• IT-Karriere:
  • Services:

Sounddesign: Wie vertont man ein geräuschloses Auto?

Ab kommendem Jahr müssen Elektroautos Töne abstrahlen, um auf sich aufmerksam zu machen. Wie aber soll ein Elektroauto klingen? Mit dem Thema beschäftigen sich Psychoakustiker - und da geht es längst nicht nur um Sicherheit.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Elektroauto Tesla Model S und Fußgänger: 40 Prozent höheres Unfallrisiko
Elektroauto Tesla Model S und Fußgänger: 40 Prozent höheres Unfallrisiko (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Ja, ein Achtzylindermotor mit seinem Blubbern im Leerlauf und dem satten Klang beim Beschleunigen klingt gut. Doch wer an einer großen Straße wohnt, einer Ampel zumal, an der mancher Fahrer mit dem nervösen Gasfuß spielt, wird die leisen Elektroautos schätzen. Was die Nerven gestresster Straßenanrainer schont, ist für andere jedoch eine Todesfalle.

Inhalt:
  1. Sounddesign: Wie vertont man ein geräuschloses Auto?
  2. Wie hören wir?
  3. Klang erweckt Emotion

Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls zwischen einem Elektroauto und einem Fußgänger sei um 40 Prozent höher als die eines Unfalls zwischen einem Verbrennerfahrzeug und einem Fußgänger, warnte die britische Blindenorganisation The Guide Dogs for the Blind Association vor drei Jahren. Das gilt natürlich vor allem für Blinde und Sehbehinderte. Elektroautos müssen deshalb in Zukunft Geräusche emittieren, um das zu verhindern. Eine Aufgabe für Psychoakustiker.

Elektroautos müssen Geräusche machen

2013 beschloss das europäische Parlament die Einführung von akustischen Warnsystemen (Acoustic Vehicle Alerting System, Avas): Diese sollen "ein dauerhaftes Geräusch erzeugen, das Fußgänger und gefährdete Verkehrsteilnehmer vor einem in Betrieb befindlichen Fahrzeug warnt". Ab Mitte 2019 müssen Hersteller ihre Elektroautos damit ausstatten.

  • Wie soll sich ein Elektroauto anhören? Hugo Fastl in seinem Soundlabor an der TU München. (Foto: Uli Benz/ TUM)
  • Leise Elektrautos sollen Geräusche abstrahlen, damit sie gehört werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Elektro-Porsche soll wie ein Porsche klingen ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und nicht wie ein E-Smart, hier das Konzept Vision EQ Fortwo.  (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Wie soll sich ein Elektroauto anhören? Hugo Fastl in seinem Soundlabor an der TU München. (Foto: Uli Benz/ TUM)

Wie aber soll ein Elektroauto klingen? Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE) hat auf ihrer Website einen Vorschlag dazu veröffentlicht, der aber eher nach Star Wars als einem Auto klingt. Die Europäische Union hingegen fordert, das Geräusch müsse "leicht erkennbar auf das Verhalten eines Fahrzeugs hinweisen und könnte dem Geräusch eines Fahrzeugs derselben Klasse ähneln, das mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet ist und unter den gleichen Bedingungen betrieben wird."

Welche Merkmal steckt im Autoklang?

Stellenmarkt
  1. CITTI Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Kiel
  2. Vorwerk & Co. KG, Wuppertal

Das Geräusch werde aus mehreren Komponenten bestehen: "Das geht im Wesentlichen so, dass man sich überlegt, welche Merkmale in so einem Kraftfahrzeuggeräusch enthalten sind", sagt Hugo Fastl im Gespräch mit Golem.de. Fastl arbeitet am Lehrstuhl Mensch-Maschine-Kommunikation der Technischen Universität (TU) in München und beschäftigt sich mit Sounddesign.

Das Geräusch darf aber laut EU-Vorgabe nicht statisch sein, sondern "muss eindeutig auf das Fahrzeugverhalten und die Fahrtrichtung hinweisen". Das heißt, das Geräusch muss sich ändern, damit der Fußgänger eine Vorstellung davon bekommt, ob das Auto vorwärts oder rückwärts fährt, wie schnell es unterwegs ist, ob es schneller oder langsamer wird. Deshalb wollen die Forscher das Grundgeräusch mit tonalen Komponenten überlagern, die die Tonhöhe verändern.

Der Sound ist synthetisch

Da der Elektromotor selbst nur wenig Geräusch emittiert, muss das Fahrgeräusch synthetisch hergestellt werden. Das eröffne "nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, verschiedene Geräuschbilder zu erzeugen", sagt Fastl. "Wir machen Grundlagenforschung dazu, wie der Mensch überhaupt hört und wie man Höreindrücke anhand von physikalischen Größen beschreiben kann. Dementsprechend können wir dieses Grundlagenwissen auch für das Sound-Design von Elektroautos anwenden."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wie hören wir? 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 44,99€ (Bestpreis)
  2. (u. a. The Surge 2 für 42,99€, Trackmania 2: Stadium für 5,99€, Fallout: New Vegas Ultimate...
  3. (aktuell u. a. Netgear Pro Safe JGS524Ev2 Switch für 103,90€, Hasbro Nerf N-Strike für 36...
  4. (u. a. Samsung RU7419 (43 Zoll) für 329€, Samsung RU7409 (50 Zoll) für 449€, Samsung RU8009...

interlingueX 28. Mai 2018

Mir persönlich würden leise Städte auch wesentlich besser gefallen &#8211...

dantist 27. Mai 2018

Dachte ich mir auch. Auf meinem Fahrradweg zur Arbeit gibt es einen Abschnitt, auf dem...

RipperFox 25. Mai 2018

Gelungener Fahrzeugsound: https://youtu.be/FyinD6ZDqeg?t=11 Für E-Roller gibt's auch...

dmark 24. Mai 2018

Lanz Bulldog rulez! https://www.youtube.com/watch?v=fFrDA11ysyg

cpt.dirk 19. Mai 2018

Darwin sortiert nicht, der verleiht nur die Awards ^^


Folgen Sie uns
       


Razer Eracing Simulator ausprobiert (CES 2020)

Der Eracing Simulator von Razer versucht, das Fahrgefühl in einem Rennwagen wiederzugeben. Dank Motoren und einer großen Leinwand ist die Immersion sehr gut, wie Golem.de im Hands on feststellen konnte.

Razer Eracing Simulator ausprobiert (CES 2020) Video aufrufen
Galaxy Z Flip im Hands-on: Endlich klappt es bei Samsung
Galaxy Z Flip im Hands-on
Endlich klappt es bei Samsung

Beim zweiten Versuch hat Samsung aus seinen Fehlern gelernt: Das Smartphone Galaxy Z Flip mit faltbarem Display ist alltagstauglicher und stabiler als der Vorgänger. Motorolas Razr kann da nicht mithalten.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Faltbares Smartphone Schutzfasern des Galaxy Z Flip möglicherweise wenig wirksam
  2. Isocell Bright HM1 Samsung verwendet neuen 108-MP-Sensor im Galaxy S20 Ultra
  3. Smartphones Samsung schummelt bei Teleobjektiven des Galaxy S20 und S20+

Geforce Now im Test: Nvidia nutzt einzigartige CPU und GPU
Geforce Now im Test
Nvidia nutzt einzigartige CPU und GPU

Wer mit Nvidias Geforce Now spielt, bekommt laut Performance Overlay eine RTX 2060c oder RTX 2080c, tatsächlich aber werden eine Tesla RTX T10 als Grafikkarte und ein Intel CC150 als Prozessor verwendet. Die Performance ist auf die jeweiligen Spiele abgestimmt, vor allem mit Raytracing.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Cloud Gaming Activision Blizzard zieht Spiele von Geforce Now zurück
  2. Nvidia-Spiele-Streaming Geforce Now kostet 5,49 Euro pro Monat
  3. Geforce Now Nvidias Cloud-Gaming-Dienst kommt noch 2019 für Android

Leistungsschutzrecht: Drei Wörter sollen ...
Leistungsschutzrecht
Drei Wörter sollen ...

Der Vorschlag der Bundesregierung für das neue Leistungsschutzrecht stößt auf Widerstand bei den Verlegerverbänden. Überschriften mit mehr als drei Wörtern und Vorschaubilder sollen lizenzpfichtig sein. Dabei wenden die Verlage einen sehr auffälligen Argumentationstrick an.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht Memes sollen nur noch 128 mal 128 Pixel groß sein
  2. Leistungsschutzrecht Französische Verlage reichen Beschwerde gegen Google ein
  3. Leistungsschutzrecht Französische Medien beschweren sich über Google

    •  /