Zum Hauptinhalt Zur Navigation

South Park Staffel 18: Eine sehenswerte Staffel voller IT-Kritik

Ob Kickstarter , Drohnen oder Twitter-Tags: Gerade in diesem Jahr haben sich Trey Parker und Matt Stone in South Park viel mit Entwicklungen in der IT auseinandergesetzt. Es wurde persifliert, kritisiert und alarmiert.
/ Andreas Sebayang
91 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Butters erlebt seine Umwelt in South Park mit der Oculus-Taucherbrille. (Bild: South Park Studios/Screenshot: Golem.de)
Butters erlebt seine Umwelt in South Park mit der Oculus-Taucherbrille. Bild: South Park Studios/Screenshot: Golem.de

Die South-Park-Macher Trey Parker und Matt Stone haben sich 2014 besonders viele Technikbelange vorgenommen und sie kritisiert. South Park ist zwar schon seit Jahren eine technikkritische Animationsserie, doch in der nun fertig ausgestrahlten 18. Staffel kam in besonders zahlreichen Folgen das Thema EDV und Technik vor. Es wurde persifliert, kritisiert und auf Missstände aufmerksam gemacht. Und das in teils wirklich gelungenen Folgen.

Gleich zu Beginn der Staffel überraschten Parker und Stone mit einer schönen Kritik am Kickstarter-Konzept. Die Folge mit dem treffenden Titel Go Fund Yourself, was natürlich wie Go Fuck Yourself klingen soll, kritisiert, dass Investoren von ihrem Geld eigentlich nichts wiedersehen. Außerdem nimmt South Park schön den weit verbreiteten Bullshit(öffnet im neuen Fenster) auf die Schippe - sei es als inhaltslose Apple-Keynote-Nachmache oder Bullshit eines Managers.

Neue Taxidienste wurden in der Folge Handicar (Episode 4) thematisiert. Allerdings wurden Dienste wie Uber nicht unbedingt kritisch beleuchtet. Traditionelle Taxiunternehmen wurden eher als miefige Firmen dargestellt, die sich der neuen Konkurrenz widmen sollten. Thematisiert wurde auch die Problematik von Drohnen, die mit Kameras bestückt sind - in der Folge The Magic Bush (Episode 5).

Böse Kritik an Freemium-Spielen

Einen regelrechten Angriff auf vermeintlich kostenlose Spiele gab es eine Folge später in Freemium Isn't Free. Parker und Stone verglichen Entwickler von Freemium-Spielen ganz bewusst mit der Alkoholindustrie. Sie warfen den Entwicklern vor, es gezielt auf möglicherweise Spielsüchtige abgesehen zu haben, um ihnen viel Geld abzunehmen. Dass solche Spiele, selbst von renommierten Studios wie Electronic Arts, eine Schamgrenze vermissen lassen, zeigen Spiele wie Real Racing 3. Das EA-Spiel ist zwar kostenlos, verlangt aber für selten nutzbare Autos gerne 60 Euro . Beliebt und gleichzeitig eine extreme Abzocke ist auch Minion Rush.

Die neue Entwicklung hin zur virtuellen Realität mit Hilfe von Brillen wie dem Oculus Rift durfte der liebenswerte Butters durchmachen. Cartman setzte ihm eine unechte Brille auf die Nase. Gutgläubig, wie er nun einmal ist, lebt er fortan mit seiner Taucherbrille in einer erstaunlich lebensechten virtuellen Realität. Dass das nur schiefgehen kann, ist eigentlich schon klar, wenn Butters in einer Folge zum Opfer wird. Ein bisschen Kritik an Outsourcing von Support nach Indien gibt es als kleines Sahnehäubchen.

Das Ende der South-Park-Staffel mit Twitter-Hashtags

Mit einer Doppelfolge endet dann die sehenswerte 18. Staffel von South Park. #REHASH und #HappyHolograms nehmen sich die Youtube-Kommentarkultur als Thema an. Mit teils wunderbarer "Früher war alles besser"-Erzählung kritisiert Kyle, dass sein kleiner Bruder nicht mehr Videospiele selbst spielt, sondern sich auf Youtube anschaut, wie jemand beim Spielen das Geschehen kommentiert. Da auch noch Cartman anfängt, in das Geschehen einzugreifen, droht zudem fast ein Twitter-Hashtag-Weltuntergang.

Wie üblich ist South Park zudem hochaktuell - zumindest wenn der Zuschauer die Originalfolgen sieht, die wenige Tage später auch in Deutschland verfügbar sind. Der Vorlauf für eine South-Park-Folge kann nur wenige Tage betragen. Da kommen die Simpsons, die heute vor 25 Jahren das erste Mal regulär ausgestrahlt wurden, und Family Guy mit ihren aufwendigen Zeichnungen nicht mit. Es macht South Park aber auch manchmal schwer verständlich, insbesondere da die Serie sehr stark Entwicklungen in den USA thematisiert.

Wer sich Go Fund Yourself! anschaut, sollte tatsächlich die Nachrichtenlage in den Vereinigten Staaten beobachten, um wirklich jeden Scherz zu verstehen, da etwa das Thema Rassismus dort auch verarbeitet wird. Ohne den Hintergrund dürften viele Zuschauer das hierzulande gar nicht bemerken. Manche Rassismus-Vorfälle sind allerdings auch hierzulande bekannt und so sind Anspielungen auf erschossene Afroamerikaner von weißen Polizisten mal mehr und mal weniger subtil Thema einzelner Folgen. Dazu gehört auch die Folge The Magic Bush.

Gewaltverzicht bei South Park

Ausgerechnet in der Animationsstadt South Park verzichten Parker und Stone mittlerweile überraschend häufig auf übertriebene Gewaltdarstellung und herumfliegende Körperausscheidungen. Beides hat häufiger mal dafür gesorgt, dass die eigentlichen Inhalte einer Folge etwas untergehen. Als 2008 in South Park das Internet in Form eines Linksys-Routers kaputt ging flog das Sperma regelrecht durch die Räume . Selbst hartgesottene South-Park-Gucker mussten das erst einmal verkraften.

Die aktuellen Folgen von South Park lassen sich leicht anschauen. Die gesamte Staffel ist auf southpark.de(öffnet im neuen Fenster) zu sehen. Gute Englischkenntnisse sind allerdings Voraussetzung, da die 18. Staffel noch nicht synchronisiert wurde. Die deutsche Webseite setzt noch einen Flashplayer voraus, während die US-Seite bereits ein neues Design nutzt, dass auf Adobes Flash verzichtet. Allerdings ist die US-Seite hierzulande gesperrt. Alternativ kann über die Apps auf Southpark-Folgen zugegriffen werden .


Relevante Themen