Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Sonos Era 100 im Test: Für viele der bessere Sonos One, aber nicht für alle

Der Era 100 wird den Sonos One ablösen. Wir haben uns im Test die Frage gestellt, ob sich ein Wechsel zum Era 100 lohnt und wenn ja, für wen.
/ Ingo Pakalski
10 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der Era 100 von Sonos im Test (Bild: Sonos)
Der Era 100 von Sonos im Test Bild: Sonos

Mit der Einführung der Era-Produktreihe verabschiedet sich Sonos von einigen bisher typischen Beschränkungen vieler Sonos-Lautsprecher. Der Era 100 unterstützt Bluetooth, dabei ist die Technik besonders vorbildlich in das Sonos-typische Multiroom-System integriert. Zudem ist er bei der True-Play-Einmessung nicht länger auf Apple-Geräte beschränkt. Mittels Zubehör lassen sich Musikwiedergabegeräte per Klinkenkabel verbinden.

Andererseits fallen auch Eigenschaften weg, die bisher bei smarten Lautsprechern von Sonos dazugehörten: Es gibt keinen Ethernet-Anschluss mehr und eine Sprachsteuerung über Google Assistant ist nicht mehr möglich. Zumindest die Ethernet-Fähigkeit lässt sich mittels Zubehör nachrüsten. Die gleichen Besonderheiten der Era-Produkte gelten für den Era 300 , den wir in einem gesonderten Test beschreiben.

Wer also etwa einen One besitzt und ihn mit Google Assistant nutzt, wird nicht auf den neuen Era 100 wechseln wollen. Umgekehrt werden all diejenigen, die sich über eine fehlende Bluetooth-Zuspielung bei den Sonos-Lautsprechern geärgert haben, großes Interesse am Era 100 haben.

Era 100 mit gelungener Bluetooth-Zuspielung

Denn die Bluetooth-Zuspielung ist beim Era 100 so gut umgesetzt wie bei Sonos' Akku-Lautsprecher Roam (g+) : Für das Sonos-Multiroom-System ist sie nur so etwas wie eine Art Streamingdienst. Das bedeutet, wir können über eine Bluetooth-Verbindung die Musik drahtlos auf weitere Sonos-Lautsprecher in der Wohnung verteilen.

Wer also bereits ein Sonos-System besitzt und es um den Era erweitert, erhält auch für alle übrigen Sonos-Lautsprecher eine Bluetooth-Zuspielung. Wichtig ist nur, dass die Bluetooth-Wiedergabe über den Era 100 erfolgt, falls das der einzige Bluetooth-fähige Sonos-Lautsprecher ist.

Etwas unpraktisch finden wir, dass es in der Sonos-App keine Übersicht der eingerichteten Bluetooth-Verbindungen gibt. Damit lassen sie sich auch nicht gezielt einzeln entfernen. Eine solche Funktion darf Sonos bei den Bluetooth-fähigen Produkten gerne nachrüsten. Die Era-Lautsprecher unterstützen ansonsten weiterhin Apples Airplay 2, Google Cast ist hingegen noch immer nicht vorhanden.

Die Era-Modelle haben eine USB-C-Buchse und mithilfe von Zubehör kann bei Bedarf kabelgebunden Musik abgespielt werden. Darüber wird auch der Ethernet-Anschluss realisiert, wenn das gewünscht ist. Das neue Modell unterstützt Wi-Fi 6 für eine bessere WLAN-Anbindung.

Era 100 im Klangvergleich mit der Konkurrenz

Wir haben den Era 100 gegen verschiedene smarte Lautsprecher antreten lassen, die in gewisser Hinsicht Maßstäbe gesetzt haben, vor allem gegen den Sonos One der ersten Generation. Zur Markteinführung bot er den mit Abstand besten Klang unter den damaligen smarten Lautsprechern am Markt.

Zudem haben wir ihn mit dem Homepod der ersten Generation von Apple (g+) verglichen, der aus dem vergleichsweise kleinen Gehäuse besonders viel Tiefbass herausholt. Als drittes Gerät stand ein Duell mit Amazons Echo Studio (g+) an, der mit einem besonders guten Preis-Leistungsverhältnis bei smarten Lautsprechern überzeugt. Der Preis des vier Jahre alten Alexa-Lautsprechers wurde vor einem Monat von 200 Euro auf 240 Euro erhöht - er ist damit noch immer preiswerter als der Era 100.

Sonos verspricht für den Era 100 einen verbesserten Klang im Vergleich zum One: Das können wir bestätigen, allein im Bassbereich ist der Era 100 spür- und hörbar besser. Im direkten Vergleich sind Stimmen beim Era 100 etwas präsenter und bassintensive Musik klingt intensiver. Beide Sonos-Lautsprecher haben einen sehr kräftigen Mittenbereich. Auch wenn der Era 100 im direkten Vergleich etwas besser abschneidet und etwas raumfüllender agiert, klingt der One noch immer keinesfalls schlecht.

Reklame

Sonos Era 100. Eine Ikone, neu gemastert. Akustik der nächsten Generation Bluetooth®.(Schwarz)

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Era 100 hat nur einen schwachen Stereoeffekt

Der Era 100 nutzt Stereotechnik, aber aufgrund der schmalen Bauweise sind Stereoeffekte kaum wahrnehmbar. Das fällt vor allem im Vergleich zum Echo Studio auf, der in einem größeren Gehäuse steckt - hier sind Stereoeffekte eher zu hören. Zudem ist der Echo Studio deutlich bassintensiver als der teurere Era 100. Vor allem bei bassintensiver Musik ist der Sonos-Lautsprecher der Amazon-Konkurrenz klar unterlegen. Dafür klingen beim Era 100 die Stimmen im Klangraum präsenter und sind etwas klarer.

Noch mehr Bass liefert Apples Homepod der ersten Generation. Für das kompakte Gehäuse ist der Tiefbass erstaunlich, wobei er bei manchen Musikstücken zu weit geht, so dass der Klang an Authentizität einbüßt. Unterm Strich zeigt sich, dass der Era 100 im Bassbereich gerne noch etwas stärker sein dürfte, dafür weiß er bei Höhen und Mitten sowie mit einer guten Abstimmung zu überzeugen.

Für die neuen Era-Lautsprecher hat sich Sonos eine Steuerung ausgedacht, die uns besonders gut gefällt.

Sonos hat sich eine tolle Lautstärkesteuerung einfallen lassen

Die neuen Era-Modelle haben eine neuartige Steuerung erhalten, die sich andere Hersteller gern abgucken dürften. Wie beim One gibt es wieder eine Sensorbedienung, allerdings muss nun nicht mehr an eine bestimmte Stelle getippt werden. Stattdessen gibt es eine Art Sensorgraben, mit dem sich die Lautstärke durch Wischbewegungen ändern lässt. Das hat den großen Vorteil, dass sich die Lautstärke mit einer Bewegung besonders schnell leiser oder lauter stellen lässt.

Solch schnelle Lautstärkeänderungen sind sonst nur mit einem Drehknopf möglich. Ein weiterer Pluspunkt: Der Sensorgraben lässt sich gut erfühlen. Abgesehen davon gibt es als weitere Neuerungen Sensorfelder, um gezielt ein Lied vor- oder zurückspringen zu können. Das vereinfacht die Steuerung am Lautsprecher noch einmal. Kurzum: Die Steuerung der Musik direkt am Lautsprecher ist sehr gut gelungen.

Der Era 100 hat Mikrofone eingebaut, die unter anderem für die Sprachsteuerung verwendet werden. Dabei kann der neue Lautsprecher nur noch mit Amazons Alexa gesteuert werden. Google Assistant bleibt älteren Sonos-Produkten vorbehalten. Sonos erklärte Golem.de auf Nachfrage dazu, dass Google "die technischen Anforderungen für Google Assistant auf den Geräten von Drittanbietern geändert" habe.

Keine Sprachsteuerung mit Google Assistant möglich

Beim Google Assistant verbietet Google Anbietern den gleichzeitigen Betrieb mit der Sprachsteuerung anderer Anbieter . Unter anderem in den USA gibt es eine Sonos-eigene Sprachsteuerung , die weiterhin nicht in deutscher Sprache verfügbar ist. Wer mag, kann die Sonos-Sprachsteuerung in englischer Sprache bereits in Deutschland nutzen.

Wie bisher gibt es eine Taste am Lautsprecher, um die Mikrofone zeitweise zu deaktivieren. Neu ist ein Hardwareschalter auf der Rückseite, mit dem sich die Mikrofone dauerhaft deaktivieren lassen, falls die Sprachsteuerung generell nicht genutzt wird. Wenn die Sprachsteuerung aktiv ist, leuchtet eine weiße LED. Wir hatten im Test den Era 100 in Weiß. In heller Umgebung war die LED kaum zu erkennen. Bei einem ebenfalls weißen One ist die LED besser zu erkennen. Weiterhin kann das Sonos-Produkt so eingestellt werden, dass es einen Signalton gibt, sobald Alexa aktiviert wird.

True-Play-Aktivierung über die eingebauten Mikrofone

Sonos hat endlich eine bereits vor Jahren gestellte Forderung umgesetzt: Erstmals lassen sich bei den Era-Modellen die in den Lautsprechern enthaltenen Mikrofone für eine True-Play-Einmessung verwenden. Damit ist es möglich, True-Play auch einzurichten, wenn kein Apple-Gerät vorhanden ist. Denn in der Android-Version der Sonos-App kann die Einmessung der neuen True-Play-Kalibrierung gestartet werden. True Play nennt Sonos ein System, um die Lautsprecher optimal an die Raumgegebenheiten anzupassen.

Die True-Play-Einmessung über die Mikrofone am Lautsprecher soll dabei laut Sonos nicht ganz so gute Ergebnisse liefern wie die normale Einmessung. Sie ist weiterhin nur mit einem iPhone oder iPad von Apple möglich. Eingemessen wird, indem man mit dem Gerät in der Hand durch den Raum läuft. Dabei sollte es möglichst leise sein. Bei Altbauten kann es ein Problem sein, die nötige Ruhe beim Herumlaufen auf knarzenden Dielen zu erreichen. Das neue True-Play-System macht True Play für solche Kunden überhaupt erst möglich.

Neue True-Play-Einmessung ist nicht für ältere Sonos-Produkte geplant

Wenn die True-Play-Einmessung das erste Mal auf einem Nicht-Apple-Gerät aktiviert wird, gibt es ärgerlicherweise keinen Hinweis darauf, dass es auch noch das andere Einmessystem gibt. Denn es ist ja möglich, dass ein Apple-Gerät im Haushalt vorhanden ist, aber gerade ein Android-Modell genutzt wurde. Außerdem muss die True-Play-Einmessung üblicherweise nur einmal vorgenommen werden - es wäre also möglich, sich für diesen Fall ein Apple-Gerät auszuleihen.

Auf Nachfrage erklärte Sonos, dass es derzeit keine Pläne gibt, die neue True-Play-Einmessung auch für ältere Lautsprecher anzubieten. Diese Funktion bleibt also den Era-Modellen vorbehalten, obwohl auch andere Sonos-Produkte die dafür nötigen Lautsprecher besitzen.

Reklame

Sonos Era 100. Eine Ikone, neu gemastert. Akustik der nächsten Generation Bluetooth®.(Schwarz)

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Sonos hat besondere Eigenschaften

Die Besonderheiten des Sonos-Systems sind unter anderem das gut abgestimmte Multiroom-System und die Unterstützung von 140 unterschiedlichen Musikstreamingdiensten(öffnet im neuen Fenster) . Wie gehabt werden die Lautsprecher unter anderem über die entsprechende Sonos-App gesteuert. Vor allem im Multiroom-Betrieb ist Sonos der Konkurrenz weit voraus, indem während der Musikwiedergabe zu einem anderen Lautsprecher gewechselt oder ein weiterer hinzugefügt werden kann, ohne dass es zu Unterbrechungen kommt. Das ist im Markt vernetzter Lautsprecher keine Selbstverständlichkeit.

Die Era 100 können bei Bedarf als Rücklautsprecher für eine Sonos-Soundbar verwendet werden. Dabei müssen diese lediglich mit Strom versorgt werden, weitere Kabel müssen nicht verlegt werden. Damit das möglich ist, sind zwei baugleiche Lautsprecher erforderlich.

Era 100 hat einen verringerten Strombedarf

Sonos hat bei der Vorstellung des Era 100 versprochen, dass der Strombedarf vor allem im Leerlauf geringer ist. Das konnten wir in unseren Messungen bestätigen. Ein Sonos One der ersten Generation kommt im Standby-Betrieb auf einen Strombedarf von 3,4 Watt, der Era 100 liegt nur noch bei 1,9 Watt. Damit erreicht der Era 100 das Niveau von Apples Homepod der ersten Generation, der im Standby-Betrieb ebenfalls auf 1,9 Watt kommt. Im Vergleich dazu schneidet Amazons Echo Studio mit 4,6 Watt besonders schlecht ab.

Sonos Era 100 im Test - Verfügbarkeit und Fazit

Sonos bietet den Era 100(öffnet im neuen Fenster) in Weiß und Schwarz für 280 Euro an und bringt ihn am 28. März 2023 auf den Markt. Im Vergleich zum Vorgängermodell One ist das eine Preiserhöhung von 50 Euro - der Listenpreis des Sonos One liegt derzeit bei 230 Euro.

Mit separat angebotenem Zubehör lässt sich der Funktionsumfang erweitern. 25 Euro kostet ein Line-in-Adapter, um über einen Klinkenanschluss Musik mittels Kabel auf dem Lautsprecher abspielen zu können. Für 45 Euro gibt es einen Combo-Adapter, der Ethernet und Line-in bietet. Beide Adapter soll es ebenfalls in Weiß und Schwarz geben.

Fazit

Mit dem Era 100 ist Sonos ein toller smarter Lautsprecher im Preisbereich von 300 Euro gelungen. Der Era 100 klingt gut, dürfte für unseren Geschmack im Bassbereich aber gerne etwas stärker sein. Wer vom One zum Era 100 wechselt, erhält eine Klangverbesserung und die vorbildliche Bluetooth-Unterstützung sowie die neuen True-Play-Funktionen können ein Grund für einen Wechsel oder eine Ergänzung eines bestehenden Sonos-Systems sein.

Die Bluetooth-Einbindung ist dabei vorbildlich gelungen. Es ist sehr angenehm, dass eine Bluetooth-Quelle direkt in das Multiroom-System von Sonos integriert wird. Sehr gut gefällt uns die Lautstärkeregelung am Lautsprecher selbst - sie lässt keine Wünsche offen und die Konkurrenz ist in dieser Disziplin unterlegen.

Reklame

Sonos Era 100. Eine Ikone, neu gemastert. Akustik der nächsten Generation Bluetooth®.(Schwarz)

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Praktisch finden wir auch die neue True-Play-Einmessung. Es ist aber unverständlich, dass ältere Sonos-Produkte das nicht auch bieten. Aus Käufersicht nicht nachvollziehbar ist auch die Tatsache, dass Google Assistant nicht mehr unterstützt wird. Prinzipiell ist es zu begrüßen, dass Sonos beim Era 100 eine Kabelzuspielung erlaubt, aber eben nur durch den Kauf passender Adapter. Das hätte Sonos besser lösen können.

Das gleiche gilt für den Wegfall der Ethernet-Buchse. Zwar kann die Funktion als Zubehör nachgerüstet werden, bei diesem Preis hätten wir aber erwartet, dass diese Sonos-Spezialität nicht gestrichen wird. Der Era 100 ist ein guter smarter Lautsprecher und wer unbedingt etwa aufgrund des vorbildlichen Multiroom-Systems ein Sonos-Produkt haben will, macht damit in dieser Preisklasse nichts falsch.

Wer aber vor allem beim Bass keine Abstriche beim smarten Lautsprecher machen will und keinen Wert auf das Sonos-Ökosystem legt, ist mit dem günstigeren Echo Studio von Amazon besser bedient. Allerdings ist das Multiroom-System von Amazon deutlich schlechter nutzbar als von Sonos.


Relevante Themen