Sony: PS4 mobil, PS Vita stationär

Verkehrte Welt auf der Tokyo Game Show 2013 : Während die neuen Konsolen in Europa und den USA schon fast in den Wohnzimmern angekommen sind, zeigt Sony in Japan erstmal die Smartphone-App für die Playstation 4 und bringt mobile Spiele auf den Fernseher.
Shuhei Yoshida, Chef der Sony Worldwide Studios, hat auf der Tokyo Game Show ein Xperia Z1 ausgepackt und die Playstation-App gestartet – eine Premiere.

Über die neu programmierte App für iOS und Android zeigte Yoshida, wie Spieler zukünftig von mobilen Geräten aus mit ihrer Playstation 4 interagieren können. So wird es unter anderem möglich sein, über ein Malprogramm eigene Zeichnungen in ein 3D-Objekt zu konvertieren und an die PS4 zu senden. Yoshida zeichnete beispielsweise den Protagonisten des kommenden Actionspiels Knack und warf ihn in ein Augmented-Reality-Spiel auf der PS4.
Des Weiteren können Spieler über die App Einkäufe tätigen und die Aktivitäten von Freunden kommentieren. Sony legt Entwicklern die Nutzung der Playstation-App ans Herz, es gibt allerdings keinen Zwang. Wenn die Entwickler es wünschen, können sie zur Interaktion mit PS4-Spielen auch eigene Smartphone-Apps programmieren. In diesem Punkt unterscheidet sich Sonys Vorhaben von Microsofts Strategie für die Smartglass-App.
Sony will die PS4-Playstation-App für iOS und Android im November 2013 veröffentlichen.
Fünf Millionen Playstation 4 und optionale echte Namen
Andrew House, Chef von Sony Computer Entertainment, sagte in seiner Begrüßungsrede, das Unternehmen wolle bis Ende März 2014 fünf Millionen Playstation-4-Konsolen verkaufen.
Eine Umstellung plant Sony im Bereich der Onlineidentifikation. Optional sollen Spieler bald mit ihren realen statt mit ihren Spitznamen online gehen. Ein denkbarer Grund dafür ist, dass Freundeslisten von Playstation-Spielern zu leer sind. Sony-Manager Masayasu Ito begründete den Schritt mit der Angst von Casual-Gamern, andere Nutzer mit Spitznamen beispielsweise "Pokémon123" in ihre Freundesliste einzuladen.
Vita TV und PS Vita PCH-2000 ausprobiert
Die PS Vita TV ist Sonys Alternative zu Google Chromecast oder Apple TV. Der Fokus liegt bei Sonys Pendant noch stärker auf Spielen. Die Mischung aus Set-Top-Box und Minikonsole spielt die meisten Vita-, PSP- und PS-One-Spiele ab, dient aber ebenso als Receiver für Videoplattformen wie Youtube. Wie uns Shuhei Yoshida im Interview bestätigte, soll das Gerät zukünftig auch den Gaikai-Streaming-Service nutzen. Eine weitere interessante Option bietet die Vita TV für Playstation-4-Spieler an. PS4-Titel können durch die Vita TV auf einen zweiten Fernseher gestreamt werden.
Wir konnten die Funktionen auf Sonys Stand auf der Tokyo Game Show bereits ansehen. Ganz ohne Verzögerung gelingt der PS Vita TV das Streaming von PS4-Titeln nicht. Die Weitergabe von Inhalten einer Wii-U an das Wii-U-Gamepad erfolgt beispielsweise spürbar schneller. Dennoch sollten die meisten PS4-Titel abseits von Beat'em Ups über die Vita TV spielbar bleiben. Auf der visuellen Seite sind uns leichte Artefakte abseits der Bildmitte aufgefallen. Die Auflösung (max. 720p/1080i) wird ebenfalls sichtbar verringert. Inwiefern diese unschönen Kompressionen auf das Netzwerk der Tokyo Game Show zurückzuführen sind, wird erst ein ausführlicher Test zeigen.
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Überrascht waren wir von den sehr kompakten Dimensionen der Vita TV. Sie ist 65 mm lang, 105 mm hoch, 13,6 mm dick und wiegt 110 Gramm. Sie ist damit nur etwas größer als ein Kartenspiel und das kleinste Playstation-Produkt überhaupt.
Die PS Vita TV soll am 14. November 2013 im asiatischen Raum für unter 100 Euro erscheinen. Brancheninsider rechnen damit, dass das Gerät zukünftig auch in Europa und Amerika veröffentlicht wird.
Neue PS-Vita-Modelle angefasst
Im Rahmen des Interviews mit Shuhei Yoshida konnten wir das kommende mobile Modell der PS Vita mit der Bezeichnung PCH-2000 ausprobieren. Das gewichtsreduzierte Handheld liegt nun noch besser in der Hand und bietet ein stimmigeres Gesamtbild. Sony hat beispielsweise die mysteriöse Schnittstelle an der Oberseite entfernt, die bisher ungenutzt blieb. Die proprietäre Schnittstelle zum Aufladen der PS Vita hat Sony ebenfalls gestrichen. Sonys neue Version des Handhelds wird über Micro-USB-Kabel aufgeladen.
Der neue LCD-Bildschirm, der den bisherigen OLED-Bildschirm ersetzt, machte einen guten ersten Eindruck, auch wenn die Farben naturgemäß nicht mehr so kräftig dargestellt werden. Uns hätte dennoch eine noch energiesparendere Version der neuen PS Vita mit einem OLED interessiert.

Die neuen PS-Vita-Modelle sind bisher nur für Japan offiziell angekündigt worden und sollen in sechs verschiedenen Farben erscheinen. Wann die neuen Modelle nach Europa und Amerika kommen, steht noch nicht fest.



