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Soziales Netzwerk: Facebook-Whistleblowerin gibt sich zu erkennen

Mit den Enthüllungen wollte die Whistleblowerin zeigen, welchen Schaden Facebook in der Gesellschaft anrichtet – wissentlich.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Die Facebook-Whistleblowerin hat sich zu erkennen gegeben. (Bild: Dado Ruvic/Illustration/Reuters)
Die Facebook-Whistleblowerin hat sich zu erkennen gegeben. Bild: Dado Ruvic/Illustration/Reuters

Die jüngste Serie von Enthüllungsberichten über Facebook geht zu großen Teilen auf eine ehemalige Mitarbeiterin zurück, die zur Whistleblowerin wurde. Die ehemalige Produktmanagerin Frances Haugen gab sich am 3. Oktober 2021 unter anderem in der US-amerikanischen TV-Sendung 60 Minutes zu erkennen. Am 5. Oktober 2021 soll sie sich Fragen im US-Kongress stellen.

Die 37-Jährige sagte dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) , sie sei frustriert gewesen, weil Facebook nicht ausreichend offen damit umgehe, dass das Online-Netzwerk Schaden anrichten könne. Zu ihrem Job bei Facebook, den sie im Mai 2021 nach rund zwei Jahren verließ, habe der Kampf gegen Manipulationsversuche bei Wahlen gehört.

Sie habe jedoch schnell das Gefühl gehabt, dass ihr Team zu wenig Ressourcen habe, um etwas auszurichten, sagte Haugen. Auch habe Facebook weiter auf Wachstum gesetzt, obwohl dem Unternehmen negative Auswirkungen der Plattform auf die Nutzer bekannt gewesen seien.

Facebooks Auswirkungen auf die Psyche von Kindern

Aus der Serie von Berichten im Wall Street Journal in den vergangenen Wochen schlug besonders ein Artikel schwer ein, in dem es um interne Untersuchungen zum Einfluss von Instagram auf junge Nutzer ging. Unter anderem hieß es in dem Bericht von Facebook-Forschern, bei zahlreichen Teenagern – vor allem Mädchen – verstärke Instagram die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, was wiederum Auswirkungen auf die psychische Gesundheit habe.

Facebook verwies nach der Veröffentlichung des Berichts darauf, dass sich Instagram für Teenager bei anderen Themen als hilfreich erwiesen habe. Dennoch legte das Online-Netzwerk danach Pläne für eine Instagram-Version für Zehn- bis Zwölfjährige auf Eis. Aktuell darf Instagram offiziell nur von Kindern ab 13 Jahren verwendet werden. Viele geben jedoch bei der Registrierung ein falsches Geburtsdatum an.

Nach eigenen Angaben wollte Facebook dieses Problem mit Instagram Kids angehen. Doch nach einer Anhörung im US-Senat wurde klar, dass dies politisch nur noch schwer durchzusetzen gewesen wäre.

Haugen will Schutz als Whistleblowerin

Ein Facebook-Sprecher erklärte nach den Äußerungen Haugens, das Online-Netzwerk versuche täglich, eine Balance zwischen dem Recht von Milliarden Menschen auf freie Meinungsäußerung und einer sicheren Umgebung für die Nutzer zu finden. Haugen beantragte bei US-Behörden offiziell Schutz als Whistleblowerin – so werden Mitarbeiter genannt, die durch Weitergabe von Informationen Missstände aufdecken wollen.


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