Kostenlose Twitter-Bots sind unflexibel

Die schiere Masse an Fake Quotes lässt sich auf Twitter im Falle Tucholskys kaum manuell bekämpfen. Doch an dieser Stelle kann man versuchen, Twitter mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Ein automatisierter Account könnte die falschen Zitate auf Twitter heraussuchen und den Nutzer höflich darauf hinweisen, dass er einem Fake Quote aufgesessen ist. Vielleicht löscht er daraufhin das Zitat. Oder andere Nutzer werden zumindest davon abgehalten, es weiterzuverbreiten.

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Wie lässt sich ein solcher Bot am einfachsten programmieren? Gibt es Anbieter, die solche Dienste im Internet kostenlos für Nutzer bereitstellen? Durchaus. So bietet der Dienst IFTTT (If this than that) zahlreiche vorkonfigurierte Anwendungen für Twitter an. Beispielsweise, um Beiträge auf anderen Plattformen mit Twitter zu verknüpfen. Selbst Spiegel Online nutzt für bestimmte Twitter-Feeds diesen Dienst. Dazu ist es nicht einmal erforderlich, einen eigenen API-Zugang zu Twitter anzulegen. Von 100 Zitaten, die in der vergangenen Woche mit dem Begriff Tucholsky getwittert wurden, stammen immerhin sieben von IFTTT. Eine App mit der von uns gewünschten Funktion findet sich dort jedoch nicht.

API-Zugang problemlos anzulegen

Einen kostenlosen Autoreply-Twitter-Bot ohne Code in fünf Minuten verspricht der Programmierer Amit Agarwal auf der Seite Labnol.org. Voraussetzung ist in diesem Fall jedoch ein eigener API-Zugang. Einen solchen Zugang anzulegen, geht sehr einfach über die Adresse apps.twitter.com. Nach dem Anlegen der App erhalten Nutzer vier erforderliche Zugangsdaten zur Twitter-Schnittstelle: consumer key, consumer secret, access token und access token secret. Diese vier Daten speichern sie sich am besten gleich auf dem Rechner, da sie für jeden der weiter unten erläuterten Bots eingegeben werden müssen.

Für Agarwals Bot auf Basis eines Google App Scripts müssen wir der Anwendung zudem einen Zugang zu unserem eigenen Google-Account erlauben. Wer Sicherheitsbedenken hat, legt sich dazu einen neuen Account an, der für nichts anderes genutzt wird. Dann lässt sich beispielsweise ein Suchbegriff eingeben, auf den mit einem bestimmten Text geantwortet wird. Bei der Suche lassen sich Begriffe auch logisch miteinander verknüpfen.

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Das klappt mit dem ersten Zitat einfach und problemlos. Da die Twitter-API auf Tweets der vergangenen sieben Tage zurückgreifen kann, erhalten gleich drei Nutzer einen Rüffel vom Tucholsky-Zitate-Check. Daraus entspinnt sich sogar eine Diskussion über die Zuverlässigkeit bestimmter Quellen und Fragen, ob eine Autorenangabe überhaupt wichtig ist, wenn einem das Zitat gefällt.

Doch als wir eine weitere Abfrage einrichten wollen, sollen wir dazu einen Premium-Account anlegen, der für fünf Bots 29 US-Dollar im Jahr kostet. Bei mehr Abfragen, was bei den vielen falschen Tucholsky-Zitaten erforderlich wäre, würden sogar 299 US-Dollar fällig. Also muss eine andere Lösung her, die gleichzeitig günstig und flexibel ist. Später stellen wir fest, dass sich der Bot nicht mehr nachträglich bearbeiten lässt und nur sicher gestoppt werden kann, indem wir uns Twitter-Zugangsdaten neu generieren. Aber wie sagte schon Tucholsky nicht: "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint."

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toke 13. Feb 2018

Die Duplikatserkennung funktioniert nicht immer 100%. Bei mir trat es zum Beispiel...

Cok3.Zer0 04. Feb 2018

Auf der Blackhat hat man Bots gefunden.

daarkside 03. Feb 2018

Habe den Artikel wegen Hate Speech an Heiko gemailed.

FreiGeistler 02. Feb 2018

Um was gehts denn da? Wie bei den Web-Standards: man verlinkt nichts ohne Beschreibung...

s1ou 02. Feb 2018

Welche tools nutzt du für die sentiment analyse? NLTK funktioniert ja auf englisch gerade...



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