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Soziale Medien: Rasterfahndung mit Caper

Unter dem Namen Caper erforscht die EU ein System zur Überwachung sozialer Medien. Die Daten sollen mit Polizeidaten verknüpft werden. An dem Forschungsprojekt sind auch deutsche Firmen beteiligt.
/ Jörg Thoma
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Das EU-Projekt Caper soll soziale Netzwerke wie Twitter für Strafverfolgungsbehörden durchsuchen. (Bild: Caper/Screenshot: Golem.de)
Das EU-Projekt Caper soll soziale Netzwerke wie Twitter für Strafverfolgungsbehörden durchsuchen. Bild: Caper/Screenshot: Golem.de

Mit Caper(öffnet im neuen Fenster) sollen unter anderem Daten aus sozialen Netzwerk aggregiert und Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung gestellt werden. Das Forschungsprojekt wird von der EU gefördert. Aus Deutschland ist das Fraunhofer-Institut für Grafische Datenverarbeitung beteiligt, während das Bundeskriminalamt das Projekt beobachtet.

Caper (Collaborative Information Acquisition Processing Exploitation and Reporting) ist "ein datenbankgestütztes Tool zur Datensammlung, Auswertung, Analyse und visuellen Darstellung von öffentlich zugänglichen Informationen", heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Linken. Zu öffentlich zugänglichen oder "Open-Source-Informationen" gehören unter anderem Suchmaschinen und soziale Netzwerke. Caper soll vor allem für die Strafverfolgung, "insbesondere der organisierten Kriminalität", eingesetzt werden.

Bildersuche dank Fraunhofer-Institut

Andrej Hunko von der Partei Die Linke befürchtet, dass "mit diesen sogenannten "Open-Source"-Informationen auch "Informationen aus anderen Systemen" verknüpft werden sollen. Hierzu gehören Polizeidatenbanken, aber auch Datenströme aus der Überwachung des öffentlichen Raumes. Ich weiß, dass das BKA bereits eine Bildersuche in seinen Informationssystemen einsetzt." Das Fraunhofer IDG forscht laut Auskunft der Bundesregierung im Bereich Bildvergleiche und der anschließenden Visualisierung der gesammelten Daten. "Personen in Bildern und Videos zu erkennen, soll es Ermittlungsbehörden ermöglichen, die Beziehungen innerhalb von Mafiastrukturen auch auf diesem Wege nachzuvollziehen," sagt die Bundesregierung.

"Derartige Anstrengungen wurden zuletzt vom britischen Geheimdienst GCHQ mit seinem Tool "Squeaky Dolphin" bekannt." Beide Projekte verfolgten eine ähnliche Zielsetzung: Es würden automatisierte Werkzeuge entwickelt, um Daten aus Suchmaschinen und Sozialen Netzwerken auszuwerten und darzustellen. "Ähnliche Verfahren wurden im EU-Projekt INDECT beforscht, das deshalb von Bürgerrechtsgruppen zu Recht kritisiert wurde. Allerdings gehen die neuen Projekte viel weiter: Die Inhalte der Nachrichten werden mit "semantischen Analysemöglichkeiten" durchforstet, " sagte Hunko weiter.

Das Forschungsprojekt Caper wird von EU mit etwa 5,5 Millionen Euro mitfinanziert. Die Forschung läuft vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2014.


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