Sonos: Keine Parallelnutzung von Alexa und Google Assistant geplant

Sonos hat neue Details zur Integration von Google Assistant auf seinen Alexa-fähigen Lautsprechern bekanntgegeben. Demnach wird es nicht möglich sein, auf Zuruf wahlweise Alexa oder den Google Assistant zu verwenden. Außerdem werden Sonos-Kunden nicht alle Funktionen eines Google-Assistant-Lautsprechers erhalten.

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Nur ein digitaler Assistent pro Sonos-Lautsprecher
Nur ein digitaler Assistent pro Sonos-Lautsprecher (Bild: Sonos)

Sonos hat die Elektronikmesse CES 2019 dazu genutzt, ausgewählten Journalisten einen ersten Blick auf die Integration von Google Assistant auf den eigenen Lautsprechern zu gewähren. Unter anderem berichten The Verge und Engadget von ihren Erfahrungen. Und diese sind durchaus durchwachsen, denn die beiden digitalen Assistenten werden nicht parallel auf Zuruf nutzbar sein - der Nutzer muss sich aktiv für einen entscheiden. Zudem werden die Sonos-Modelle die ersten Google-Assistant-Lautsprecher sein, die nicht den vollen Funktionsumfang bieten werden.

Sonos will dieses Jahr den Google Assistant auf den One-Lautsprecher und die Beam-Soundbar bringen. Beide Modelle haben Mikrofone und können derzeit direkt auf Zuruf mit Alexa gesteuert werden. Vor einem Tag wurde bekannt, dass auch ältere Sonos-Lautsprecher ohne eigene Mikrofone über Google-Assistant-Geräte angesteuert werden können.

Zumindest auf den Sonos-Modellen One und Beam wird die Nutzung des Google Assistant nicht so komfortabel sein, wie es erhofft wurde. Eigentlich könnte der Google Assistant parallel zu Alexa verwendet werden, denn beide digitalen Assistenten nutzen unterschiedliche Aktivierungswörter. Aber Sonos wird diese Möglichkeit nicht anbieten. Der Nutzer muss in der Sonos-App festlegen, ob er seinen Sonos-Lautsprecher lieber mit Alexa oder Google Assistant verwenden möchte.

Sonos sieht Probleme bei Parallelnutzung

Diese Beschränkung wird damit begründet, dass es für Anwender verwirrend sein kann, wenn beide digitalen Assistenten parallel laufen. Wer etwa einen Timer oder einen Wecker mit Alexa gestellt hat, muss dafür wieder Alexa nutzen, um diesen auszustellen. Mit Google Assistant würde das nicht gehen, das gilt umgekehrt genauso. Hier hat Sonos die Sorge, dass Nutzer sich nicht erinnern, mit welchem der beiden digitalen Assistenten sie einen Wecker oder Timer gestellt haben.

Dieses Problem hätte aber auch durch spezielle Anpassungen gelöst werden können, indem etwa der Sonos-Nutzer festlegt, dass immer nur der eine der beiden Assistenten für Timer, Alarme und Ähnliches zuständig ist. So könnten die beiden Assistenten für alle übrigen Aufgaben parallel verwendet werden.

Parallele Nutzung mit zweitem Gerät doch möglich

Denn ganz werden solche Probleme von Sonos auch nicht ausgeschlossen: Wer mehrere Sonos-Lautsprecher besitzt, kann nämlich auf jedem einen anderen digitalen Assistenten nutzen. Wer etwa zwei One-Modelle nutzt, kann jedes mit einem anderen digitalen Assistenten verwenden. Damit treten die genannten Probleme genauso wieder auf, wenn sich beide Lautsprecher im gleichen Raum oder in benachbarten Räumen befinden. Dann muss sich der Nutzer ebenfalls merken, mit welchem der beiden Lautsprecher ein Timer gestellt wurde.

Unklar ist noch, ob sich beide Assistenten parallel nutzen lassen, wenn zwei One zu einem Stereopaar zusammengeschlossen werden. Die gleiche Frage stellt sich, wenn eine Beam-Soundbar mit zwei One als Rücklautsprecher als Surround-Anlage verwendet wird. Bisher ist es so, dass in dieser Konfiguration standardmäßig die Mikrofone der One-Lautsprecher deaktiviert und alle Sprachbefehle von der Soundbar verarbeitet werden. Wenn sich dies nicht mit der Bereitstellung des Google Assistant ändert, müssen sich Besitzer dieser drei Sonos-Lautsprecher immer für einen der beiden digitalen Assistenten entscheiden.

Nicht alle Funktionen eines Google-Assistant-Lautsprechers vorhanden

Sonos wird nicht alle Funktionen eines Google-Assistant-Lautsprechers auf seinen Modellen bereitstellen, denn Google Cast wird nur begrenzt zur Verfügung stehen. Zwar kann dann ein Chromecast auf Zuruf von einem Sonos-Lautsprecher mit der Stimme gesteuert werden, aber die Multiroom-Funktionen werden nicht unterstützt. Es wird also nicht möglich sein, Sonos-Lautsprecher zusammen mit anderen Google-Assistant-Lautsprechern in einer Musikgruppe anzusprechen.

Sonos wird damit der bisher einzige Anbieter von Google-Assistant-Lautsprechern, mit denen keine Multiroom-Einrichtung mit anderen Google-Assistant-Lautsprechern möglich sein wird. Das ist bedauerlich, denn mit Airplay 2 lassen sich Sonos-Lautsprecher mit anderen Geräten verbinden. Diese Möglichkeit über Google Cast hätte das Sonos-System entsprechend aufgewertet.

Offen ist noch, ob Google Cast zumindest genutzt wird, um von einem Android-Gerät Inhalte unabhängig vom Sonos-Ökosystem auf dem Lautsprecher abspielen zu können. Dann ließen sich etwa auch mal Youtube-Inhalte auf einem Sonos-Lautsprecher abspielen, was derzeit nur mit Apple-Geräten über Airplay 2 funktioniert, weil Sonos keine Bluetooth-Zuspielung anbietet.

Ältere Sonos-Lautsprecher erhalten Google-Assistant-Anbindung

Eine Google-Assistant-Integration wurde für den One-Lautsprecher erstmals im Herbst 2017 angekündigt und sollte eigentlich noch im vergangenen Jahr erscheinen. Ende 2018 gab Sonos bekannt, dass die Google-Assistant-Integration doch erst im Jahr 2019 kommen wird. Daher funktioniert der One weiterhin nur mit Amazons Alexa als digitalem Assistenten. Seit November 2018 läuft ein Betatest für ausgewählte Sonos-Kunden und in Kürze sollen weitere Tester hinzugezogen werden, um mögliche Fehler zu beseitigen, bevor der Google Assistant in Sonos integriert wird.

Wenn der Google Assistant irgendwann dieses Jahr für One und Beam erscheint, sollen parallel auch ältere Sonos-Lautsprecher mit einem zusätzlichen Google-Assistant-Lautsprecher mit der Stimme gesteuert werden können. Im Zweifel genügt dafür ein preisgünstiger Google Home Mini, um mit diesem die Musikwiedergabe auf Sonos-Lautsprechern auf Zuruf zu steuern. Wann genau alle Sonos-Kunden den Google Assistant erhalten, ist nicht bekannt.

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