Sound Open Firmware: Intel legt Audio-Firmware offen
Unter dem Dach der Linux Foundation haben Intel und Google das Sound Open Firmware (SOF) Project gegründet(öffnet im neuen Fenster). Das Projekt umfasst bisher die Firmware für die von Intel genutzten Digital Signal Processer (DSP) für Sound sowie ein Entwicklungskit (SDK) für die notwendige Infrastruktur und Werkzeuge, um die neuen Möglichkeiten der freien Firmware ausschöpfen zu können. Intel und Google laden explizit auch andere Hersteller dazu ein, sich an dem Projekt zu beteiligen.
In der Ankündigung begründen die Beteiligten den Schritt der Offenlegung so: "Während viele Audiotreiber mit Open-Source-Komponenten ausgeliefert werden, ist die Firmware weiterhin geschlossen und wird als Binärmodul ausgeliefert. Infolgedessen waren Firmware-Probleme oft schwierig zu beheben. Mit SOF können Entwickler und Benutzer Probleme schneller debuggen und beheben sowie den Platzbedarf und die Leistung optimieren, indem sie nur die für ihre Produkte erforderliche Funktionalität hinzufügen. Es bietet Entwicklern auch die Möglichkeit, die Sicherheit zu verbessern, indem die Codequalität bewertet wird."
Mehr als nur Firmware
Das Projekt sei außerdem die erste vollständig Open-Source-lizensierte Audio-Firmware mit einer freizügigen Lizenz. Die SOF-Firmware und -Treiber seien darüber hinaus plattform- und architekturunabhängig. Zusätzlich zur Firmware selbst beseht das SDK aus "Werkzeugen zum Konvertieren der Firmware in geeignete Formate und zum Debuggen, zum Erstellen eines Abbilds eines Emulators für das Tracing und Debugging der Treiber und Firmware, sowie aus ASoC-Linux-Kernel-Treibern, die zum Registrieren des DSP und der Firmware erforderlich sind".
Der Entwicklungschef für Chrome OS bei Google, Puneet Kumar, preist die Zusammenarbeit mit Intel und die Offenlegung der Firmware und sagt außerdem: "Wir freuen uns darauf, dass Sound Open Firmware die Entwicklung neuer Funktionen beschleunigen und die Systemintegration der DSP-Hardware und -Software vereinfachen wird."
Intel selbst verbaut den Audio-DSP seit den Core i-5000U alias Broadwell-U in seinem eigenen Chipsatz (PCH). Der Chip ist unter anderem für Decoding zuständig, sorgt für die Verwendung zu externen Codecs wie jenen von Realtek und wird letztlich auch für Displayport- oder HDMI-Audio verwendet. Im Linux-Firmware-Paket findet sich bereits Intels DSP-Firmware für die Core-i-Generation Broadwell, Skylake, Kaby Lake und Cannon Lake sowie die Atom-Serien Apollo Lake alias Broxton und Gemini Lake.
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