Sonos Move im Hands on: Toller smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb und Bluetooth
So muss ein smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb aussehen: Sonos hat – wie erwartet – seinen ersten akkubetriebenen Lautsprecher vorgestellt . Er heißt Move und hat gleich eine passende Ladestation dabei – im Unterschied zu dem im Oktober 2019 erscheinenden Portable Home Speaker von Bose oder dem Pure Discover . Zumindest für das Bose-Modell gibt es gegen Aufpreis eine Ladestation als Zubehör.
Der Move bindet sich in das Sonos-Ökosystem ein, hat aber eine Besonderheit: Er erlaubt eine Zuspielung über Bluetooth, die Sonos auf seinen übrigen Lautsprechermodellen auch weiterhin nicht ermöglicht. Die Bluetooth-Zuspielung kommt dann zum Einsatz, wenn keine WLAN-Versorgung gewährleistet ist. Sonos verspricht Optimierungen an den WLAN-Funktionen, um auch bei schwachem WLAN-Empfang noch eine gute Verbindung zu gewährleisten.
Lautsprecher ist robust
Nach Angaben von Sonos besitzt der Move die Schutzklasse IP56 und ist demnach gegen Regen, Spritzwasser, Stürze, Stöße und Staub geschützt. Damit soll er auch im Außeneinsatz keinen Schaden nehmen. Auf der Rückseite gibt es eine Griffmulde, um den drei Kilo schweren Lautsprecher tragen zu können. Das vergleichsweise hohe Gewicht von 4 kg spüren wir schon, aber über kurze Distanzen lässt sich der Lautsprecher angenehm tragen.
Wir können uns gut vorstellen, den Move mal auf der Terrasse, auf dem Balkon oder im Garten zu verwenden. Ansonsten kann er im Haus oder in der Wohnung problemlos in verschiedenen Räumen genutzt werden. Er lässt sich natürlich auch auf Ausflüge etwa in Parks mitnehmen, aber wir würden ihn nicht gerne lange Strecken mit der Griffmulde tragen wollen.
Beim ersten Ausprobieren lieferte der Move einen guten Klang. Gesang und Stimmen waren gut verständlich, der Mittenbereich war gut herausgearbeitet und auch im Bassbereich war einiges zu hören. Es kam uns so vor, dass der Bassbereich um einiges stärker ist als der des Sonos One, der nur etwas mehr als die Hälfte kostet und in einem kleineren Gehäuse steckt.
Der Move hat zwei digitale Verstärker der Klasse D, einen nach unten gerichteten Hochtöner, der hohe Frequenzen gleichmäßig im Raum verteilen soll und einen Mitteltöner, der tiefe und satte Bässe liefern soll. Außerdem sind vier Fernfeldmikrofone eingebaut, über die der Lautsprecher wahlweise mit Alexa oder Google Assistant über die Sprache gesteuert werden kann.
Sonos nutzt die eingebauten Mikrofone erstmals zur klanglichen Anpassung an die Raumgegebenheiten.
Move kommt mit automatischem Trueplay
Die Mikrofone werden auch für das Sonos Einmesssystem Trueplay verwendet, das im Move in einer abgewandelten Form integriert wurde. Das klassische Trueplay benötigt ein iOS-Gerät zum Einmessen der Raumakustik. Beim Move gibt es ein automatisches Trueplay, das den Klang an die veränderten Raumbedingungen anpasst. Der Lautsprecher merkt, wenn er bewegt wurde und macht dann eine erneute Messung, um einen möglichst guten Klang liefern zu können.
Das automatische Trueplay bleibt dem Move vorbehalten, auf anderen Sonos-Lautsprechern mit eingebauten Mikrofonen bleibt es beim klassischen Trueplay. Auf Nachfrage von Golem.de erklärte Sonos, dass das klassische Trueplay etwas bessere Ergebnisse liefere als das automatische, auch wenn die Automatik sehr gut Dienste leiste. Daher sei nicht geplant, diese auf Geräte ohne eingebauten Akku zu bringen.
Der Akku im Move lässt sich über die Ladestation oder über einen USB-C-Anschluss erledigen. Mit einer Akkuladung soll der Lautsprecher bis zu 10 Stunden am Stück Musik abspielen können. Das sollte für die meisten Szenarien ausreichend sein. Nach Angaben des Herstellers gibt es einen speziellen Standby-Betrieb, mit dem der Lautsprecher ohne Nachladen bis zu fünf Tage verwendet werden kann. Sonos gibt an, dass der Akku vom Kunden ausgetauscht werden kann. Was ein Austauschakku kostet, ist noch nicht bekannt.
Verlängerte Akkulaufzeit im Standby-Betrieb
Der Standby-Betrieb kann durch Drücken des Einschalters aktiviert werden, der sich auf der Rückseite befindet. Dort befindet sich auch ein Button, um zwischen WLAN- und Bluetooth-Betrieb zu wechseln. Alle weiteren Steuerfunktionen sind auf der Oberseite zu finden. Über einen Sensorbereich kann die Musik unterbrochen oder fortgesetzt werden und die Lautstärke lässt sich damit verändern.
Zudem kann hier bei Bedarf auch das Mikrofon stummgeschaltet werden, damit Alexa oder Google Assistant nicht lauschen. Bei ausgeschaltetem Mikrofon ist zugleich das automatische Trueplay deaktiviert. Wer also einen der digitalen Assistenten deaktiviert, schaltet auch diese Funktion mit aus.
Die Sonos-Lautsprecher unterstützen als Besonderheit mehr als 100 unterschiedliche Musikstreamingdienste(öffnet im neuen Fenster) . Diese können im Multiroom-Audio-Betrieb mit anderen Sonos-Lautsprechern verbunden werden. Wie bei anderen aktuellen Sonos-Modellen ist Apples Airplay 2 integriert, um drahtlos Musik abzuspielen oder das Gerät mit Lautsprechern anderer Hersteller im Multiroom-Betrieb zu verwenden.
Sonos bringt den Move(öffnet im neuen Fenster) am 24. September für 400 Euro auf den Markt, er kann in Kürze im Onlineshop von Sonos vorbestellt werden. Zum Lieferumfang gehört die Ladestation für den Lautsprecher.
Fazit
Wer bereits ein Sonos-System besitzt und sich schon immer einen mobilen Lautsprecher gewünscht hat, wird sich über den Move freuen. Er bringt mehr Flexibilität für ein bestehendes Sonos-System. Wer nicht schon in jedem Raum einen Sonos-Lautsprecher hat, kann die Musik bequem in andere Räume bringen. Aber auch für den Außeneinsatz scheint der Move die richtigen Eigenschaften zu haben.

Wir finden es praktisch, dass der Lautsprecher gleich eine passende Ladestation hat. Denn es ist sehr fummelig, immer erst Kabel umstecken zu müssen, um den Akku zu laden oder den Lautsprecher mobil zu nutzen. Mit einer solchen Ladestation ist es besonders bequem, zwischen stationärer und mobiler Nutzung zu wechseln. Beim ersten Ausprobieren hat uns der Klang gut gefallen, die Höhen waren prägnant und auch der Bassbereich war angenehm stark ausgeprägt.
Nachtrag vom 13. Januar 2021
1,5 Jahre nach der Markteinführung des Move hat Sonos Angaben zur Möglichkeit eines Akkutauschs angegeben. So wird es einen Akkupack zum Preis von 80 Euro geben. Wer einen Move besitzt, soll den Akku so selbst tauschen können.
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