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Sony WF-1000XM5 im Test: Guter Klang macht noch lange kein gutes Produkt

Sonys neue Bluetooth-Hörstöpsel haben einen tollen Klang, Bluetooth-Multipoint und – endlich – eine bessere Lautstärkesteuerung. Dennoch können die WF-1000XM5 nicht überzeugen.
/ Ingo Pakalski
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Sonys WF-1000XM5 im Test (Bild: Nina Völkel/Golem.de)
Sonys WF-1000XM5 im Test Bild: Nina Völkel/Golem.de

Sonys neuer Oberklasse-Hörstöpsel WF-1000XM5 mit Active Noise Cancellation (ANC) hat es schwer am Markt. Das liegt auch daran, dass Sony alte Fehler wiederholt. Zwar gefällt uns der WF-1000XM5 zum Teil besser als das Vorgängermodell WF-1000XM4 (g+) , aber die Konkurrenz setzt Sony mächtig unter Druck.

Wir haben die WF-1000XM5 mit den Elite 10 von Jabra verglichen; damit gehen Kunden derzeit die wenigsten Kompromisse ein. Ein weniger gelungenes Gesamtpaket sind die Airpods Pro 2 , vor allem wegen der fehlenden Android-Unterstützung. Boses Quiet Comfort Earbuds II sind aktuell die erste Wahl, wenn es um eine möglichst hohe ANC-Leistung geht – dafür sind an anderer Stelle Kompromisse vonnöten.

Die neue Generation der Sony-Hörstöpsel ist erfreulicherweise deutlich kleiner geworden. Die WF-1000XM5 ragen nicht mehr so weit aus dem Ohr wie das Vorgängermodell. Erneut setzt Sony bei der Oberklasse auf Foam-Aufsätze, die überarbeitet wurden. Auch wenn sich die Stöpsel etwas leichter ins Ohr bringen lassen, müssen wir die Foam-Aufsätze vorher zusammendrücken, damit sie optimal passen. Das ist vor allem unterwegs nervig, wenn man dafür eigentlich eine dritte Hand bräuchte. Diesmal liegen Aufsätze in vier Größen bei, damit sie möglichst in jedes Ohr passen.

Sony setzt bei WF-1000XM5 wieder auf Foam-Aufsätze

Die Sony-App zu den WF-1000XM5 hilft, die richtige Größe zu finden und zu prüfen, ob die Stöpsel korrekt sitzen. Bei uns saßen die Stöpsel selten auf Anhieb optimal, wir mussten viel nachjustieren. Je nach Ohrform kann es sein, dass andere diese Schwierigkeiten nicht haben. Mit den Produkten von Apple, Bose oder Jabra haben wir keine vergleichbaren Probleme.

Lange wollen wir die WF-1000XM5 nicht tragen, das muss aber nicht bei jedem so sein. Die Konkurrenzprodukte von Apple, Bose und Jabra sind angenehmer im Ohr – auch nach mehreren Stunden.

Anders als beim Vorgängermodell entsteht bei uns mit den WF-1000XM5 durch die hohe passive Abdichtung ein starker Schritthall. Die Abdichtung erzeugt einen Druck im Ohr, jedes Auftreten ist als dumpfes Geräusch beim Laufen zu hören. Das mindert den Musikgenuss. Bei den Stöpseln von Apple, Bose und Jabra gibt es keinen Schritthall.

Sony-Stöpsel weiterhin nur bedingt mützentauglich

Die Sony-Stöpsel können unter einer Mütze getragen werden, ohne dass sie schmerzhaft ins Ohr gedrückt werden. Dennoch sind sie nur bedingt mützentauglich: Wenn wir den Kopf bewegen, sind störende Schab- und Kratzgeräusche zu hören, sobald sich der Stoff der Mütze über die Stöpsel bewegt. Diese Probleme gibt es auch mit dem Vorgängermodell.

Beim neuen Modell hat sich der Hersteller an den Stöpseln zum Teil für eine glatte Oberfläche entschieden, das ist kein Gewinn. Dadurch sind die Stöpsel rutschig und lassen sich weniger gut aus dem Ladeetui nehmen. Das Vorgängermodell hat eine matte Oberfläche, hier gibt es das Problem nicht.

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Gute Geräuschdämmung, aber nicht aufgrund hoher ANC-Leistung

Wie bei den WF-1000XM4 liefern die neuen WF-1000XM5 durch die Foam-Aufsätze eine hohe passive Geräuschdämmung. Immerhin hat sich die ANC-Leistung im Vergleich zum Vorgängermodell verbessert. Beim Testen der Leistungsfähigkeit der ANC-Funktion hören wir keine Musik und achten darauf, wie gut Lärm in der Umgebung unterdrückt wird, wenn wir die ANC-Technik aktivieren.

Dabei zeigt sich deutlich, dass der Lärm in der Umgebung mittels ANC zusätzlich nur leicht verringert wird. Mithilfe beider Verfahren erreichen die Sony-Stöpsel eine ähnliche Geräuschunterdrückung wie die Airpods Pro 2. Wir brauchen also Musik im Flugzeug oder in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht lauter zu stellen, um den Umgebungslärm nicht mehr zu hören. Im ANC-Betrieb gibt es kein störendes Grundrauschen.

An die hohe ANC-Leistung der Quiet Comfort Earbuds II von Bose kommt die Sony-Konkurrenz allerdings nicht ansatzweise heran. Die Bose-Stöpsel begeistern damit, dass sie den Eindruck vermitteln, den Krach in der Umgebung quasi einzusaugen, sobald sie im Ohr sitzen. Derzeit schaffen nur die Bose-Stöpsel so viel Stille, dass sie bei Nachtfahrten ideal für Beifahrer im Auto sind (g+) .

ANC-Technik macht Geräte anfällig für Windempfindlichkeit. Hersteller sollten Vorkehrungen treffen, damit das nicht passiert. Bei den WF-1000XM4 setzt Sony auf eine Softwarelösung, die gut funktioniert. Beim Nachfolgemodell wurden die Mikrofone so angebracht, dass die Reduzierung von Windgeräuschen automatisch erfolgt – das klappt sehr gut. Nun gibt es bei Sony den gleichen Komfort wie bei Apple oder Bose.

WF-1000XM5 liefern einen tollen Klang

Die WF-1000XM5 gehören zu den ANC-Geräten, die das Klangbild bei Aktivierung der ANC-Technik nicht verändern. Hier liefert die Sony-Neuvorstellung wieder einen tollen Klang. Das Klangbild ist dynamisch und weit, Details werden akkurat abgebildet. Die Stöpsel spielen mit klaren Höhen auf, so dass Gesang gut zu verstehen ist. Zudem gibt es knackige Mitten und einen intensiven Bassbereich, der sich nicht aufdringlich nach vorn schiebt.

Die Hörstöpsel von Sony unterstützen Bluetooth 5.3 und die Codecs SBC, AAC sowie LDAC. Über LDAC lässt sich Musik in höherer Qualität wiedergeben. Zudem ist Bluetooth-Multipoint integriert, um zwei Bluetooth-Verbindungen parallel zu nutzen. Wenn Bluetooth-Multipoint aktiv ist, steht LDAC weiterhin zur Verfügung. Technics ist derzeit der einzige Hersteller , der Bluetooth-Multipoint mit bis zu drei Geräten erlaubt.

Bei Sony ist der App-Zugriff mitunter nur auf einem Gerät möglich, wenn beide Verbindungen aktiv sind. Dabei kann es irreführende Fehlermeldungen geben.

Wenn der Hörstöpsel die Bluetooth-Verbindung kappt

Wie bei anderen Sony-Kopfhörer-Produkten lässt sich Bluetooth-Multipoint bei Bedarf abschalten. Wenn das passiert, agieren die Sony-Stöpsel besonders rabiat: Sofern sie mit zwei Geräten gekoppelt sind, schalten sie immer auf die zuletzt aktivierte Bluetooth-Verbindung. Sind die Stöpsel also mit einem Smartphone verbunden und schalten wir Bluetooth an einem Tablet ein, wird die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone gekappt, selbst wenn wir darüber gerade Musik hören.

Dieses Verhalten gibt es auch immer noch beim Vorgängermodell, so dass wenig Hoffnung besteht, dass Sony daran etwas ändern wird. Hier ziehen wir das Verhalten anderer Bluetooth-Hörstöpsel vor, bei denen eine bestehende Verbindung nicht getrennt wird.

WF-1000XM5 haben Transparenzmodus mit Spezialkomfort

Wie bei vielen ANC-Geräten üblich, haben auch die WF-1000XM5 einen Transparenzmodus, der nicht ganz natürlich klingt und in der Intensität angepasst werden kann. In der maximalen Einstellung gibt es beim Sony-Stöpsel ein sehr starkes Rauschen. Die vielen Einstellungen sehen wir nicht als Vorteil: Wir fänden es besser, wenn der Modus natürlich klingt, ohne dass wir eingreifen müssen. Hier sind Apple und Bose führend.

Im Transparenzmodus funktioniert die Technik zur Windgeräuschreduktion nicht so gut wie im ANC-Modus. Sobald es etwas windiger ist, sind die typischen Pfeifgeräusche zu hören. Hier schneiden Apple und Jabra besser ab.

Ergänzend zur ständigen Aktivierung des Transparenzbetriebs gibt es wieder zwei temporäre Aktivierungstechniken. Wir können den Transparenzmodus zeitweise aktivieren, indem wir einen Finger auf einen der Stöpsel legen. Nehmen wir den Finger weg, wird der ANC-Modus wieder aktiviert. Hierbei wird die Lautstärke der Musik verringert. Ansagen in öffentlichen Verkehrsmitteln können wir entsprechend gut hören. Es gibt keine Option, die Wiedergabe anzuhalten.

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Mit der Funktion Speak-to-Chat wird der Transparenzbetrieb aktiviert, indem wir einfach reden. Ein kurzes Hallo genügt und der Transparenzmodus ist aktiviert. Anders als bei der Finger-Aufleg-Geste wird die Musik angehalten. Die Stimmenerkennung funktioniert sehr gut und wir erhalten eine Sprachaktivierung für den Transparenzmodus.

Wie beim Vorgängermodell kann eine adaptive Geräuschsteuerung verwendet werden. Dabei wird der ANC-Betrieb oder der Transparenzmodus abhängig vom Verhalten des Nutzers umgeschaltet. Wir können der Automatik nicht viel abgewinnen, weil sie auch recht träge reagiert. Generell entscheiden wir lieber selbst, wie sich die Hörstöpsel verhalten.

Gute Sprachqualität bei Telefonaten

Die Sprachqualität bei Telefonaten in Innenräumen ist mit den WF-1000XM5 sehr gut. Dabei werden auch Umgebungsgeräusche unterdrückt, das geht aber leider manchmal zu Lasten der Qualität. Schreiben wir auf einer recht lauten Tastatur, ist das für die andere Seite nicht zu hören und wir werden gut verstanden. Geschirrgeklapper ist für die andere Seite nur leise hörbar, wir sind dann aber mitunter abgehackt und weniger gut zu verstehen.

Man merkt deutlich, dass die WF-1000XM5 versuchen, Störgeräusche rechnerisch zu beseitigen. Das geht manchmal auch draußen zu Lasten der Sprachqualität. Am Rande einer befahrenen Straße ist der Verkehrslärm für die andere Seite nur sehr leise zu hören. Wir selbst sind dann aber auch nur noch gedämpfter zu verstehen. Bei all dem sind Windgeräusche für die andere Seite nie zu hören. Im Vergleich dazu lässt die Konkurrenz von Apple, Bose und Jabra viel mehr Verkehrslärm durch und übertönt mitunter das Gesagte deutlich.

Wie bei allen früheren Sony-Stöpseln fehlt eine Möglichkeit, während eines Telefonats direkt am Stöpsel das Mikrofon abschalten zu können. Hier trumpft Jabra auf, es bietet diese Basisfunktion seit Jahren. Mit einem Firmware-Update haben die Airpods Pro 2 die Mikrofonsteuerung kürzlich nachgereicht bekommen .

Mit den WF-1000XM5 bietet Sony erstmals eine Lautstärkeregelung am Stöpsel, ohne dass auf andere grundlegende Funktionen verzichtet werden muss. Allerdings sind die Gesten zur Lautstärkeregelung blockiert, sobald wir damit telefonieren. Das ist ärgerlich.

Trotz einer großen Verbesserung sind wir mit den Steuerungsmöglichkeiten am neuen Sony-Stöpsel nicht zufrieden.

Sensorsteuerung der WF-1000XM5 ist schlecht

Wie viele andere Hersteller setzt Sony bei den WF-1000XM5 auf eine Sensorsteuerung, die bereits reagiert, sobald der Sensor einmal berührt wird. Nehmen wir den Stöpsel aus dem Ohr oder packen ihn ins Ohr, passiert es immer wieder, dass ungewollt Befehle ausgeführt werden.

Wie beim Vorgängermodell lässt sich das zwar verhindern, aber das Ganze ist nicht gerade logisch: Die Sensorflächen werden abgeschaltet, sobald beide Stöpsel draußen sind. Das gilt allerdings nur, wenn die Option zur automatischen Abschaltung bei Nichtnutzung aktiviert ist. Und selbst das verhindert keine ungewollte Steuerung, denn sobald ein Stöpsel im Ohr ist, sind die Sensorflächen bereits wieder aktiv.

Zudem gibt es am Stöpsel Mehrfachtipp- und Haltegesten, das ist anfällig für Fehleingaben. Immer wieder werden nicht die gewünschten Befehle ausgeführt.

Nur die WF-1000XM5 haben bisher die neue Lautstärkeregelung

Die WF-1000XM5 sind die bisher einzigen Sony-Stöpsel, die eine Lautstärkesteuerung bieten, ohne auf Grundfunktionen zu verzichten. Bisherige Sony-Stöpsel bieten zwar eine Lautstärkeregelung am Stöpsel, aber dann muss auf bestimmte Befehle verzichtet werden. Entweder fehlen dann die Befehle zur Musiksteuerung oder zur ANC-Bedienung. Bisher bietet Sony die neue Lautstärkeregelung nicht für ältere Produkte, obwohl sie eine reine Software-Lösung ist.

Mit einem vierfachen Tippen auf jeweils einer Stöpselseite kann die Lautstärke entweder erhöht oder verringert werden. Das ist in der Praxis zwar weniger kompliziert als es klingt. An den Komfort der Lautstärkeregelung bei der Konkurrenz von Apple, Bose und Jabra kommt Sony aber nicht heran. Und es bleibt ärgerlich, dass Sony anders als Jabra kaum Anpassungen an der Belegung erlaubt.

Außerdem gibt es den Nachteil, dass sich die Sensorflächen mit normalen Handschuhen nicht bedienen lassen. In der kalten Jahreszeit ist die Steuerung also eingeschränkt. Eine Verschlechterung gibt es auch bei Ansagen: Der ANC-Modus wird gar nicht mehr angesagt. Das wäre ein Nachteil, wenn der Unterschied zwischen abgeschaltetem und eingeschaltetem ANC nicht ohnehin so gering wäre.

Mit Kopfbewegungen die Stöpsel steuern

Für die WF-1000XM5 hat sich Sony auch eine neuartige Steuerung einfallen lassen: Durch Nicken des Kopfes können wir einen Anruf annehmen, mit einem Kopfschütteln lassen sich Anrufe ablehnen. Die Bewegungen können bei Nutzung von Spotify und Endel auch zur Musiksteuerung verwendet werden. In anderen Musik-Apps ist das nicht nutzbar. Im Alltag sehen wir diese Steuerung nicht unbedingt als großen Vorteil, weil sie zu eingeschränkt ist.

Sehr gut arbeitet die Ohrerkennung der WF-1000XM5: Sobald einer oder beide Stöpsel aus dem Ohr genommen werden, unterbricht die Musikwiedergabe. Sie wird fortgesetzt, wenn wieder beide Stöpsel im Ohr stecken. Diese Funktion kann bei Bedarf deaktiviert werden.

Tolle App für die WF-1000XM5

Sony bietet für die WF-1000XM5 eine App für Android und iOS an. Sie ist gut strukturiert und benötigt erfreulicherweise weder eine GPS-Aktivierung noch ein Nutzerkonto. Sie ist schnell gestartet und verbindet sich meist zügig mit den Stöpseln. Bei unserem Test kam es hier aber immer wieder zu längeren Wartezeiten, die wir von der Sony-App sonst nicht kennen. Es bleibt zu hoffen, dass Sony das korrigiert. Beim Aspekt App ist Apple das Schlusslicht, weil das Unternehmen keine Anstalten macht, eine Android-App für seine Kopfhörer-Produkte anzubieten.

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Die App deckt alle Funktionen zur Konfiguration der Stöpsel ab. Sie hilft dabei, den optimalen Sitz für die Stöpsel im Ohr zu finden. Wir können darüber die ANC- sowie Transparenzfunktionen steuern, Speak-to-Chat konfigurieren und die Ohrerkennung einstellen. Zudem gibt es einen Equalizer zur Klanganpassung und die App dient zur Einspielung von Updates. Updates lassen sich bei Bedarf manuell einspielen und werden nicht ohne Eingriffsmöglichkeit automatisch installiert, wie es bei Apple und Bose der Fall ist.

Vorsicht ist bei der Umstellung der Option zur automatischen Abschaltung der Stöpsel geboten. Ist diese aktiv, schalten sich die Stöpsel ab, wenn sie aus dem Ohr genommen werden. Gleichzeitig werden auch die Sensorflächen deaktiviert, ohne dass dies in der App erwähnt wird. Wir finden es widersinnig, dass zwei Funktionen über eine Option gesteuert werden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

Vorgängermodell des WF-1000XM5 hat längere Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit hat sich das neue Modell zum Teil verschlechtert: Der Hersteller gibt an, dass man bis zu 8 Stunden Musik hören kann. Das schaffen wir nicht, nach knapp 6,5 Stunden müssen die Stöpsel bei aktiviertem ANC und mit AAC-Codec wieder ins Ladeetui. Dabei mussten die Hörstöpsel permanent die Geräuschkulisse wie von einer Dunstabzugshaube eliminieren. Das Vorgängermodell erreicht hier mit 9,5 Stunden deutlich mehr, dennoch sind die Zahlen von Sony gut und übertreffen so manche Konkurrenz. Im LDAC-Betrieb verstummen die WF-1000XM5 nach knapp 5,5 Stunden.

Zumindest bei der Schnellladung bleibt Sony bei den bisherigen Werten: Nach einer 5-Minuten-Ladung können wir die Sony-Stöpsel 1 Stunde und 20 Minuten nutzen – wie auch beim WF-1000XM4. Bei LDAC-Wiedergabe laufen die Stöpsel nach einer 5-Minuten-Ladung nochmal 1 Stunde. Mit dem Ladeetui gibt Sony eine Laufzeit von 24 Stunden an, so dass zwei Aufladungen möglich sind. Durch die verkürzte Akkulaufzeit sind es am Ende eher um die 19 Stunden.

In der App zeigt Sony den Ladestand der Stöpsel und des Ladeetuis exakt in Einerschritten an. Das Ladeetui ist im Vergleich zum Vorgängermodell kleiner geworden. Es hat einen USB-C-Anschluss und kann mittels Qi-Technik drahtlos geladen werden. Die WF-1000XM5 sind nach IPX4 gegen Spritzwasser geschützt.

Sony WF-1000XM5: Verfügbarkeit und Fazit

Sony bietet die WF-1000XM5(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 320 Euro an. Sie sind in Schwarz und Silber verfügbar. Im Handel sind die WF-1000XM5 bereits für 300 Euro zu haben. Das Vorgängermodell WF-1000XM4(öffnet im neuen Fenster) kam vor über zwei Jahren zum Preis von 280 Euro auf den Markt – der Listenpreis wurde mittlerweile auf 200 Euro gesenkt.

Fazit

Die WF-1000XM5 von Sony zeigen, dass es bei überzeugenden Hörstöpseln auf mehr als nur einen guten Klang und eine gute Geräuschunterdrückung ankommt. Denn obwohl die WF-1000XM5 Verkehrslärm gut unterdrücken können und draußen nicht windempfindlich sind, mögen wir uns damit nicht gerne bewegen. Denn durch eine hohe Abdichtung in den Ohren kommt es zu starkem Schritthall – das nervt.

Besonders nervig ist außerdem, dass Sony seit Jahren darauf setzt, dass die Sensorflächen an den Stöpseln bereits bei einer einfachen Berührung reagieren. Das führt immer wieder dazu, dass ungewollt Befehle ausgeführt werden – wenn nicht die Geheimfunktion aktiviert wird. Da hilft es auch nicht, dass Sony endlich eine Lautstärkeregelung integriert hat, die sinnvoller ist als bisher, aber schon etwas speziell. Uns gefallen die Fingeraufleg-Geste sowie Speak-to-Chat, die beide praktisch sind, aber die anderen Nachteile bei der Steuerung nicht ausgleichen können.

Zu den positiven Aspekten gehört die gute Unterstützung für Bluetooth-Multipoint, wobei die Sony-Produkte weiterhin rabiat eine bestehende Bluetooth-Verbindung trennen, falls Bluetooth-Multipoint deaktiviert ist. Beim Tragekomfort sind die WF-1000XM5 deutlich schlechter als etwa die Konkurrenz von Apple, Bose oder Jabra.

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Im Transparenzmodus hat Sony die gleichen Schwierigkeiten wie bisher und bekommt ihn nicht so natürlich hin, wie es wünschenswert wäre. Wer sich auf die WF-1000XM5 einlässt, muss für unseren Geschmack zu viele Kompromisse eingehen.

Im Vergleich ziehen wir die Airpods Pro 2 vor, und wer eine besonders gute ANC-Leistung möchte, greift zu den Quiet Comfort Earbuds II von Bose .

Das beste Gesamtpaket gibt es derzeit mit den Elite 10 von Jabra . Apple und Bose sind gerade dabei, überarbeitete Bluetooth-Hörstöpsel auf den Markt zu bringen, die womöglich besser als die Vorgängermodelle abschneiden.

Ingo Pakalski hat in den vergangenen sechs Jahren schon viele Dutzend Kopfhörer pro Jahr getestet – ob In-Ears, Over-Ears oder Open-Ears. Nur sehr selten stößt er dabei auf Geräte, die er guten Gewissens empfehlen kann.


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