Wenn Twitter-Bots etwas ändern könnten

Eine einzelne Person könnte auf diese Weise zahlreiche Accounts orchestrieren und möglicherweise bestimmte Themen und Hashtags nach oben bringen. Setzten deutsche Parteien oder andere Organisationen beispielsweise im Bundestagswahlkampf Twitter-Bots ein, wären sie anhand der von Twitter im Fall Russland angegebenen Kriterien wie IP-Adressen, Provider, E-Mail-Adressen oder Schriftzeichen nicht aufspürbar. Hinweise könnten die Tweet-Quellen wie eigene Apps oder unübliche Clients geben. Daher würde es den Einsatz von Bots zumindest ein bisschen erschweren, wenn die Quelle eines Tweets gleich mit angegeben würde. Werden die Tweets aber über Clients wie Twitter Web Client oder Twitter for Android abgeschickt, würde die Analyse sehr schwierig werden.

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Aber wäre das so schlimm? Hat Tucholsky nicht immer schon behauptet: "Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten?" Dieser Spruch ist nach Ansicht der Tageszeitung (taz) "der größte Quatsch seit der Erfindung des politischen Witzes" und findet sich selbstredend nicht im Werk Tucholskys. Brexit, Trump und rechtsextreme Abgeordnete im Bundestag sind Realität.

Twitter-Bots machen Spaß

Ob diese Entscheidungen wirklich durch automatisierte Accounts entscheidend beeinflusst wurden, lässt sich vermutlich selbst dann nicht wissenschaftlich beweisen, wenn wie im Falle der US-Wahlen feststeht, dass es Zigtausende automatisierte Accounts mit Russland-Bezug gegeben hat.

Trotz aller Kontroversen: Das Programmieren von Twitter-Bots ist einfach und macht Spaß. Es ist schon erstaunlich, auf wie viele Parameter sich zugreifen lässt und auf wie viele verschiedene Weisen damit interagiert werden kann. Natürlich sollte man jede neue Funktion zunächst nur lokal auf der Konsole testen. Wenn der Bot einmal unbeabsichtigt Dutzende Tweets in wenigen Sekunden rausgehauen hat, ist es sehr mühsam, diese wieder einzeln zu löschen. Außerdem sollen andere Nutzer mit ungeplanten Retweets nicht belästigt werden. Sinnvoll ist es daher, den Bot zunächst mit einem anderen eigenen Account interagieren zu lassen, um die Funktionen zu testen.

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Vorgefertigte Lösungen gehen schnell, sind jedoch meist sehr unflexibel. Mit dem eigenen Skript lässt beispielsweise auf jedes gefundene Zitat mit einer anderen Antwort reagieren. Das klingt dann etwas individueller und nicht ganz so automatisiert wie der Bot, der jedes Mal "Prost" twittert, wenn ein anderer Nutzer das Wort gepostet hat. Aber wie sagte Tucholsky bekanntlich: "Wenn Twitter-Bots etwas änderten, wären sie längst verboten." Von daher wäre es zu begrüßen, wenn Twitter seine API nicht so schnell abschalten würde.

Nachtrag vom 19. Juni 2018, 13:49 Uhr

Da Twitter den ursprünglichen Tucholsky-Bot blockiert hat, findet er sich nun unter dem Account twitter.com/Tucholsky-Kurt.

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toke 13. Feb 2018

Die Duplikatserkennung funktioniert nicht immer 100%. Bei mir trat es zum Beispiel...

Cok3.Zer0 04. Feb 2018

Auf der Blackhat hat man Bots gefunden.

daarkside 03. Feb 2018

Habe den Artikel wegen Hate Speech an Heiko gemailed.

FreiGeistler 02. Feb 2018

Um was gehts denn da? Wie bei den Web-Standards: man verlinkt nichts ohne Beschreibung...

s1ou 02. Feb 2018

Welche tools nutzt du für die sentiment analyse? NLTK funktioniert ja auf englisch gerade...



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