Soziales Netzwerk: Instagram will auffällige Konten überprüfen

Das zu Facebook gehörende soziale Netzwerk Instagram kündigt in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) an, Nutzerkonten mit auffälligem Verhalten und ungewöhnlicher Abonnentenstruktur zu überprüfen. Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass alle Accounts authentisch sind und von echten Menschen betrieben werden – und "nicht von Bots oder Menschen, die andere irreführen wollen" .
Als Beispiel für auffällige Konten nennt Instagram selbst etwa den Fall, dass "die Mehrheit der Abonnenten sich in einem anderen Land befindet" . Ebenso soll allen "Hinweisen auf Automatisierung" nachgegangen werden – was ein Merkmal von Bots sein könne. Wer der Aufforderung, sich zu identifizieren, nicht nachkomme, müsse mit Sanktionen wie einer Einschränkung der Reichweite oder der Deaktivierung des Kontos rechnen.
Instagram sagt nicht, warum die Suche nach Fake-Konten oder Bots verschärft wird. Zumindest gefühlt ist das Netzwerk nicht mehr oder weniger anfällig für Betrügereien als vergleichbare Dienste. Immerhin dürfte Instagram mit seinem Fokus auf Fotos und Lifestyle etwas weniger relevant für politische Manipulationsversuche sein als Twitter oder Facebook selbst, was die Beeinflussung von Wahlen angeht.
Ob die Betreiber in den letzten Wochen und Monaten mehr entsprechende Aktivitäten verzeichnet haben, ist unklar. Anders als bei Facebook sind auf Instagram keine Klarnamen vorgeschrieben, sondern Pseudonyme ausdrücklich erlaubt. Diese sollen auch bei den angekündigten Überprüfungen gewahrt bleiben.
Die Besitzer der Accounts müssen dafür etwa eine Kopie von ihrem Ausweis einschicken und zum Abgleich unter Umständen noch ein Selfie von sich anfertigen. Instagram verspricht, dass nur die zur Identifikation relevanten Angaben auf den Dokumenten beachtet und diese nach 30 Tage gelöscht werden.
Instagram gehört seit April 2012 zu Facebook. Der Dienst meldete im Jahr 2018 eine Milliarde aktive Nutzer, seitdem wurde keine neue Zahl genannt.