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Sony Inzone M3 im Test: Der Playstation-Monitor zum Playstation-Preis

Der Sony Inzone M3 ist ein Paradebeispiel dafür, dass schönes Design im Playstation-5 -Look absolut unpraktisch ist.
/ Oliver Nickel
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Der Inzone M3 ist im Design der PS5 gehalten. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Der Inzone M3 ist im Design der PS5 gehalten. Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Sonys Inzone M3 passt designtechnisch gut zur Playstation und ist ein sehr gutes Gaming-Panel – gerade in schnellen Spielen ist der neue Monitor durch IPS und 240 Hz enorm stark. Allerdings hat er ein paar unsinnige Funktionen, und der sonderbare Stand mit drei Füßen hat einige Nachteile. Dazu kommen das gewöhnliche 27-Zoll-Format mit der altbekannten, heutzutage eher niedrigen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, an die wir uns erstmal gewöhnen mussten.

Doch bleiben wir zunächst bei der Ergonomie. Der Inzone M3 wird auf einen dreibeinigen Ständer aufgestellt. Er lässt sich mit nur zwei Schrauben leicht aufbauen. Sony liefert zudem eine Schlaufe mit, in die Kabel bei Bedarf eingehängt werden können. Das Panel wirkt so auf dem Schreibtisch modern und aufgeräumt.

Eingeschränkte Einstellungsmöglichkeiten

Der Standfuß lässt sich auch in der Höhe einstellen. Wir messen eine Maximalhöhe von 13,5 cm von der Tischplatte zur Panelunterseite. Das halten wir für etwas zu wenig. Wir müssen den Bildschirm deshalb auf dem Tisch selbst in der höchsten Einstellung noch einmal vertikal neigen, wenn wir nicht zu gekrümmt vor ihm sitzen möchten.

Ein weiterer Nachteil: Durch den starren Fuß lässt sich der Bildschirm weder seitlich ausrichten noch parallel zur Tischkante drehen. Entsprechend wird auch der Hochkantmodus für den Pivot-Betrieb nicht unterstützt. Allerdings könnten wir den Bildschirm auch an einem Schwenkarm mit Vesa-Mount befestigen. Der Inzone M3 unterstützt nämlich Vesa mit 100 x 100 mm.

Durch die weit nach hinten herausragende Querstrebe können wir den Bildschirm auch nicht direkt an eine Wand stellen. Er nimmt stets relativ viel Platz auf dem Schreibtisch ein, obwohl er im 27-Zoll-Format nicht zu den größten Displays gehört.

Genug Anschlüsse für die meisten Anwendungsbereiche

Der Inzone M3 mag aus ergonomischer Perspektive keine Bestnoten gewinnen, dafür kann der Monitor viele Anschlüsse vorweisen und an zwei Geräten mittels KVM-Switch genutzt werden. Insgesamt drei USB-A-Ports stehen zur Verfügung. Leider lässt Sony einen dedizierten RJ45-Port weg. Den würden wir bei einem Monitor mit KVM-Funktion eigentlich erwarten.

Immerhin können wir über USB und eine 3,5-mm-Klinke unsere angeschlossenen Peripheriegeräte an mehreren Geräten nutzen. Dazu wird ein Host per USB-B angeschlossen, der andere mittels USB-C. Dieser hat den zusätzlichen Vorteil, dass er gleichzeitig auch Bilddaten übertragen kann. Allerdings konnten wir daran unser Notebook nicht aufladen. Das funktioniert nur mit Smartphones oder anderen kleineren Geräten. Alternativ stehen zwei HDMI-2.1-Ports oder Displayport zur Verfügung.

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Die per KVM geteilten USB-Ports werden auf ein Gerät übertragen, sobald wir den entsprechenden Bildkanal auswählen. Zuvor müssen wir allerdings im On-Screen-Menü des Bildschirms festlegen, mit welchen Bildausgängen die KVM-Ports verknüpft werden – also beispielsweise HDMI1, HDMI2 oder DP.

Generell ist es schwierig, an die Anschlüsse von hinten zu gelangen: Sie sind hinter der dicken Kunststoffschale versteckt. Wir mussten den Monitor öfters anheben, um ein Kabel korrekt in die dafür vorgesehenen Ports zu stecken. Hier hätten wir uns gewünscht, dass die Anschlüsse einfacher erreichbar wären. Das würde etwa auch beim Einstecken von Wechselmedien in eine der USB-A-Buchsen helfen. Alternativ hätte es ein Port an der Front oder Panelseite getan.

Eines müssen wir Sony aber lassen: Wo es drauf ankommt, liefert der Inzone M3 sehr gute Ergebnisse ab: beim Panel selbst.

Im Kern ein tolles Panel

Von einem für Games ausgelegten Display erwarten wir keine fotoreifen Farbraumabdeckungen oder eine übermäßig starke Ausleuchtung. Stattdessen sollte es schnell schalten können und wenig Schlieren bei schnellen Bewegungen ziehen. Hier überzeugt der Inzone M3.

Das fängt bei der Helligkeit an. Bei vollem Kontrast und voller Helligkeit messen wir maximal 425 cd/m² – das ist sehr viel für einen stationären Monitor. In der Praxis schalten wir die Helligkeit deshalb meist auf etwa 50 bis 60 Prozent ein. Auch können wir mittels Schwarzausgleich dunkle Areale aufhellen. Lassen wir den Schwarzausgleich außen vor, kann der Inzone M3 einen für IPS guten Kontrast von 1.131 zu 1 mit darstellen. Dabei leuchtet ein schwarzer Pixel noch mit 0,39 cd/m².

Warum sollten wir einen Schwarzausgleich nutzen? In Games kann das Feature über virtuelle Leben oder Tode entscheiden, wenn wir gegnerische Spielfiguren auch in den dunkelsten Bereichen der Karte sehen. Besonders hilfreich ist das bei kompetitiven Shootern wie Counter-Strike: Global Offensive. Dort ist eine gute Sichtbarkeit enorm viel wert.

Das gilt auch für schnelle Pixelreaktionszeiten. Das Panel kann nicht nur mit 240 Hz sehr viele Bilder pro Sekunde anzeigen. Sony verbaute zudem ein IPS-Display, das typischerweise sehr gute Pixelreaktionszeiten aufweist. Selbst bei schnellen Bewegungen zieht das Bild keine Schlieren. Auch von Ghosting oder anderen Bildartefakten ist keine Spur zu sehen. Wenn wir beim Beispiel CS:GO bleiben: Ein schärferes Bild in Bewegung lässt uns gefühlt wesentlich besser zielen, da wir Gegenstände und Spielfiguren schneller und klarer erkennen.

Gut kalibriertes Display

Übrigens ist das Panel ab Werk bereits recht gut kalibriert. Keine der drei Grundpixelfarben (Rot, Grün, Blau) wird zu dominant angezeigt. Insgesamt kann das Panel in unseren Messungen 98,9 Prozent des SRGB-Farbraumes abdecken. Arbeiten wir mit DCI-P3- oder Adobe-RGB-Material – also etwa Bildern und Videos -, sollten wir uns aber woanders umschauen. Der Inzone M3 schafft hier 79,5 Prozent DCI-P3 und 74 Prozent Adobe RGB.

Schließen wir an den Monitor eine Playstation 5 an, kann diese automatisch mehrere Modi für Spiele und Filme verwenden. Dafür sind im Monitor bereits drei Profile vorinstalliert. Zwei weitere können von den Usern für eigene Zwecke genutzt werden.

Im Kino-Modus macht sich eine PS5 etwa HDR zunutze. Das Problem: Offiziell unterstützt der Monitor nur HDR400. Er kommt deshalb nicht über die von uns gemessenen 441 cd/m² hinaus. Entsprechend sehen wir den Unterschied kaum. Wir können HDR als Feature daher eigentlich ignorieren.

Uns ist auch eine weitere eher unsinnige Funktion aufgefallen. Der Monitor kann zum Beispiel Bildraten einblenden. Allerdings zeigt er dann einfach die eigene Bildfrequenz und nicht die Bildraten des jeweils angezeigten Inhaltes an. Wir müssen nicht dauerhaft wissen, dass der Monitor mit 240 Hz läuft.

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G-Sync compatible

Vermutlich ist das Feature für Variable Refresh Rates gedacht. Der Monitor ist nämlich als G-Sync-kompatibel eingestuft und wird auch als solcher von unserer Nvidia-Grafikkarte erkannt. Einige Games implementieren Variable Refresh Rates (VRR), um Bildartefakte und Scanlines zu vermeiden.

Im Spieleassistenten können wir auch einen Pizzatimer einblenden lassen. Das kann praktisch sein, wenn wir uns während des Zockens etwas zu essen zubereiten. Dumm nur, dass sich der Timer nur in Zehn-Minuten-Schritten einstellen lässt und keine genauen Angaben ermöglicht. Hoffentlich braucht unsere Pizza nur zehn Minuten oder wir wollen sie besonders knusprig nach 20 Minuten haben.

Generell ist das On-Screen-Menü mittels Steuerstick an der rechten Rückseite aber gut nutzbar und übersichtlich gestaltet. Wichtige Funktionen wie die Helligkeit, Kontraste, Schwarzausgleiche und Farbabmischungen finden wir schnell. Auch ist es nützlich, dass Sony uns hier zwei Custom-Profile für unsere Bedürfnisse bietet.

Sony Inzone M3: Verfügbarkeit und Fazit

Sony bietet den Inzone M3 aktuell für 700 Euro im eigenen Onlineshop(öffnet im neuen Fenster) an. Auf anderen Webseiten gibt es den Monitor ab etwa 600 Euro zu kaufen. Geht es uns nur um ein IPS-Panel mit 240 Hz Bildfrequenz, bekommen wir das auch weitaus günstiger.

Fazit

Der Inzone M3 ist ein sonderbares Produkt, bei dem wir nicht so richtig wissen, für wen es gedacht sein soll. Zwar sieht der Monitor durch den elegant wirkenden Standfuß sehr schick und modern aus. Allerdings opfert der Hersteller für das Design einige ergonomisch wichtige Aspekte. Der Monitor lässt sich nur begrenzt in der Höhe einstellen und weder drehen noch schwenken. Außerdem nimmt der Standfuß auf dem Schreibtisch relativ viel Platz weg.

Der USB-KVM-Switch könnte ein Kaufargument sein. Immerhin können sich bis zu zwei Geräte die drei USB-A-Ports an der Rückseite teilen. Allerdings fehlt uns ein Ethernet-Port. Auch lädt der Monitor ein angeschlossenes Notebook nicht mittels USB-C auf.

Das Panel an sich kann überzeugen. Durch die hohe Helligkeit, die solide Farbabdeckung und gute Kontraste liefert der Monitor generell zufriedenstellende Bilder ab. Ein Plus ist die hohe Bildfrequenz in Kombination mit der für IPS typischen schnellen Pixelreaktionszeit. Selbst schnelle Bewegungen in Spielen lassen dadurch keine Schlieren oder Artefakte erkennen.

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Allerdings werden die wenigsten Menschen für ein gutes IPS-Panel und ein ungewöhnliches und unpraktisches Design 600 oder 700 Euro ausgeben. Der Monitor ist schlicht viel zu teuer und es gibt zahlreiche günstige Alternativen.


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