Abo
  • IT-Karriere:

Soziales Netzwerk: Snapchat geht an die Börse - und Google profitiert

Das Unternehmen Snap plant eine Milliarden-Platzierung. Doch die erstmals veröffentlichten Zahlen offenbaren noch Risiken - Google Cloud kann sich aber auf sichere Umsätze freuen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Mit der Kamera-Brille Spectacles macht Snap ein paar Extra-Dollar.
Mit der Kamera-Brille Spectacles macht Snap ein paar Extra-Dollar. (Bild: Snap)

Die populäre Foto-App Snapchat lockt täglich rund 160 Millionen Nutzer an - fuhr im vergangenen Jahr aber einen gewaltigen Verlust von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar ein. Ihre Betreiberfirma Snap kündigte am Donnerstag dennoch einen drei Milliarden US-Dollar schweren Börsengang an. Die erstmals veröffentlichten Zahlen zeigten auch Schwächen im Geschäft auf.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Wilhelmshaven
  2. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Eschborn

So stockte das früher rasante Wachstum der Nutzerzahlen Ende des vergangenen Jahres plötzlich. Snapchat hatte laut Börsenprospekt im Schlussquartal 2016 im Schnitt rund 158 Millionen User am Tag. Im Vergleich zum dritten Quartal kamen nur noch fünf Millionen Nutzer hinzu. Im gesamten Jahr waren es aber rund 50 Millionen.

Aus den nun veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass Google von Snapchat als technischer Dienstleister besonders profitiert. Snap bezieht von dem Internet-Riesen die Clouddienste und schloss gerade einen Fünfjahresvertrag ab, für den insgesamt zwei Milliarden US-Dollar fließen sollen.

Der Jahresumsatz von Snap sprang 2016 von 58,6 auf 404,5 Millionen US-Dollar hoch, weil das Geschäft mit Werbeanzeigen in Fahrt kam. Die Verluste waren aber weiter deutlich höher. Snap verlor im vorigen Jahr 514,6 Millionen Dollar, nach einem Fehlbetrag von knapp 373 Millionen Dollar im Jahr 2015.

Snapchat wurde vor allem bei jungen Nutzern populär mit Fotos, die nach dem Ansehen von alleine verschwinden. Inzwischen wird die App auch stärker für Kommunikation genutzt und zu einer Plattform für Medieninhalte ausgebaut.

Snap brachte zudem eine Kamera-Brille heraus, deren Vertrieb in diesem Jahr dem Börsenprospekt zufolge stark ausgebaut werden soll. Bisher wurde sie nur in kleinen Mengen vor allem aus wenigen Automaten mit wechselnden US-Standorten verkauft. Die USA sind der wichtigste Markt für Snap mit 68 Millionen täglichen Nutzern, Europa folgt mit 52 Millionen.

Die Unterlagen zeigen auch, dass die Mitgründer Evan Spiegel und Robert Murphy die beiden starken Figuren bei Snap sind. Sie halten jeweils knapp 22 Prozent der Anteile und 44,3 Prozent der Stimmrechte. Damit kann ohne sie keine Entscheidung getroffen werden.

Investoren und Erfinder

Lohnen dürfte sich der Börsengang auch für die frühen Geldgeber Benchmark Capital Partners und Lightspeed Venture Partners, die je 12,7 und 8,3 Prozent der Aktien halten. Nach bisherigen Informationen peilt Snap für die gesamte Firma einen Börsenwert von 25 Milliarden US-Dollar an. Die geplanten Einnahmen von drei Milliarden US-Dollar könnten auch erst noch ein Platzhalterwert sein.

Angesichts dieser Dimensionen machte ein Kommilitone von Spiegel und Murphy, der behauptete, die von allein verschwindenden Bilder seien eigentlich seine Idee gewesen, einen schlechten Deal. Die Klage von Reggie Brown wurde 2014 mit einer Zahlung von 157,5 Millionen US-Dollar beigelegt, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht. Brown warf den Snapchat-Mitgründern vor, sie hätten die App auf seiner Idee aufgebaut, ihn aber leer ausgehen lassen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-75%) 3,25€
  2. 7,99€
  3. 0,49€
  4. 61,99€

Mixermachine 05. Feb 2017

Nach dem Standpunkt mancher hier, "machen" die Banken der Welt auch recht wenig. Ein...

Anonymer Nutzer 03. Feb 2017

Ja versteh ich auch nicht ganz. Bin ich wohl zu wenig Kapitalist um zu verstehen wieso...


Folgen Sie uns
       


ANC-Kopfhörer im Lautstärkevergleich

Wir haben Microsofts Surface Headphones und die Jabra Elite 85h bei der ANC-Leistung verglichen. Für einen besseren Vergleich zeigen wir auch die besonders leistungsfähigen ANC-Kopfhörer von Sony und Bose, die WH-1000XM3 und die Quiet Comfort 35 II.

ANC-Kopfhörer im Lautstärkevergleich Video aufrufen
e.Go Life: Ein Auto, das lächelt
e.Go Life
Ein Auto, das lächelt

Das Auto ist zwar klein, bringt aber sogar gestandene Rennfahrer ins Schwärmen: Das Aachener Unternehmen e.Go Mobile hat seine ersten Elektroautos ausgeliefert. In einer Probefahrt erweist sich der Kleinwagen als sehr dynamisch.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. EZ-Pod Renault-Miniauto soll Stadtverkehr in Kolonne fahren
  2. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
  3. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern

LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

Lightyear One: Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom
Lightyear One
Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom

Ein niederländisches Jungunternehmen hat ein ungewöhnliches Fahrzeug entwickelt, das Luxus und Umweltfreundlichkeit kombiniert. Solarzellen auf dem Dach erhöhen die Reichweite um bis zu 220 Kilometer.
Von Wolfgang Kempkens

  1. Elektroautos e.GO Mobile liefert erste Fahrzeuge aus
  2. Volkswagen Über 10.000 Vorreservierungen für den ID.3 in 24 Stunden
  3. Zellproduktion EU macht Druck auf Altmaier wegen Batteriezellenfabrik

    •  /