Soziales Netzwerk: Facebook ermöglicht Einsprüche gegen Löschungen

Auf Facebook werden hin und wieder auch Beiträge gelöscht, die eigentlich gegen keine der Regeln des sozialen Netzwerkes verstoßen. Nutzer sollen es in Zukunft einfacher haben, gegen derartige Fehlentscheidungen Einspruch zu erheben.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook will es Nutzern leichter machen, gegen unberechtigte Löschungen vorzugehen.
Facebook will es Nutzern leichter machen, gegen unberechtigte Löschungen vorzugehen. (Bild: Josh Edelson/AFP/Getty Images)

Facebook wird Nutzern erstmals die Möglichkeit geben, der Löschung ihrer Beiträge durch das Online-Netzwerk zu widersprechen. Die Funktion soll bis Jahresende weltweit für Löschgründe wie Nacktheit, Hassbotschaften und Gewaltdarstellung eingeführt werden.

Weitere Kategorien sollen folgen. Die Beschwerden gegen die Löschung würden typischerweise binnen 24 Stunden geprüft, erklärte Facebook am 24. April 2018 in einem Blog-Beitrag. Das Online-Netzwerk veröffentlicht darin auch ausführliche Gemeinschaftsstandards mit mehr Details dazu, welche Inhalte nicht erlaubt sind.

Prüfteam hat mittlerweile 7.500 Mitarbeiter in 40 Sprachen

Facebook erklärt in dem Beitrag zudem, wie die Prüfung und mögliche Löschung von Beiträgen vonstattengeht. Das soziale Netzwerk greift sowohl auf Meldungen anderer Nutzer zurück als auch auf eine künstliche Intelligenz, die Beiträge findet, die mutmaßlich gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen.

Geprüft werden die Beiträge stets vom Community Operations Team, das 7.500 Personen umfasst. Die Mitarbeiter arbeiten in über 40 Sprachen und sind an allen Wochentagen 24 Stunden am Tag im Einsatz. Bei diesem Prozess könne es zu Fehlern kommen, wie Facebook eingesteht, weshalb das Einspruchssystem eingeführt wird.

Die Formulierungen der Gemeinschaftsstandards folgten dabei eng den internen Richtlinien, nach denen die Prüfer beim Löschen gemeldeter Beiträge vorgehen, betonte Facebook-Managerin Siobhan Cummiskey. "Wir haben einige Details zurückgehalten, weil wir nicht wollen, dass Leute das System austricksen können", schränkte sie zugleich ein. Die ausführliche öffentliche Version der Benimmregeln solle stets zusammen mit den internen Richtlinien aktualisiert werden.

Nachtrag vom 25. April 2018, 9:20 Uhr

Sollte Facebook einen gelöschten Beitrag trotz Beschwerde nicht wiederherstellen, ist auch ein gerichtlicher Weg möglich. So hatte das Berliner Landgericht im März 2018 das soziale Netzwerk per Einstweiliger Verfügung dazu verpflichtet, einen gelöschten Beitrag wiederherzustellen. Die Entscheidung stand nicht im Zusammenhang mit dem umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), da es sich nicht um eine rechtswidrige Meinungsäußerung gehandelt hatte.

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