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Sony-Leaks: MPAA lobbyiert weiter für DNS-Sperren

Der Lobbyverband der USA-Filmindustrie MPAA setzt sich unter dem Namen Project Goliath weiterhin für DNS-Sperren gegen Piraterie ein. Ein entsprechender Passus war bereits Teil des gescheiterten Gesetzentwurfs Sopa.

Artikel veröffentlicht am ,
Die MPAA stellt Überlegungen an, wie sie Sperren in DNS-Servern durchsetzen kann.
Die MPAA stellt Überlegungen an, wie sie Sperren in DNS-Servern durchsetzen kann. (Bild: MPAA)

Geht es nach dem Lobbyverband der US-Filmindustrie MPAA (Motion Picture Association of America), sollen Internet Service Provider (ISP) künftig unliebsame Internetseiten aus den Resource Records (RR) ihrer DNS-Server entfernen und so deren Zugang zumindest erschweren. Das aktuelle Gesetz stuft DNS als Informationsdienst ein, in den nicht eingegriffen werden darf. Offenbar sieht die MPAA aber Möglichkeiten, solche Sperren durchzusetzen.

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Nach der gegenwärtigen Rechtslage, die in dem Digital Millennium Copyright Act festgelegt ist, sind ISP dazu verpflichtet, den sogenannten Take Down Notices Folge zu leisten. Demnach müssen ISP Informationen über mögliche Urheberrechtsverletzungen herausgeben. Bislang werden aber solche Take Down Notices meist direkt auf die Webseiten selbst angewendet.

DNS-Server routen nicht, sondern indizieren

Nach Auffassung der MPAA könnte die Argumentation Gerichte überzeugen, dass die Resource Records eines DNS-Servers als Index oder Verzeichnis einzustufen sind, statt nur als ein Router für Daten. Sollten dem Gerichte Folge leisten, müssten ISP Einträge in ihren DNS-Tabellen löschen. "Ein Take-Down-Notice-Programm könnte ISP in die Eigenverantwortung nehmen, wenn sie nicht verhindern, dass Nutzer durch ihre DNS-Server auf Daten zugreifen können, die gegen das Urheberrecht verstoßen", heißt es in dem vom Oktober 2014 datierten Brief. Er wurde in den von den Guardians of Peace veröffentlichten Dokumenten von Sony Pictures entdeckt.

Das hätte aber auch zur Folge, dass DNS-Provider für alle Webseiten haftbar gemacht werden, die über ihre Server erreichbar sind. Außerdem könnte die MPAA mit der Drohung solcher Take Down Notices ISP so unter Druck setzen, dass sie DNS-Einträge auch ohne Gerichtsbeschluss entfernen.

Dass eine DNS-Sperre ineffektiv sein kann, sieht auch die MPAA ein. Denn sie verhindere nicht, dass Nutzer dennoch Webseiten mit illegalen Inhalten erreichen können, etwa über DNS-Server eines Drittanbieters. Dennoch könnte es gelegentlichen Nutzern das Aufsuchen solcher Seiten erschweren. Ziel der MPAA ist es, vor allem die Nutzung von urheberrechtsverletzenden Inhalten zu marginalisieren.

Missbrauch ist nicht ausgeschlossen

Hartgesottene werden ohnehin über Tor- oder VPN-Verbindungen solche Webseiten aufsuchen, wenn ihr ISP DNS-Sperren einsetzt. Sollte die Verwendung von DNS-Servern durch Drittanbieter ansteigen, könnten es schwieriger sein, Dienste wie DNSSEC erfolgreich durchzusetzen. Kritiker der Sopa-Initiative hatten davor gewarnt, dass eine Vereinfachung der Umsetzung eines Take Down Notices, im Zweifel auch zu überhastet umgesetzten DNS-Sperren führen kann. Beispiele dafür gab es in der Vergangenheit viele. 2001 sammelte die Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation zahlreiche Fälle unter dem Namen Chilling Effects. Damals wurden Suchmaschinenanbieter aufgefordert, zahlreiche Links zu illegalen Inhalten zu löschen.

Auf den neuen Gesetzentwurf Cispa, der den Austausch von Geheimdienst- und anderen Informationen über "Cyberbedrohungen" zwischen US-Behörden und US-Unternehmen fördern und anderen Zwecken dienen soll, will sich die MPAA offenbar nicht verlassen. Er wird in dem Brief nicht erwähnt, obwohl der Gesetzesentwurf so vage formuliert sei, dass er auch gegen Torrentseiten oder Wikileaks verwendet werden könne, wie die Electronic Frontier Foundation befürchtet.



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Fenix.de 18. Dez 2014

Quelle?

Shred 18. Dez 2014

Und uns werden DNS-Sperren für den Kampf gegen Kindesmissbrauch und Terror verkauft...

Schattenwerk 17. Dez 2014

Wenn wir bitte noch einmal kurz auf die Sache mit den Politikern zurück kommen können...

JTR 17. Dez 2014

Sie brauchen doch das Geld. Diese Manager bauen sich ganze Altäre und Tempel aus Geld, in...


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