Abo
  • Services:

Sony-Hack: Server-Einbruch war Sony längst bekannt

Dass sich Datendiebe Zugriff auf die Server von Sony Pictures verschafft haben, war dem Unternehmen seit einem Jahr bekannt. Es besteht offenbar auch ein direkter Zusammenhang mit dem Einbruch in Sonys Playstation-Netzwerk 2011.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Einbruch in die Server von Sony Pictures war dem Unternehmen wohl seit einem Jahr bekannt.
Der Einbruch in die Server von Sony Pictures war dem Unternehmen wohl seit einem Jahr bekannt. (Bild: Sony Pictures)

Der Einbruch in das Netzwerk von Sony Pictures wurde bereits vor einem Jahr entdeckt. Und er steht wohl im direkten Zusammenhang mit dem Hack auf Sonys Playstation-Netzwerk 2011. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg und beruft sich dabei auf anonyme Quellen. Offenbar hatten Hacker damals die Server-Infrastruktur des gesamten Unternehmens ausspioniert und nutzten ihre Informationen, um auch bei Sony Pictures einzubrechen.

Stellenmarkt
  1. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Schweinfurt
  2. BWI GmbH, Nürnberg, Bonn, Meckenheim, Koblenz, München

Laut den anonymen Quellen hatte Sony Pictures bereits vor einem Jahr einen ungewöhnlichen Datenverkehr in seiner Server-Infrastruktur bemerkt und einen externen Dienstleister mit der Analyse beauftragt. Mindestens seit Ende 2013 hatten die Einbrecher, die später unter dem Namen Guardians of Peace auftraten, regelmäßig Daten gesammelt und heruntergeladen und nutzten Verschlüsselung, um ihre Spuren zu verwischen.

Sicherheitsrelevante Daten wurden bereits 2011 erbeutet

Seit dem Einbruch 2011 in das Playstation-Netzwerk versucht Sony, unternehmensweit Schwachstellen ausfindig zu machen und zu schließen, berichten die anonymen Quellen. Damals sollen mindestens drei Hackergruppen das Netzwerk infiltriert haben. Die öffentlichkeitswirksame Veröffentlichung der privaten Daten von Playstation-Nutzern war wohl nur ein Teil der Beute. Eine andere Hackergruppe, die aus Russland stammen soll, habe zwei Jahre lang Spiele, Filme und Musik gestohlen und weiterverkauft. Sie hatte sich offenbar Zugriff auf Schlüssel zu Sonys DRM-Infrastruktur verschafft.

Laut einer anonymen Quelle habe Sony damals keine interne Prüfung veranlasst, um herauszufinden, welche Daten gestohlen wurden. Offenbar hatten sich die Einbrecher auch Zugang zu kritischen Teilen der Firmen-Infrastruktur verschafft, die es ihnen erlaubte, auch in die Server anderer Teile des Unternehmens einzubrechen, darunter auch Sony Pictures. Zwar habe das Unternehmen viel investiert, um das Playstation-Netzwerk abzusichern, andere Teile seines Netzwerks dabei jedoch vernachlässigt. Ein Grund dafür sei die dezentralisierte Server-Infrastruktur des Unternehmens.

Sony dementiert offiziell

Die jetzt von den Guardians of Peace gestohlenen Daten enthalten ebenfalls unter anderem kritische Informationen über die Sicherheitsinfrastruktur des Unternehmens, darunter Zugangsdaten zu wichtigen Datenbanken und zu digitalen Zertifikaten, die Sonys Netzwerk absichern sollen.

Offiziell bestätigte Sprecherin Jennifer Clark nur, dass das Unternehmen seit 2011 seine Sicherheitsmaßnahmen erhöht habe. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass beim Einbruch 2011 mehr Daten gestohlen wurden als bislang bekannt. Auch eine unmittelbare Zunahme der Softwarepiraterie habe das Unternehmen nicht registriert.

Sony mahnt US-Medien ab

Derweil drohen die Guardians of Peace mit weiteren Veröffentlichungen, die sie als "Weihnachtgeschenk" bezeichnen. Angestellte, die nicht wollten, dass ihre Daten veröffentlicht werden, sollten sich mit ihnen in Verbindung setzen. Mittlerweile kursiert auch eine frühe Version des Drehbuchs des nächsten James-Bond-Films Spectre im Internet. Die Produktionsgesellschaft Eon warnte in einer öffentlichen Stellungnahme vor juristischen Konsequenzen für diejenigen, die es sich herunterladen.

Außerdem erhielten mehrere US-Medien, darunter die New York Times und der Hollywood Reporter, Briefe von Sonys Anwälten. Sie sollten aufhören, aus den gestohlenen Daten zu zitieren, sonst müssten sie für den Schaden aufkommen, der durch die Weiterverbreitung der Informationen entstanden sein könnte. Die Daten sollten gelöscht werden. Recode hat den Brief veröffentlicht.



Anzeige
Top-Angebote

luzipha 17. Dez 2014

Als ich vor Jahren mein erstes eigenes Auto mit Unterhaltungselektronik ausrüstete waren...

Hotohori 16. Dez 2014

Das glaubst du doch wohl selbst nicht. Deren Urenkel werden den Schaden noch abbezahlen. ;)

ChemoKnabe 16. Dez 2014

Ist ja auch verständlich. Wer würde bei sowas auch den Namen angeben lassen. Die Person...


Folgen Sie uns
       


Square Enix E3 2018 Pressekonferenz - Live

Lara Croft steht kurz vor ihrer Metamorphose, Dragon Quest 11 und Final Fantasy 14 erblühen in Europa und zwei ganz neue Spieleserien hat Square Enix auch noch vorgestellt. Wie fanden wir das?

Square Enix E3 2018 Pressekonferenz - Live Video aufrufen
Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

VR-Rundschau: Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?
VR-Rundschau
Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?

Der mediale Hype um VR ist zwar abgeflaut, spannende Inhalte dafür gibt es aber weiterhin - und das nicht nur im Games-Bereich. Mit dabei: das beliebteste Spiel bei Steam, Jedi-Ritter auf Speed und ägyptische Grabkammern.
Ein Test von Achim Fehrenbach

  1. Oculus Core 2.0 Windows 10 wird Minimalanforderung für Oculus Rift
  2. Virtual Reality BBC überträgt Fußball-WM in der virtuellen VIP-Loge
  3. VR-Brillen Google experimentiert mit Lichtfeldfotografie

Blackberry Key2 im Test: Ordentliches Tastatur-Smartphone mit zu vielen Schwächen
Blackberry Key2 im Test
Ordentliches Tastatur-Smartphone mit zu vielen Schwächen

Zwei Hauptkameras, 32 Tasten und viele Probleme: Beim Blackberry Key2 ist vieles besser als beim Keyone, unfertige Software macht dem neuen Tastatur-Smartphone aber zu schaffen. Im Testbericht verraten wir, was uns gut und was uns gar nicht gefallen hat.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Blackberry Key2 im Hands On Smartphone bringt verbesserte Tastatur und eine Dual-Kamera
  2. Blackberry Motion im Test Langläufer ohne Glanz

    •  /