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Sony Xperia 1 im Hands on: Smartphone im schlanken 21:9-Format hat eine Triple-Kamera

MWC 2019
Drei Linsen mit jeweils 12 Megapixeln, ein schmales Gehäuse und ein 4K-HDR-Display zeichnen Sonys neues Oberklasse-Smartphone aus. Es ist Sonys erstes Smartphone mit einer Triple-Kamera, die drei unterschiedliche Brennweiten bietet.
/ Ingo Pakalski
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Sonys Xperia 1 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Sonys Xperia 1 Bild: Martin Wolf/Golem.de

Sony ändert mal wieder die Nomenklatur seiner Smartphones. Nach dem Xperia XZ2 folgt das Xperia 1 – die Zahl eins steht künftig für Sonys Oberklasse-Smartphones. Je kleiner die Zahl, desto besser ist die Ausstattung, was sich auch im Preis niederschlägt. Das Xperia 1 hat eine Triple-Kamera mit drei 12-Megapixel-Sensoren und als weitere Besonderheit eine schmales 21:9-Display mit 4K- und HDR-Unterstützung. Das Xperia 1 ist das Nachfolgemodell des Xperia XZ2 Premium und wurde auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona parallel mit dem Xperia 10, dem Xperia 10 Plus und dem Xperia L3 vorgestellt.

Golem.de konnte sich das Xperia 1 bereits im Vorfeld der offiziellen Vorstellung anschauen. Die Triple-Kamera hat drei verschiedene 12-Megapixel-Module mit unterschiedlichen Brennweiten. Das reicht von einer Standardbrennweite über ein Superweitwinkel bis zu einem Tele mit zweifachem optischem Zoom.

Sony Xperia 1 – Hands on
Sony Xperia 1 – Hands on (01:28)

In der Kamera-App kann der Nutzer zwischen den jeweiligen Kameras umschalten. Der Wechsel zwischen den Brennweiten hat bei uns noch einige Zeit gedauert; das gezeigte Modell sei bezüglich der Software aber auch noch in einem frühen Stadium, heißt es bei Sony. In der Standard- und Telekamera kommt ein optischer Bildstabilisator zum Einsatz, der wackelfreie Aufnahmen garantieren soll.

Mit dem Weitwinkelobjektiv lassen sich Aufnahmen in Superzeitlupe mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde in Full-HD-Auflösung aufzeichnen. Sony gibt an, Technik aus den Alpha-Kameras des Herstellers in das Smartphone eingebaut zu haben. Dazu gehört ein Autofokus mit Augenerkennung, der bei Porträtaufnahmen immer garantiert auf die Augen scharfstellt. Durch Dual-Pixel-Technik sollen auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Fotos entstehen. Dabei soll der Autofokus schneller agieren und besser auf sich bewegende Objekte scharfstellen können.

Die Kamera kann 4K-HRD-Videos im 21:9-Format aufnehmen und mit der mitgelieferten Cinema-Pro-App finden sich Funktionen, die aus den Sony-Profikameras stammen. Einstellungen wie Farbtiefe, Blende und manueller Fokus lassen sich vor der Aufnahme bestimmen. Für eine möglichst gute Wiedergabe auf dem Display gibt es den Bildverarbeitungschip Bravia X1 for mobile, der ein Ableger der Sony-Bravia-Fernseher ist und für eine besonders intensive Schwarzdarstellung und realitätsgetreue Farben sorgen soll. Auf der Vorderseite ist eine 8-Megapixel-Kamera eingebaut, die nicht in das Display eingelassen ist – es gibt also keine Ausbuchtung alias Notch.

Schmales 6,5-Zoll-Display

Das Xperia 1 hat ein 6,5 Zoll großes OLED-Display im 21:9-Format mit einer Auflösung von 3.840 x 1.644 Pixeln. Inhalte werden entsprechend scharf dargestellt und der Bildschirm wird von Gorilla Glass 6 vor Beschädigungen geschützt. Das neue Modell hat ein Always-On-Display. Trotz des großen Displays lässt sich das Smartphone aufgrund des schmalen Gehäuses problemlos mit einer Hand bedienen. Das Smartphone liegt gut in der Hand und das hohe Display liefert etwa im Mehrfensterbetrieb deutlich mehr Platz als ein weniger schmales und hohes Gerät. Im Querformat können Kinofilme ohne störende schwarze Balken oben und unten angeschaut werden, wenn diese ebenfalls im 21:9-Format vorliegen. Das Smartphone kommt auf Maße von 167 x 72 x 8,2 mm.

Das neue Modell hat wieder die Side-Sense-Funktion des Xperia XZ3. Mit einem Tippen auf die Kante des Displays wird ein zusätzliches Menü aufgerufen, um einhändig häufig benötigte Funktionen auszuwählen, ohne sich dabei die Finger zu verrenken. Sony ist mit dem neuen Modell wieder zu einem Fingerabdrucksensor auf der rechten Gehäuseseite zurückgekehrt.

Aber einiges hat sich bei der Umsetzung des Fingerabdrucksensors geändert.

Neues beim Fingerabdrucksensor

Anders als bisher gibt es neben dem Ein-Schalter mit integriertem Fingerabdrucksensor auch einen zusätzlichen Ein-Aus-Schalter ohne einen solchen Sensor. Dadurch ist es möglich, das Display einzuschalten, ohne dabei gleich das Gerät zu entsperren. Der Nutzer kann so etwa Informationen auf dem Sperrbildschirm einsehen, ohne das Gerät zu entsperren. Zudem gibt es neben der Lautstärkewippe eine gesonderte Kamerataste.

Das Xperia 1 läuft mit Qualcomms Oberklasse-Prozessor Snapdragon 855 mit einer Taktrate von bis zu 2,8 GHz. Zudem stehen 6 GByte Arbeitsspeicher, 128 GByte Flash-Speicher und ein Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 512 GByte zur Verfügung.

Sony hat einen neuen Spielebeschleuniger eingebaut. Damit sollen auch grafisch anspruchsvolle Spiele mit der passenden Einstellung im vollen 21:9- Format angezeigt werden und sich flüssig spielen lassen. Dafür kann die maximale Leistung des Prozessors für ein Spiel bereitgestellt werden. Außerdem lassen sich Benachrichtigungen während des Spielens abschalten und es können dabei Spielevideos aufgezeichnet werden. Im Zweifensterbetrieb können etwa Tipps auf Youtube abgespielt werden, während der Spieler im zweiten Fenster die Schritte nachmacht.

Das Smartphone hat Stereolautsprecher und unterstützt Dolby Atmos über kabelgebundene Kopfhörer. Zudem sollen passende Vibrationen Filme, Spiele und auch Musik spürbar lebendiger machen. Das Dual-SIM-fähige Smartphone unterstützt WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC und GPS. In Deutschland wird Vodafone die Dual-SIM-Ausführung nicht im Sortiment haben, dort wird es das Smartphone nur mit einem SIM-Kartensteckplatz geben. Es hat einen USB-Type-C-Anschluss, aber keine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. Es wird aber ein Adapter für klassische Kopfhörer mitgeliefert.

Der eingebaute Akku hat 3.330 mAh und kann mittels Schnellladetechnik geladen werden. Angaben zur Akkulaufzeit liegen nicht vor; drahtloses Aufladen unterstützt das neue Sony-Modell nicht. Das Smartphone steckt in einem Gehäuse nach dem Schutzstandard IP65/IP68 und ist damit wassergeschützt. Das Smartphone läuft mit Android 9.0 alias Pie, auf dem eine von Sony angepasste Oberfläche zum Einsatz kommt.

Bis das Xperia 1(öffnet im neuen Fenster) erscheint, dauert es noch eine Weile. Erst im Juni 2019 soll das Smartphone auf den Markt kommen. Dann soll es 950 Euro kosten und in den Farben Schwarz, Grau, Lila und Weiß erhältlich sein.

Fazit

Das Xperia 1 ist ein sehr gut ausgestattetes Oberklasse-Smartphone. Die Triple-Kamera klingt vielversprechend, hier holt Sony mit großen Schritten zur Konkurrenz auf und könnte sie hier auch überholen – das muss ein ausführlicher Test zeigen. Der Einsatz eines 21:9-Displays sorgt für ein Gerät, das gut einhändig bedient werden kann. Erfreulicherweise ist der Fingerabdrucksensor von der Rückseite wie beim Vorgängermodell Xperia XZ2 Premium wieder auf die Seite gewandert. Hier ist der Sensor bequemer erreichbar, vor allem, wenn das Smartphone auf dem Tisch liegt oder sich in einer Halterung im Auto befindet.

Die Prozessor- und Speicherbestückung lässt keinen Grund zur Klage aufkommen. Der spezielle Spielemodus dürfte das Letzte aus dem Gerät rausholen – auch das muss ein späterer Test zeigen. Unerfreulich ist für ein Oberklassegerät, dass der eingebaute Akku nicht drahtlos geladen werden kann. Es dauert noch einige Monate, bis das Gerät auf den Markt kommt. Bis dahin könnte Konkurrent Samsung schon einige Kunden vom neuen Galaxy S10 überzeugt haben.


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