Sonos' erster Kopfhörer im Hands-on: Sonos Ace macht einiges anders als die Konkurrenz
Sonos steigt in den Markt für Kopfhörer ein, damit bestätigen sich die Vermutungen aus den vergangenen Jahren . Ace heißt der Sonos-Kopfhörer und konkurriert mit Oberklasse-Kopfhörern mit Active Noise Cancellation (ANC) anderer Hersteller. Golem.de konnte Ace bei einem Pressetermin ausprobieren, die ersten Eindrücke sind durchweg positiv. Dabei macht Sonos einiges ganz anders als die Konkurrenz.
Nach Angaben von Sonos wurde Ace drei Jahre lang entwickelt, andere Berichte zu einem Sonos-Kopfhörer reichen mittlerweile fünf Jahre zurück . Es ist das erste Mal, dass sich der Lautsprecherhersteller in ein komplett neues Marktsegment begibt. Zwischendurch war vermutet worden, dass der Sonos-Kopfhörer auch mit WLAN-Technik ausgestattet sein würde – das hat sich nicht bewahrheitet.
Der Ace-Kopfhörer wird also genau so verwendet wie andere ANC-Kopfhörer. Sie werden mittels Bluetooth drahtlos verbunden oder bei Bedarf im Kabelbetrieb genutzt, wobei auf eine herkömmliche Kopfhörerbuchse verzichtet wurde und stattdessen USB-C zur Musikübertragung genutzt wird. Der Ace unterstützt Bluetooth 5.4 mit den Codecs SBC, AAC sowie aptX Lossless und bietet Bluetooth-Multipoint, um parallel mit bis zu zwei Geräten verbunden sein zu können.
Der Ace trägt sich angenehm
Der Ace hat im Vergleich zu vielen Konkurrenzgeräten deutlich flachere Kopfhörermuscheln und erinnert beim Design etwas an die Airpods Max von Apple (g+) . Der Ace sitzt beim ersten Ausprobieren angenehm auf dem Kopf, hat einen nicht zu starken Anpressdruck und – wie die meisten anderen Kopfhörer am Markt – eine Kunstlederbeschichtung.
Einen Faltmechanismus gibt es beim Ace nicht, die Hörmuscheln können nur gedreht werden. Zum Lieferumfang zählt neben Kabeln auch eine Transporttasche, die vergleichsweise flach ist, was aufgrund der flachen Bauform der Hörmuscheln möglich ist.
Gut gelöst: Die beiden Hörmuscheln haben innen jeweils unterschiedliche Farben, um leichter zu erkennen, wie herum er getragen wird. Die Ohrpolster an den Hörmuscheln lassen sich besonders bequem abnehmen und werden mittels Magnettechnik gehalten. Das soll den Wechsel der Ohrpolster erleichtern, falls diese verschlissen sind. Der Kopfhörer erfüllt keine IP-Schutzklasse, sollte also bei Regen vorsichtshalber nicht getragen werden.
Sonos macht beim Ace-Kopfhörer einiges ganz anders als die Konkurrenz – und erzielt damit gute Ergebnisse.
Ace hat eine pfiffige Steuerung
Der Ace wird ausschließlich mit Knöpfen gesteuert und lässt sich damit auch uneingeschränkt mit herkömmlichen Handschuhen bedienen. Im Vergleich zu Sensorflächen haben Knöpfe den Vorteil, dass sie sich erfühlen lassen und sich der Kopfhörer etwa beim Laufen besonders zuverlässig steuern lässt.
Mit einem Schiebeschalter an der rechten Kopfhörermuschel werden die Musikwiedergabe und die Lautstärke geregelt – das funktioniert beides beim ersten Ausprobieren sehr gut. Die praktische Art der Lautstärkeregelung gibt es bei keinem anderen der führenden Kopfhörerhersteller.
Unterhalb des Schiebeschalters gibt es eine weitere Taste, um zwischen ANC-Betrieb und Transparenzmodus zu wechseln. Auf der linken Kopfhörermuschel ist der Einschalter vorhanden, der auch zum Aufbauen einer neuen Bluetooth-Verbindung dient.
Marktüblich besitzt der Sonos-Kopfhörer eine Trageerkennung: Wird der Kopfhörer abgesetzt, pausiert die Musik und wird fortgesetzt, sobald der Kopfhörer wieder getragen wird. Sie reagiert zügig und arbeitete beim ersten Ausprobieren zuverlässig.
Vielversprechende ANC-Leistung
Wir konnten die ANC-Leistung des Ace nicht mit anderen führenden Kopfhörern vergleichen, der erste Eindruck ist jedoch vielversprechend. Die typischen Geräusche in einem Flugzeug wurden stark reduziert; in anderen Klangkulissen konnten wir die Sonos-Kopfhörer bisher nicht ausprobieren. Die ANC-Technik verändert den Klang beim ersten Probieren nicht und agierte dabei rauscharm.
Nicht ganz so rauscharm ist der Transparenzmodus, bei dem die Umgebungsgeräusche gezielt in den Kopfhörer geleitet werden. Beim Ausprobieren war der Transparenzmodus nicht ganz so natürlich, wie es im Idealfall sein sollte. Einige Geräusche wurden dabei verstärkt, was die Natürlichkeit beeinträchtigte. Es gibt keine Komfortfunktionen rund um den Transparenzmodus, wie es sie bei der Sony-Konkurrenz seit einigen Jahren gibt .
Wie sich der Kopfhörer draußen bei Wind schlägt, konnten wir beim ersten Ausprobieren nicht testen. Bei vielen ANC-Produkten verursachen Windgeräusche laute Pfeifgeräusche im Kopfhörer.
So verzahnt Sonos Soundbar und Kopfhörer
Auch für die Klangbeurteilung konnten wir noch keinen Vergleich mit anderen Kopfhörern vornehmen. Für sich genommen klingt der Ace mit den 40-mm-Treibern gut und er unterstützt Dolby Atmos, damit man mit dem Kopfhörer den Raumklang genießen kann. Die Musik muss dafür in einem 3D-Audio-Format vorliegen. Sensoren im Kopfhörer verfolgen die Kopfbewegungen, so dass sich die Klangbühne abhängig von den Kopfbewegungen mit bewegt. Letzteres ist eher für Filme als für Musik gedacht.
Wer eine passende Soundbar von Sonos besitzt, erhält mit dem Ace eine Spezialfunktion, die es so bei keinem anderen Kopfhörer gibt: Mit einem Knopfdruck kann die Tonwiedergabe von der Soundbar zum Kopfhörer geholt werden. Das funktioniert beim Ausprobieren sehr zuverlässig. Dazu wird eine Bluetooth-Verbindung zwischen der Soundbar und dem Kopfhörer aufgebaut.
Als Einsatzzweck sieht Sonos den Fall, dass eine Person im gleichen Zimmer beim Filmschauen einschläft. Dann kann der Klang auf den Kopfhörer umgeleitet werden, um die schlafende Person nicht länger zu stören. Durch Raumklangunterstützung kann der Inhalt dann auch so am Kopfhörer konsumiert werden.
Verkaufsstart im Juni
Der Kopfhörer hat insgesamt acht Mikrofone, sie sollen bei Telefonaten für eine gute Sprachqualität sorgen. Für den Ace gibt es eine App für Android und iOS, um den Kopfhörer anpassen zu können. Mit einer Akkuladung soll der Kopfhörer bei aktiviertem ANC-Modus bis zu 30 Stunden durchhalten – das wäre ein guter Wert, der allerdings keine neuen Maßstäbe setzt.
Sonos will Ace(öffnet im neuen Fenster) am 5. Juni 2024 zum Preis von 500 Euro auf den Markt bringen. Den Kopfhörer wird es in den Farben Schwarz und Weiß geben. Zum Lieferumfang gehören eine Tasche, ein Ladekabel und ein 3,5-mm-Klinkenkabel. Zum Vergleich: Das Sony-Topmodell WH-1000XM5(öffnet im neuen Fenster) wird derzeit zum Listenpreis von 300 Euro angeboten.
Fazit
Der erste Eindruck des Ace ist positiv, er sitzt angenehm und die gelungene Steuerung gefällt uns beim ersten Ausprobieren gut. Die Klangqualität, die ANC-Leistung sowie der Transparenzmodus lassen sich erst in einem vollständigen Test bewerten. Auch zur Sprachqualität bei Telefonaten können wir noch keine Aussage treffen.
Der größte Nachteil des Ace ist der vergleichsweise hohe Preis; dafür hat der Sonos-Kopfhörer weniger Komfortfunktionen als die Sony-Oberklasse . Sonos könnte es also schwer haben, sich im Markt zu etablieren.
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