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Soziale Netzwerke: Datenschlampereien mit HIV-Status und Videodateien

Die Liste wird länger: Beim US-Datingportal Grindr und bei Facebook sind besonders krasse Fälle von nicht korrektem Umgang mit Daten von Nutzern bekanntgeworden. Vermutlich steckt hinter beiden Fällen schlicht Schlamperei.
/ Peter Steinlechner
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Symbol der App von Grindr (Bild: Leon Neal/Getty Images)
Symbol der App von Grindr Bild: Leon Neal/Getty Images

Nach den Diskussionen um die Weitergabe von Nutzerdaten durch Facebook an die Analysefirma Cambridge Analytica gibt es zwei weitere Fälle, in denen soziale Netzwerke beim Datenschutz versagt haben. Besonders problematisch ist der Fall von Grindr. Dabei handelt es sich um ein aus den USA stammendes, auch in Europa verbreitetes Dating- und Chat-Portal für Schwule. Das Unternehmen hat Angaben zum HIV-Status seiner Mitglieder an zwei Partnerfirmen weitergegeben.

Mit weiteren Daten des Nutzerprofils, etwa den per Smartphone-App ermittelten GPS-Standort des Mitglieds sowie der E-Mail-Adresse, lasse sich so von den Unternehmen relativ einfach herausfinden, welche Angaben ein konkreter Nutzer von Grindr über seinen HIV-Status gemacht habe, so Buzzfeed(öffnet im neuen Fenster). Das Magazin zitiert einen Entwickler mit der Vermutung, dass die Daten schlicht aus "Inkompetenz" weitergeleitet worden seien. Ob auch Mitglieder aus Europa betroffen sind, ist unklar. Grindr hat am 2. April 2018 bekanntgegeben, den HIV-Status seiner Mitglieder künftig nicht weiterzuleiten.

Facebook hat Videos nicht gelöscht

Eine weitere Datenpanne gab es auch bei Facebook. Wie zuerst das Magazin der New York Times berichtete(öffnet im neuen Fenster), hatte das Unternehmen alte Videos seiner Nutzer nicht gelöscht, auch wenn die das eigentlich so gewollt hatten. Betroffen sind ältere Aufnahmen, die vor einigen Jahren mit einer schon länger nicht mehr verfügbaren Funktion erstellt wurden.

Facebook Privatsphäre-Spots (2018)
Facebook Privatsphäre-Spots (2018) (01:27)

Falls ein Nutzer eine Videosession etwa abgebrochen hatte, blieb das Material ungewollt auf den Servern – wegen eines Bugs, so Facebook. Die Daten sollen nun nach Angaben von Facebook endgültig und tatsächlich gelöscht werden. Ob sie für das Targeting von Werbung verwendet wurden, ist unklar. Die Sache war aufgefallen, nachdem einige Nutzer ihre auf Facebook gespeicherten Daten heruntergeladen und durchforstet hatten.


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