Source Sans Pro: Adobes erster Open-Source-Font

Eine Schriftart, die sich sowohl für einzelne Begriffe eignet, wie sie typischerweise im User Interface eines Programms verwendet werden, als auch für längere Texte - sowohl auf dem Display als auch gedruckt, sollte es werden. Das von Adobes Font-Designer Paul Hunt erschaffene Ergebnis heißt nun Source Sans Pro(öffnet im neuen Fenster) und orientiert sich an Schriften wie News Gothic und Franklin Gothic aus den 1920er Jahren.
Hunt konnte seine Schrift immer wieder in Anwendungen testen und einige Vorabversionen wurden sogar schon mit Open-Source-Projekten ausgeliefert - unter anderem mit der Plattform Strobe Media Playback unter dem Namen Playback Sans. Der vor kurzem veröffentlichte, auf Webkit basierende, Code-Editor enthält ebenfalls eine Vorabversion, die auf der zugehörigen Homepage zum Einsatz kommt.
So konnte Hunt seinen neuen Font immer weiter verbessern, wovon vor allem das kleine "l" profitiert hat, so dass es vom großen "I" gut zu unterscheiden ist. Die Schrift enthält aber auch ein alternatives vereinfachtes kleines "l".



Wer einfach nur den neuen Open-Source-Font von Adobe verwenden will, kann ein entsprechendes Source-Sans-Font-Paket(öffnet im neuen Fenster) herunterladen. Es enthält Source Sans Pro in sechs Gewichten, von "Extralight" bis "Black", in den Versionen Aufrecht und Kursiv.
Der Font deckt das lateinische Alphabet einschließlich der west- und osteuropäischen Sonderzeichen, Vietnamesisch, Pinyin(öffnet im neuen Fenster) für Chinesisch sowie Navajo ab. Es sind zudem die ersten Schriften von Adobe, die die Symbole für indische Rupien und türkische Lira enthalten.
Neben dem Paket mit den fertigen Schriften stellt Adobe die neue Schriftart auch zur Nutzung als Webfont über die Dienste Typekit(öffnet im neuen Fenster) (gehört Adobe), Webink(öffnet im neuen Fenster) und Google Web Fonts(öffnet im neuen Fenster) bereit. Zudem soll Source Sans Pro in Kürze in Google Docs verwendet werden können. Eine Übersicht über alle Zeichen in allen Varianten(öffnet im neuen Fenster) findet sich im Adobe-Type-Store.
Da Source Sans Pro aber eine Open-Source-Schriftart ist, stellt Adobe zudem sämtliche Quelldateien(öffnet im neuen Fenster) , die zur Erzeugung der Schrift verwendet werden, unter der Open Font License 1.1(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Das Material soll auch dazu dienen, anderen zu zeigen, wie man mit dem Adobe Font Development Kit for Opentype(öffnet im neuen Fenster) (AFDKO) eigene Schriften erstellt.
Fertig ist Source Sans Pro nicht, denn Adobe will den jetzt vorgelegten Font weiterentwickeln. Derzeit ist geplant, den Font auch für das kyrillische und griechische Alphabet anzubieten, und auch eine nichtproportionale Variante soll es in Zukunft geben.