde keinen Verstoß darstellen. Sollte aber eine Zahlung erfolgt sein, was angesichts des blauen Hakens naheliege, liege ein Verstoß vor.

Kritik an Reichweite von iranischer Propaganda

Das TTP kritisierte, iranische Regierungspolitiker hätten während der Aufstände im Januar 2026 staatliche Propaganda verbreiten können, die dank des Abos sogar noch stärker ausgespielt worden sei. Zur gleichen Zeit drohte die US-Regierung dem Iran mit einem Eingreifen zum Schutz der Demonstranten.

Wired fragte X nach den Hintergründen, erhielt allerdings keine Antwort. Interessanterweise verschwanden die blauen Haken nach der Anfrage bei allen Politikern, die Wired X gegenüber nannte. Bei weiteren Regierungsmitgliedern, die das TTP gefunden hatte, Wired gegenüber X aber unerwähnt ließ, sind die Haken weiterhin vorhanden.

Die US-Regierung verwies das Magazin an das Finanzministerium, das über die Sanktionen wache. Ein Sprecher erklärte, dass man keine Kommentare zu spezifischen Vorwürfen abgebe, aber jegliche Vorwürfe zu Sanktionsbrüchen ernst nehme.


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