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Sonnensystem: Interstellarer Komet 3I/Atlas vom Mars aus aufgenommen

Ein Rover der Nasa und zwei Raumsonden der Esa haben Anfang Oktober 2025 den interstellaren Kometen 3I/Atlas fotografiert.
/ Patrick Klapetz
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Foto von 3I/Atlas, aufgenommen von der Esa-Raumsonde TGO (Bild: ESA/TGO/CaSSIS)
Foto von 3I/Atlas, aufgenommen von der Esa-Raumsonde TGO Bild: ESA/TGO/CaSSIS

Am 3. Oktober 2025 ist der Komet 3I/Atlas mit einer Entfernung von 30 Millionen Kilometern am Mars vorbeigeflogen. Dabei wurde er von einigen Marssonden beobachtet.

Erst im vergangenen Juni wurde der Komet vom Atlas-Teleskop (Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System) in Río Hurtado in Chile entdeckt. Er ist erst das dritte bestätigte interstellare Objekt, das entdeckt wurde, während es unser Sonnensystem durchquert. Die anderen beiden waren die Kometen 1I/'Oumuamua im Jahr 2017 und 2I/Borisov im Jahr 2019.

Der Vorbeiflug am Mars wurde zunächst von zwei Raumsonden der europäischen Raumfahrtbehörde Esa aufgezeichnet: dem ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) und Mars Express.

TGO verwendete dafür sein Farb- und Stereo-Oberflächenbildgebungssystem Cassis (Colour and Stereo Surface Imaging System). "Das war eine sehr herausfordernde Beobachtung für das Instrument" , teilt Cassis-Forschungsleiter (Principal Investigator) Nick Thomas mit(öffnet im neuen Fenster) . "Der Komet ist etwa 10.000 bis 100.000 Mal schwächer als unser übliches Ziel."

Schnappschuss noch nicht gelungen

In unserem Sonnensystem haben alle Asteroiden, Monde, Planeten und Lebensformen einen gemeinsamen Ursprung. Interstellare Besucher wie 3I/Atlas bilden da eine Ausnahme. Diese Kometen tragen Hinweise in sich, die auf die Entstehung fremder Welten, weit jenseits unserer Sonne, hindeuten.

3I/Atlas hält die astronomische Fachwelt für den ältesten Kometen, der jemals beobachtet wurde: Seine Geburtsstunde könnte womöglich drei Milliarden Jahre vor der unseres Sonnensystems liegen.

Die TGO-Raumsonde befindet sich seit 2016 am Mars, um vom All aus Methan und andere Spurengase in seiner Atmosphäre aufzuspüren. Der Mars-Express-Orbiter umkreist bereits seit 2003 den Roten Planeten. Auch dieser nahm den Kometen auf, jedoch konnte die Forschungsgruppe der Esa den Kometen in den Bildern noch nicht richtig auflösen. Mars Express nutzte für die Aufnahme seine maximale Belichtungszeit von 0,5 Sekunden aus, wohingegen TGO den Kometen mit fünf Sekunden Belichtungszeit fotografieren konnte.

Aufnahme von der Marsoberfläche aus

Dafür machte aber der Perseverance-Rover der US-Raumfahrtbehörde Nasa mit seiner rechten Navigationskamera (Navcam) einen Schnappschuss von dem Kometen. Darin ist ein Lichtstreifen am Himmel über dem Mars zu sehen. Jedoch fehlt seitens der Nasa eine offizielle Bestätigung, dass es sich bei dem Lichtstreifen um 3I/Atlas handelt. Die erste(öffnet im neuen Fenster) und zweite Aufnahme(öffnet im neuen Fenster) entstanden um 21:33 Uhr (lokaler Zeit).

Avi Loeb vom Center for Astrophysics (Harvard & Smithsonian) bezweifelt allerdings, dass es sich um 3I/Atlas handelt. In seinem Blogbeitrag schreibt er(öffnet im neuen Fenster) : "Der Streifen im Navcam-Bild muss aus der Überlagerung von hunderten von Navcam-Bildern über einen Gesamtzeitraum von etwa 10 Minuten entstanden sein. Bei einem einzelnen Schnappschuss, der bei der Navcam eine maximale Belichtungszeit von 3,28 Sekunden hat, hätte 3I/Atlas wie ein kreisrunder Fleck ausgesehen."

Komet 3I/ATLAS im Visier

Die Nasa setzte bereits(öffnet im neuen Fenster) das Hubble-Weltraumteleskop und das James-Webb-Weltraumteleskop ein, um Bilder des Kometen einzufangen und seine Zusammensetzung zu studieren(öffnet im neuen Fenster) .

Auch andere Raumsonden werden in den kommenden Monaten einen Blick auf das eisige Objekt werfen, darunter die Esa-Sonde Juice , die auf dem Weg zum Jupiter ist. Sie wird am 2. November 2025 mit der Suche nach 3I/Atlas beginnen – drei Tage nach der größten Annäherung des Kometen an die Sonne: Er wird dann in 210 Millionen Kilometern Entfernung an der Sonne vorbeifliegen.


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