Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Souveränität: Europa baut Konkurrenz zu SpaceX auf

Mit dem Zusammenschluss von Airbus, Leonardo und Thales soll ein Konzern aufgebaut werden, um Europas eigenen Zugang zum All zu sichern.
/ Mario Petzold
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Europa möchte einen souveränen Zugang zum Weltall etablieren. (Bild: ESA)
Europa möchte einen souveränen Zugang zum Weltall etablieren. Bild: ESA

Wie Airbus(öffnet im neuen Fenster) vermeldet, schließt sich die Weltraumsparte des Konzerns mit den Pendants von Leonardo und Thales zusammen. Gemeinsam hat das neue Unternehmen 25.000 Angestellte und einen Jahresumsatz von 6,5 Milliarden Euro, ausgehend vom Ergebnis aus dem letzten Jahr.

Bis 2027 soll der neue Konzern funktionstüchtig sein, der dann zu 35 Prozent Airbus und zu je 32,5 Prozent Thales beziehungsweise Leonardo gehört. Ziel ist es, insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zusammenzuführen, um das europäische Weltraumprogramm zu stärken.

Europäische Souveränität als Ziel

Auf diese Weise soll eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den Weltraumprogrammen der USA, Chinas, aber auch Indiens aufgebaut werden. Derzeit hat die aktuelle europäische Trägerrakete Ariane 6, die bereits von Airbus Space und Defense gebaut wird, erst drei Starts vollführt, nur zwei davon waren erfolgreich.

Der verlässliche Transport von Satelliten dürfte eines, wenn nicht das wichtigste Hauptziel des Zusammenschlusses sein. So formuliert es auch die Esa, die gerade ihr Strategiepapier Esa Strategy 2040(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt hat.

Sie schreibt: "Wir benötigen einen unabhängigen Zugang zum Weltall zu unseren Bedingungen, wann immer und wohin wir auch gehen wollen." Genau das soll mit der Bündelung der Fähigkeiten der drei Konkurrenten gelingen.

Allein ist nicht immer besser

Gut möglich, dass der neue Weltraumkonzern, der laut Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) seinen Hauptsitz in Toulouse, also an der Zentrale von Airbus, haben wird, die zu den Fähigkeiten von SpaceX klaffende Lücke ein wenig zu schließen vermag.

Dass die dominante Rolle eines einzelnen Unternehmens nicht nur Vorteile hat, sollte aber auch klar sein. Die amerikanische Mondmission ist derzeit von SpaceX fast vollständig abhängig, während sich deren Konzept mit einem sehr groß dimensionierten Starship und einer orbitalen Tankstelle als wenig tragfähig erweist.

Von 2024 wurde der geplante Termin für eine bemannte Mission zum Mond mittlerweile auf 2028 verschoben . Der Konkurrenz, etwa Blue Origin, fehlen in der Zwischenzeit die lukrativen Verträge, um mit SpaceX mithalten zu können.

Echter Wettbewerb sieht anders aus und wird mit dem angekündigten Zusammenschluss vielleicht von anderer Seite neu belebt.


Relevante Themen