Soziale Medien: Twitter markiert staatsnahe Konten

Auf Twitter gibt es eine Änderung beim Umgang mit Politikern und Medien: Staatsnahe Accounts werden jetzt markiert. Zu sehen ist das unter anderem beim offiziellen Konto des US-Präsidenten(öffnet im neuen Fenster) . Dort sind eine kleine Flagge und der Hinweis "US government account" angebracht. Ein Klick darauf führt zu weiteren Erklärungen von Twitter.
Eine ähnliche Markierung gibt es für staatsnahe Medien, die nach Auffassung von Twitter nicht unabhängig berichten können. Beispielsweise ist beim deutschen Kanal von Russia Today (RT) der Hinweis "Staatsnahe Medien in Russland" eingeblendet. Die markierten Konten werden von Twitter nicht mehr in Empfehlungen aufgenommen, was ihre Reichweite einschränken dürfte.
Twitter begründet(öffnet im neuen Fenster) die Neuerung damit, für mehr Transparenz sorgen zu wollen. Man wolle "den Menschen einen Kontext bieten, damit sie fundierte Entscheidungen darüber treffen können, was sie sehen, und wie sie sich auf Twitter engagieren."
Derzeit werden nur Konten der fünf Länder mit einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat markiert - also die USA, China, Frankreich, Russland und Großbritannien. Weitere sollen später folgen. Außerdem gilt die Regelung nur für relativ hochrangige Konten: Staatschefs, Botschafter und Außenminister etwa.
Es gibt noch weitere Einschränkungen. So werden bei den staatsnahen Konten nicht die persönlichen Konten von Politikern markiert. Deshalb ist zwar der offizielle Kanal des US-Präsidenten mit dem Hinweis versehen, aber nicht der von Donald Trump genutzte private Account(öffnet im neuen Fenster) .
Bei den Medien werden nur solche markiert, bei denen der Staat nach Auffassung von Twitter "die Kontrolle über redaktionelle Inhalte durch finanzielle Ressourcen, direkten oder indirekten politischen Druck und / oder Kontrolle über Produktion und Vertrieb ausübt" .
Twitter nennt als Beispiel für Medien, die nicht markiert werden, die BBC aus Großbritannien und das National Public Radio (NPR) aus den Vereinigten Staaten. Auch die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender dürften den Hinweis zur Staatsnähe nicht erhalten.



