Soziales Netzwerk: Elon Musk droht Werbekunden von Twitter
Der Milliardär Elon Musk hat in seinem sozialen Netzwerk Twitter damit gedroht(öffnet im neuen Fenster) , abtrünnige Werbekunden öffentlich unter Druck zu setzen. "Ein thermonukleares 'name & shame' ist genau das, was passieren wird, wenn das so weitergeht" , schreibt Musk.
Werbekunden ziehen derzeit vorübergehend oder dauerhaft ihr Geld bei Twitter ab. In den vergangenen Tagen kündigten unter anderem Volkswagen, der Pharmakonzern Pfizer und die Fluggesellschaft United Airlines an, bis auf Weiteres keine Werbung mehr auf Twitter zu schalten.
Die Firmen sorgen sich, dass ihre Anzeigen neben extremistischen oder anderweitig negativen Inhalten zu sehen sein könnten, die wegen einer veränderten Kontrollpraxis oder wegen gekündigten Mitarbeitern nicht mehr gelöscht würden.
Wegen eines derartigen Werbeumfeldes haben auch andere Dienste wie Youtube in der Vergangenheit bereits Etats verloren – und anschließend für weniger problematische Inhalte gesorgt.
Der Beitrag von Musk ist eine Antwort auf den rechten Politiker Mike Davis, der von Musk auf Twitter gefordert hatte, abtrünnige Werbekunden zu "benennen und zu beschämen" ( "name and shame" ), damit sie von den Followern boykottiert werden können.
Werbekunden könnten Twitter künftig grundsätzlich meiden
Zuvor hatte Musk sich beschwert, dass Aktivistengruppen die abtrünnigen Werbekunden unter Druck gesetzt hätten, sich von dem Netzwerk zurückzuziehen. Und das, obwohl sich "nichts bei der Moderation der Inhalte geändert hat" .
Die Drohung von Musk mit "thermonuklearen" Maßnahmen ist aus geschäftlicher Sicht vermutlich keine gute Idee. Unter anderem dürfte es die Akquise von Neukunden massiv erschweren, wenn diese bei einem Abzug von Werbegeldern mit öffentlicher Bloßstellung rechnen müssen.
Rund 50 Prozent der Mitarbeiter von Twitter entlassen
Momentan ist das Anzeigengeschäft die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle von Twitter. Musk möchte das zumindest zum Teil ändern, indem etwa das blaue Verifizierungssiegel für rund 8 US-Dollar/Monat im Abo angeboten wird.
Unterdessen begannen bei Twitter die angekündigten Massenentlassungen. Laut einem Bericht von Reuters(öffnet im neuen Fenster) sollen rund 3.700 Menschen ihren Job verlieren, was rund die Hälfte der Belegschaft ist.
Musk schrieb(öffnet im neuen Fenster) , dass es angesichts der hohen Verluste keine Alternative zu den Kündigungen gebe. Die Betroffenen erhielten eine Abfindung in Höhe von drei Monatsgehältern, was 50 Prozent mehr sei als gesetzlich vorgeschrieben. Am 4. November 2022 reichten ehemalige Mitarbeiter eine Sammelklage ein .
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